Alfa Romeo MiTo - Testbericht

Der kleine Alfa Romeo MiTo zählt zu den beliebtesten Autos der italienischen Marke. In unserem Test zeigt er, was in ihm steckt.

Mit dem MiTo rundet Alfa Romeo seit 2008 die Modellpalette nach unten hin ab. Gleich vom Start weg war der MiTo ein voller Erfolg und 2009 auch das beliebteste Modell von Alfa Romeo in Österreich. Ein Grund für den Erfolg ist sicher auch, dass der kleine Italiener mit einem "Casanova-Gen" gesegnet ist. Der treuherzige Blick und die knackige Form lassen die Herzen der Frauen höher schlagen, wenngleich der MiTo aber mit seinen sportlichen Genen auch zum besten Kumpel des Mannes werden kann. Vor allem, wenn er wie unser Testauto mit dem 1,4 Liter Multi Air Turbojet mit 135 PS ausgestattet ist. Der Listenpreis in der "Distinctive" Ausstattungsline liegt bei 20.060 Euro.

Für einen noch sportlicheren Auftritt hat unser Testfahrzeug dann noch das Sportpaket 17" (enthält Nebelscheinwerfer, Stoßfänger hinten mit Diffusor, 17"-Leichtmetallräder "Sport 2", Anzeigeinstrumente SPORT und einen Heckspoiler), Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Scheinwerferwaschanlage, die Sonderlackierung "Nero Etna" und Einstiegsleuchten mit MiTo-Schriftzug erhalten.

Mehr Komfort haben uns dann das Komfortpaket (enthält eine Mittelarmlehne vorne mit Ablagefach, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat, Lendenwirbelstütze für den Beifahrer, Einparkhilfe hinten und eine 12V Steckdose im Gepäckraum) und das Infotainmentpaket 2 mit Blue&Me Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Radio-/Telefonbedienung am Lenkrad, Audiosystem mit CD/MP3-Player und abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule geboten. So ausgerüstet klettert der Preis auf 24.047 Euro, eine Summe, die in Anbetracht von Leistung und Ausstattung in Ordnung geht.

Zusätzlich bekommt man mit dem MiTo noch ein Designerstück geliefert, das sich vom oftmaligen Einheitsbrei in dieser Klasse wohltuend positiv abhebt. Die Mischung aus knuddeligem Kleinwagen und sportlicher Eleganz macht den MiTo sehr interessant. Der 406 cm lange Italiener macht aber nicht nur von außen betrachtet einiges her, auch der Innenraum besticht mit sportlichem Flair und verhältnismäßig viel Platz. Besonders gut stehen dem MiTo die Sport-Armaturen, die rot/schwarzen Sportsitze und die Armaturenbrettverkleidung im Carbon-Look. Das Ganze wird dann noch mit jeder Menge Applikationen in Chrom-Optik verfeinert.

Die Frontpassagiere können sich zudem über viel Platz freuen, im Heck geht es schon enger zu. Vor allem die Kopffreiheit ist für groß Gewachsene sehr eingeschränkt. Das Kofferraumvolumen bewegt sich mit 270 Liter im Schnitt der Klasse und kann durch Umklappen der Rücksitzbank noch auf 950 Liter erweitert werden.

Neben der sportlichen Gestaltung des Innenraums kann dieser auch mit einer guten Funktionalität überzeugen. Man findet sich auf Anhieb zurecht, und alle Schalter und Hebel sind sehr gut positioniert und auch dimensioniert. Man findet auch sofort eine passende Sitzposition, vor allem das Lenkrad verfügt über einen weiten Verstellbereich, sowohl in der Länge als auch in der Höhe. Die Sitze selbst bieten hervorragenden Seitenhalt, sind aber auch recht straff gepolstert. Wer gerne weich sitzt, wird mit den Sportsitzen des MiTo nicht die größte Freude haben. Aber der MiTo möchte ja auch der Sportler unter den kleinen Autos sein, und in dieser Disziplin ist er nicht nur optisch gut.

