Mille Miglia 2012: Von A wie Alfa bis V wie VW

Früh wecken war für die Teilnehmer der Mille Miglia heute morgen in Rom angesagt. Um 6.30 Uhr ist das erste der rund 370 an dem Marathon teilnehmenden Fahrzeuge zur dritten Etappe nach Brescia gestartet.

Auf dem letzten Teilstück des 1.600 Km Rundkurses führt der Weg die Rallye-Teilnehmer u.a. durch Siena, Florenz, Modena, Parma bis nach Brescia. Am Ausgangspunkt der legendären Rallye, wo die Klassiker am Donnerstag (17. Mai) aufgebrochen waren, werden sie heute Abend ab 22 Uhr erwartet. Hier findet am Sonntag dann die Siegerehrung statt.

Nicht nur bei den Teams in den Cockpits wird die Müdigkeit nach diesem Marathon der Begeisterung über das Erlebte weichen. Stehvermögen und eine Riesenportion Enthusiasmus bringen auch Hunderttausende Zuschauer mit an die Strecke und die Stopps, wie heute beispielsweise am Futa und Raticosa Pass. Letzten Endes ist ihre Euphorie und die Freude an der Auseinandersetzung von Mensch und Technik das Salz in der Suppe. Denn bei diesem Rennen ist nicht der sprichwörtliche "Weg das Ziel" und gemächliches Dahingleiten angesagt. Die teilnehmenden Fahrzeuge wurden kreiert, um Rennen zu fahren und nach Möglichkeit auch zu gewinnen. Also das Potenzial haben alle unter ihrer Haube. Entsprechend ambitioniert werden die 1.000 Meilen quer durch Italien auch unter die Räder genommen.

Das Fahrzeugfeld verschafft den Zuschauern einen Eindruck von den Fahrzeugen, die bereits bei der ursprünglichen Mille Miglia in den Jahren 1927 bis 1957 kräftig mitgemischt haben. Entsprechend stark vertreten ist diesmal selbstverständlich wieder Alfa Romeo mit 37 Klassikern. Die Marke gab vor dem Krieg bei dieser Rallye den Ton an. Später war es Ferrari.

Seit ihrem Aufleben vor 35 Jahren gilt die Mille Miglia als "das Rennen in Italien schlechthin", erklärt Giuliano Canè deren Phänomen. Und er weiß, wovon er spricht, schließlich hat er die Mille Miglia storica bereits neunmal gewonnen. Für Rennprofi Jochen Maas steht fest, dass es nur wenige Ereignisse auf der Erde gibt, "die mit soviel Charakter ausgestattet sind wie die Mille Miglia". Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass mittlerweile so zahlreich um einen Startplatz beworben wird; mehr als 1.350 Teams aus 25 Ländern wären gern dabei gewesen. Entsprechend bunt ist das Feld der Fahrzeuge.

Alfa Romeo stellt zwar den stärksten Teilnehmerkreis, doch auch Mercedes ist mit 30 Fahrzeugen sehr präsent. Darunter die berühmten Flügeltürer, SSK-Modelle und der 300 SLR, mit dem Stirling Moss 1955 die Mille Miglia gewann. In dieser Zeit machte auch ein leistungsstarker VW Käfer von sich reden, der es durchaus mit seiner größeren und höher motorisierten Konkurrenz aufnahm. In diesem Jahr gehören drei modifizierte Käfer zum Starterfeld. Insgesamt sind 17 Fahrzeuge aus dem VW-Konzern und Porsche mit dabei. Bugatti hat seine Renngeräte Type 35 und Type 51 an den Start gebracht, Bentley zwei legendäre "Blower", und Audi Tradition tritt unter anderem mit dem DKW 3=6 Monza und dem DKW F91 an. Automobile Preziosen von Porsche dürfen nicht fehlen: Zwei Porsche 550 Spyder und zwei Porsche 356 Speedster geben sich die Ehre.

auto-reporter.net/arie

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