Concorso d'Eleganza Villa d'Este

Schönheitswettbewerb klassischer Automobile und Concept Cars am Comer See

Wer den Frühling genießt und die italienische Lebensart zu schätzen weiss, für den ist im April der Comer See seit jeher eine gute Adresse. Will man nicht nur übernachten, sondern in der Atmosphäre schwelgen, wählt man das weltberühmte Grand Hotel Villa d’Este , um sein Haupt zu betten. Gehört die Liebe dann auch noch den automobilen Schönheiten, so wartet ein perfektes Wochenende beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este .

Am Wochenende vom 23. - 25. April 2010 verwandeln sich die herrlichen Anlagen des Grand Hotels Villa d’Este und der Villa Erba in Cernobbio am Comer See in eine einmalige Kulisse für die schönsten Automobile aus vergangenen Epochen und die extravagantesten Konzeptfahrzeuge der Gegenwart. Erstmals 1929 am gleichen Ort ausgetragen, gilt der Concorso d’Eleganza Villa d’Este heute als die weltweit traditionsreichste Veranstaltung dieser Art.

Nach Veranstaltungsbeginn für geladene Gäste am Samstag, bietet der Concorso am Sonntag in den angrenzenden Parkanlagen der Villa Erba allen Autoliebhabern erneut die Gelegenheit, diese automobilen Träume zu erleben. Neben den bereits am Vortag präsentierten Automobilen werden dann noch zahlreiche andere hochrangige Klassiker in Sondershows gezeigt. Der Eintritt für die Villa Erba, die in Cernobbio am Comer See liegt, beträgt 14 Euro sowie ermäßigt 8 Euro.

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Zum zwölften Mal findet der Schönheitswettbewerb für Automobile unter dem Patronat der BMW Group statt. Die Verbindung zu Italien ist bei BMW jedoch keinesfalls auf den Concorso beschränkt. Einer der größten Momente im BMW Motorsport jährt sich in diesem Jahr zum 70. Mal: der Sieg bei der Mille Miglia 1940. Der Held damals war der BMW 328. In vier Jahren - von 1936 bis 1940 - wurden nur 464 Exemplare des Roadsters gebaut, aber die lehrten ihren Konkurrenten das Fürchten. 1938 traten die Rennversionen erstmals beim legendären italienischen Autorennen " Mille Miglia " an und errangen auf Anhieb einen Vierfachsieg in ihrer Klasse. Zwei Jahre später fand das Rennen noch ein letztes Mal statt. BMW startete mit zwei 328 Coupés und drei Roadster-Versionen, für die eine neue, ultra-leichte Stromlinien-Karosserie entwickelt wurde. Die Aufsehen erregende Form senkte nicht nur erfolgreich den Luftwiderstand beim sportlichen Ringen um Sekunden. Sie schrieben auch auf Jahr­zehnte hinaus Design-Geschichte. Das BMW 328 Mille Miglia Touring Coupè bescherte der Marke den bis dahin größten Triumph. Mit einem Durchschnittstempo von 166,723 km/h wurden die Fahrer Fritz Huschke von Hanstein und Walter Bäumer Gesamtsieger aller Klassen. Zusätzlich ging auch der begehrte Mannschafts­preis an BMW. "Bevor wir zur Mille Miglia fahren, werden wir alle unsere Mille Miglia Fahrzeuge bei einer Sonderausstellung im Rahmen des Concorso d’Eleganza Villa d’Este dem Publikum zeigen, also eine Teampräsentation", freut sich Karl Baumer, Präsident des Concorso d‘Eleganza Villa d’Este und Leiter der BMW Group Classic auf die geplante BMW Ausstellung beim Concorso.

Wie immer werden die Fahrzeuge der BMW Group Classic "hors concours" starten. Für den Wettbewerb hat das selecting committee 52 klassische Schönheiten aus sechs Jahrzehnten Automobilgeschichte für den Concorso d’Eleganza ausgewählt. Dabei werden die Fahrzeuge in acht unterschiedlichen Klassen starten. Urs Paul Ramseier, als Selecting Adviser verantwortlich für die Auswahl der teilnehmenden Fahrzeuge, gab in Genf bereits einige Kostproben aus dem diesjährigen Teilnehmerfeld.

