Mörbisch im August: Oldtimer trifft Operette

Operetten-Seligkeit trifft Oldtimer-Nostalgie: Die schönsten klassischen Automobile von den 1920er bis zu den 1970er-Jahren präsentieren sich am 21. August am Mörbischer Seeufer.

Die bislang gemeldeten Fahrzeuge versprechen eine grandiose Stimmung, wenn sie vor der Kulisse der Seefestspiele Mörbisch paradieren. Dabei werden die Fahrzeuge in neun unterschiedlichen Klassen gewertet, wobei neben acht Kategoriepreisen (moderne Sportwagen werden hier nicht gewertet) auch das "Best car of show" ermittelt wird.

Eine eigene Sonderwertung gibt es für moderne Sportfahrzeuge mit kommendem Kultstatus; die hochkarätige Jury steht unter dem Vorsitz von Dr. Winfried Kallinger, dem Präsidenten des ÖMVC. Der Reiz des Neusiedlersees und eine Parade der klassischen Fahrzeuge durch Mörbisch nach Rust und zurück setzt einen reizvollen Kontrapunkt zum Ambiente der international bekannten Concours wie Villa d‘Este am Comer See oder Pebble Beach in Kalifornien. Vor der Abendvorstellung "Der Zarewitsch" auf der Seebühne bietet der Concours d’Elegance auf einem speziellen Parkplatz des Festspielgeländes allen Autoliebhabern erneut die Gelegenheit, diese automobilen Träume nochmals zu erleben. Der Concours d’Elegance Mörbisch soll das alljährliche Event klassischer, historischer Fahrzeuge während der Festspielzeit werden und hat die Ambition, auch international einen entsprechenden Stellenwert zu erlangen.

Concours d'Elegance - was ist das?

Diese Frage wird in Österreich immer wieder gestellt; um die Wahrheit zu sagen: hierzulande gibt es dafür kaum Tradition. Ganz im Gegensatz zu Italien, am Beispiel Villa dÉste, Deutschland mit Lauenburg oder Schloss Dyck oder in den USA den Pebble Beach. Schüchterne Versuche gab es schon zu Zeiten der Sandbahnrennen in der Wiener Krieau, elegante Damen wurden dort in noble Karossen gesetzt und waren hauptsächlich damit beschäftigt, ihre Hutpracht unter Kontrolle zu halten. Mörbisch soll am 21. August diese Situation beenden, denn in Österreich gibt es eine begeisterte Oldtimergemeinde, aber weit und breit keinen Concours.

Was passiert bei einem solchen Bewerb? Wie der Name schon sagt, geht es um Eleganz, um Optik und um Schönheit rund um rollende Kulturgüter. Nicht entscheidend sind Geschwindigkeit oder Sekunden sondern Originalität, Seltenheit, Pflegezustand und Präsentation stellen die wichtigsten Kriterien für die Bewertung durch die Jury. Ein VW Brezelkäfer im Zustand von 1952 hat dort ebenso seine Auftrittsberechtigung, wie ein Kompressor Mercedes, Baujahr 1936 oder ein Austro Daimler aus 1920. Man glaubt gar nicht, welche Schätze in heimischen Garagen schlummern, und der Concours soll eine Einladung sein, die Tore zu öffnen. Selbst Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmid hatte in einer Diskussion Ende vorigen Jahres gegen Kultur auf vier Rädern nichts einzuwenden. Sie betonte dabei, dass damit auch die Geschichte Österreichs in Verbindung mit unserer technischen Ingenieurkunst dokumentiert wird. Einmalig für alle Concours Veranstaltungen in Europa: das Siegerauto wird in der Pause der Abendvorstellung den 6.000 Besuchern auf der Seebühne vorgestellt.

Kommentare