Der neue 1,4 Liter MultiAir-Turbojet-Motor mit 135 PS passt hervorragend zum MiTo und unterstreicht dessen sportlichen Anspruch noch mehr. Mit 135 PS unter der Haube wird der kleine Italiener mit dem treuherzigen Blick zur knackigen Rennsemmel. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der MiTo in 8,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 207 km/h. Dank des Drehmoments von 230 Nm, welches bei 3.000 U/Min bereit steht, hat man auch beim Durchzugsvermögen genug Power parat. Das 5-Gang-Getriebe lässt sich zudem sehr leichtgängig schalten und ist sehr kurz abgestimmt.

Die Schaltempfehlungsanzeige mahnt schon bei 50 km/h, in den 5. Gang zu schalten, was für einen sparsamen Verbrauch sorgen soll. Selbst bei dieser Geschwindigkeit reagiert der MiTo gleich beim Tipp aufs Gaspedal, für ein Überhohlmanöver schaltet man aber trotzdem gerne zwei Gänge weiter runter. Ein 6. Gang wäre bei der Spreizung der Gänge schon wünschenswert, denn bei über 100 km/h wird es durch das hohe Drehzahlniveau im Innenraum schon recht laut, was sportlich orientierte Fahrer aber auch kaum stören wird.

So richtig sportlich wird es dann aber mit der "DNA". Mit Hilfe eines kleinen Wahlschalters in der Mittelkonsole kann der Fahrer zwischen drei Fahrprogrammen wählen. Bei jedem Start ist automatisch das "N" für das Normalprogramm aktiviert. Bei schlechtem Wetter empfiehlt sich das "A" der DNA, welches für "All Weather" steht und Kraftübertragung und Lenkung auf diese Fahrsituation hin abstimmt.

Wer jedoch den Sportgeist des MiTo wecken möchte, ist mit "D" für Dynamik in der richtigen Position. Um die Funktion genau zu spüren, empfiehlt es sich, während der Fahrt den Modus zu wählen, was bis 100 km/h möglich ist. Schiebt man den Schalter in Richtung "D", zieht der MiTo bei gleich bleibender Gaspedalposition gleich noch ein Stück besser weg, und die Lenkung wird noch direkter. Die Verwandlung vom ruhigen Cruiser zum beinharten Sportler erfolgt dabei im Bruchteil einer Sekunde, und die ganze Fahrcharakteristik ändert sich um 180 Grad - das macht Spaß!

Beim schon von Haus aus sehr sportlichen Fahrwerk merkt man jedoch kaum einen Unterschied, der MiTo ist schon im Normalmodus sehr straff gefedert. Daraus resultiert natürlich auch eine perfekte Straßenlage, der sportliche Italiener klebt förmlich am Asphalt.

Dass wir mit dem sportlichen Auftritt des MiTo trotz bestens arbeitender Start-/Stopp-Automatik nicht auf den vom Werk angegebenen Verbrauch von 5,6 Liter auf 100 Kilometer gekommen sind, verwundert uns auch wenig. Wer die sportlichen Gene des MiTo nicht zum Leben erweckt, der wird sicher in die Region von 6 Liter kommen, bei unserer Testrunde war er jedoch nicht unter 7,7 Liter zu bekommen. Ein Wert, der in Anbetracht von Leistung und Fahrspaß aber noch in Ordnung geht, jedoch vom versprochenen weit entfernt ist.

Der Alfa Romeo MiTo ist auf jeden Fall der Sportler in der Kleinwagenklasse und bietet jede Menge Fahrspaß und eine Top-Verarbeitung zum vernünftigen Preis. Wer einen wendigen Wagen mit diesen Voraussetzungen sucht, liegt beim MiTo 1,4 MultiAir Turbojet Gold richtig.

Was uns gefällt:
Der Motor, die "DNA", die Ausstattung

Was uns nicht gefällt:
Die Geräuschkulisse bei hohem Tempo, das Platzangebot in der zweiten Reihe

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 2
  • Fahrleistung: 1
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 3
  • Kofferraum: 2-
  • Ablagen: 2
  • Übersichtlichkeit: 2-

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