Audi A3 Cabrio : Testbericht

Käufer haben die Wahl zwischen zwei Verdeck-Ausführungen und drei Verdeckfarben

Noch vor den Schwalben künden Jahr für Jahr neue Cabrios den Frühling an, dieses Jahr sogar schon im Jänner und Februar, was hoffentlich auf einen frühen und langen Sommer schließen lässt. Es wäre ja auch zu schade, wenn man sein neues Audi A3 Cabrio zu oft mit geschlossenem Verdeck genießen müsste.

Mit dem Audi A3 Cabrio schicken die Ingolstädter einen kompakten Viersitzer ins Rennen um die Kundengunst in einer Nische, in der er sich nicht allein tummeln wird. Mit dem BMW 1-er Cabrio und dem Mini Cabrio sind es besonders die Münchner, mit denen sich der neue Deutsche messen muss.

Allen drei ist gemein, dass sie von einem Stoffverdeck behütet werden. Bei Audi hat man gleich die Wahl zwischen zwei Verdeck-Ausführungen und drei Verdeckfarben (optional). Die besser isolierte Version lässt sich vollautomatisch öffnen und schließen. Dabei erreicht sie Zeiten, wie man sie bisher nur vom Blechdach des Mazda MX5-Roadsters gewohnt war. Das Verdeck öffnet in neun Sekunden und schließt in elf Sekunden. Beim Öffnen faltet es sich Z-förmig hinter der Rücksitzbank so zusammen, dass eine Klappe oder Persenning nicht nötig wurde.

Das Verdeck schließt glatt mit der Karosserie ab, nur die Endstücke der beiden Hauptarme sind dann noch sichtbar, stören aber den Gesamteindruck nicht. Der Blick nach hinten wird nicht durch einen Höcker versperrt , wie er bei so manchem Blech-Faltdach nötig ist. Die Schulterlinie zieht sich beim Audi ungestört vom Bug zum Heck. Sie verläuft allerdings vergleichsweise hoch, was sich aus dem insgesamt kompakteren Auftritt des 4,24 Meter langen A3 ergibt.

Ein rundes Gesicht mit hohen "Wangenknochen" und einem nicht allzu freundlichen bis aggressiven Ausdruck seiner Scheinwerfer-Augen mit auffälligem LED-Tagfahrlicht geht in eine hohe Motorhaube über, deren Massigkeit dem Fußgängerschutz geschuldet ist. Dahinter steht die Frontscheibe erfreulich steil, aber nicht sehr hoch. Denn die Flanken reichen dem Fahrer fast bis in Schulterhöhe. Zum Ende hin beherrschen zwei Überrollbügel hinter den Rücksitzen das Bild.

Den Abschluss bildet ein Heck mit weit in die Kofferraumklappe hineingezogenen Rückleuchten. Unter der Klappe finden 260 Liter Gepäck Raum . Wem das nicht reicht, der kann die Rücksitze einzeln oder zusammen umklappen und dann Ladungen bis zu 674 Liter und 1,50 Meter Länge unterbringen. Rund 500 Kilogramm dürfen dem leer gut 1400 kg schweren Audi zugemutet werden.

Innen findet man sich in einem Umfeld wieder, wie man es vom A3 Sportback bisher schon gewohnt ist: Sachlich-moderne Inneneinrichtung mit sportivem Flair in höchster Verarbeitungsqualität. Hier bleibt auch das Cabrio dem Stil des Hauses treu.

Vier Motoren stehen zur Wahl: zwei Benziner (1.8 T FSI, 2.0 T FSI) und zwei Diesel (1.9 TDI, 2.0 TDI). Wir fuhren beim ersten Kennenlernen den 2.0 TFSI mit 147 kW / 200 PS. Der Direkteinspritzer mit Abgasturboladung und Ladeluftkühlung stemmt immerhin zwischen 1.800 Umdrehungen pro Minuten (U/min) und 5.000 U/min ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmeter (Nm) auf die Räder, ebenso viel wie sein großer Diesel-Bruder.

In der Verbindung mit dem Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe S-tronic ergibt sich so ein unterbrechungsfreier, angenehmer und heftiger Vortrieb. Die 100 km/h sind nach 7,3 Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt oberhalb 230 km/h . Der Durchschnittsverbrauch nach EU-Norm liegt bei 7,8 Litern , der Kohlendioxidausstoß bei 181 Gramm pro Kilometer .

Nicht dass der große Diesel oder der kleinere Benziner nicht ebenfalls beeindruckende Fahrleistungen erzielten - aber die 2.0 TFSI mit der S-tronic bilden eine traumhaft schöne Kombination, auch beim Gleiten durch die Sonne in Stadt und Land. Wer es gern auch einmal schneller angehen lassen möchte, wird rasch spüren, dass der A3 auch an Kurven seinen Spaß hat. Man muss ihn und sich quälen, um ihm eine leichte Neigung zum Untersteuern zu entlocken. Es ist schon erstaunlich, wie agil sich heute auch Fronttriebler wie dieser über enge Bergstraßen bewegen lassen.

Gut bewegen wird sich das Audi A3 Cabrio auch in seiner Marktnische . Es setzt sich von seinen Wettbewerbern formal und technisch deutlich ab und präsentiert sich mit ganz eigenem Charakter als kompaktes, gediegenes und hochwertiges Fahrzeug . Zu seinem Erfolg wird auch der Preis beitragen. Denn ausstattungsbereinigt hält er doch einigen Abstand zu den Münchnern.

auto reporter

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