Jaguar XKC 120 , 1952         

Der Jaguar C-Type - das C stand für Competition - war ein zweisitziger Sportwagen für den Rennbetrieb, der 1951 um den verbesserten Motor des Jaguar XK 120 herum entwickelt wurde. Der C-Type besaß einen Sechszylinder-Motor XK 120 mit 3442 cm³ mit 200 bhp. Damit erreichten diese Rennfahrzeuge über 230 km/h. Der C-Type kam erstmals im Mai 1951 auf die Rennstrecke, und das Team Peter Walker/Peter Whitehead errang im 24-Stunden-Rennen von Le Mans sofort den Sieg. Am diesjährigen Concorso wird der erste 1952 in die USA gelieferte C-Type präsentiert, der von dem späteren Formel 1 Weltmeister Phil Hill im selben Jahr erfolgreich an verschieden Rennen in Amerika gefahren wurde und nach fast 50 Jahren zum ersten Mal wieder in Europa gezeigt wird.

Talbot-Lago, T150 C SS Goutte d’Eau, 1938

1935 leitete der Italiener Antony Lago mit der Übernahme des Talbot-Werks eine neue Ära ein. Es war vor allem der Triumph am Französischen Grand Prix von 1937, der die internationale Aufmerksamkeit auf die Marke lenkte. Die Leistungsfähigkeit des neuen T150 C SS Rennwagen Chassis war aussergewöhnlich und lieferte die Basis von angeblich insgesamt vierzehn Aufbauten in "Tropfenform" (Goutte d’Eau, Teardrop) der berühmten Pariser Carrosserie Firma Figoni & Falaschi. Der Wagen, der beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2010 an den Start gehen wird, wurde im Herbst 1938 von Herzog ("Duke") Philipp de Massa mit Aluminium Carrosserie, Schiebedach und Rückfenster zum Öffnen bestellt. 1939 wurde der Talbot Lago von Philippe de Massa und Norbert Mahé in Le Mans mit der Startnummer 8 gefahren, wo er in der 88. Runde an neunter Stelle liegend ausschied. Zum erstenmal nach dem Erwerb durch den heutigen Besitzer im Jahre 2006 wird der Talbot-Lago "Goutte d’Eau" wieder in Europa am Concorso präsentiert.

BMW 328 Mille Miglia Roadster Serie 1, 1937

Nach Klassenerfolgen in Le Mans und bei der Mille Miglia 1939 krönten der Gesamtsieg sowie der Mannschaftssieg bei der Mille Miglia 1940 den Mythos des BMW 328 als erfolgreiches Rennfahrzeug. Eines dieser Fahrzeuge ist der BMW 328 Mille Miglia Roadster Serie 1, auch "Bügelfalten-Roadster" genannt. Das Fahrzeug wurde als Sereinfahrzeug 1937 gebaut und errang mit nur wenigen Modifikationen bei der Mille Miglia 1938 den Klassensieg. 1939 entschloss sich BMW, das Fahrzeug für die Mille Miglia 1940 komplett umzubauen. Chassis und Rahmen wurden übernommen und ein komplett neues Rennsportfahrzeug aufgebaut. Ergebnis war ein in Form wegweisendes Rennsportkonzept mit Aluminiumkarosserie und aerodynamischer Formgebung. Den Spitznamen "Bügelfalte" verdankt der offene Rennwagen der charakteristischen Linienführung auf den Kotflügeln. Der Roadster gelangte nach dem Krieg nach Moskau und schließlich nach Lettland. 2001 wurde das Fahrzeug nach Deutschland verkauft.

Alfa Romeo Giulia 1600 Sport, Pininfarina, 1965

Als straßentauglichen Rennwagen stellte Alfa Romeo den Typ TZ (Tubolare Zagato) 1962 auf dem Autosalon in Turin vor. Konsequenter Leichtbau mit unter anderem Gitterrohrrahmen und Aluminiumkarosserie ließen das Gewicht des ansonsten technisch auf der Giulia 1600 basierenden Sportwagens auf deutlich unter 700 kg sinken. Die Kleinserienproduktion startete 1963 und endete 1965 nach nur 102 Exemplaren mit Zagato Karosserien. Die meisten TZ1 und TZ2 wurden intensiv bei den verschiedensten Rennen eingesetzt und erreichten oft vordere Plätze. Der gezeigte Wagen ist ein Einzelstück mit Karosserie von Pininfarina auf der Basis des TZ2 auf der auch der Canguro von Bertone aufgebaut wurde. Dieses Concept Car wurde erstmals 1965, anläßlich der 47. Turin Motor Show der Öffentlichkeit präsentiert. Der Wagen befindet sich in einem außergewöhnlichen Originalzustand und verfügt noch über die Erstlackierung.

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