Audi auf der Ennstal Classic 2010

Zweitakter und Grand Prix-Bolide: jedes Jahr stellt die Audi Tradition aus Ingolstadt bei der Ennstal-Classic das Familiensilber in die Auslage.

Erinnern Sie sich noch an das Zweitakt-Geknatter? Bei der Ennstal Classic von 14.-17. Juli 2010 wird es wieder zu hören sein. Die Audi Tradition schickt zwei Autos in den Bewerb, die heute schon Kult sind: ein wunderschönes 3=6 Monza Coupé aus dem Jahre 1958 und das exotische DKW GT Malzoni Coupe aus dem Jahre 1965.

Das Monza-Coupé besaß den 980 ccm, 44 PS starken Dreizylinder Zweitaktmotor in Reihe und ein Viergang-Getriebe mit Freilauf. Das Auto basiert auf dem leicht modifizierten Fahrgestell des 1955 vorgestellten "Großen DKW 3=6". Die Fiberglaskarosse hatten die DKW Sportfahrer Ahrens und A. W. Mantzel bei Dannenhauer und Stauss in Stuttgart in Auftrag gegeben. Dort wurden etwa 10 Exemplare gebaut, die ersten noch auf dem verkürzten und schmäleren Fahrgestell des DKW F91. Im Dezember 1956 erringen Günther Ahrens, Roberto Barbay, Heinz Meier und Georg Theiler mit dem leicht modifizierten fünften Serienwagen in Monza Langstreckenrekorde über 4000 Meilen, 48 Stunden, 5000 Meilen, 10.000 Kilometer und 72 Stunden, die dem nur 810 kg schweren Zweisitzer seinen Namen geben. Bei drei Karosserieherstellern sollen insgesamt ca. 230 Fahrzeuge zwischen 1956 und 1958 gebaut worden sein.

Nur 35 Exemplare wurden zwischen 1964 und 1966 in Brasilien von dem DKW GT Malzoni Coupe gebaut. Der brasilianische Geschäftsmann Rino Malzoni beschloss 1961 einen eigenen Sportwagen auf der Basis des in Brasilien in Lizenz gebauten DKW Vemag zu entwickeln. Nach drei Prototypen mit Stahlkarosserie wurden zwischen 1964 und 1966 insgesamt 35 Exemplare mit Kunststoff-Karosse gebaut. Der 60 PS starke Fronttriebler wiegt 700 kg, und zahlreiche Rennsiege haben ihn bald bekannt gemacht. Sogar ein Emerson Fittipaldi startete auf dem Malzoni-DKW seine Rennfahrer-Karriere.

Weiters bringt das Audi-Museum ein 100S Coupe aus dem Jahre 1972 in die Steiermark. Der 1.8 Liter Vierzylinder-Reihenmotor leistete 112 PS, das schnittige Coupe lief 183 km/h Spitze. Wenn dieses Auto durch Gröbming heult, werden vielleicht sogar die Kirchenglocken automatisch zu läuten beginnen, denn es symbolisiert allein akustisch den Höhe- und zugleich Schlusspunkt der Vorkriegs-Grand Prix-Ära, die von den Deutschen Silberpfeilen geprägt wurde: für den CHOPARD-Grand Prix der am Samstag den 17. Juli vor der Schlußprüfung der Ennstal-Classic steigt, lässt der Chef der Audi Tradition, Thomas Frank, den legendären D-Typ Grand Prixwagen zünden. Es handelt sich um den Nachbau des berühmten 3 Liter V-12 Zylinder Rennwagen mit Doppel-Kompressor, wie er 1939 zum Einsatz kam und in dieser Version 485 PS bei 7000 U/min. produzierte.

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