Audi A3 e-tron: Plug-in-Hybrid im Test

Mit dem A3 e-tron bietet Audi sein Kompakt-Modell als Plug-in-Hybrid an. Wir haben getestet, ob Fahrspaß oder Sparsamkeit an erster Stelle steht.

Als neuestes Modell der A3-Familie ist der A3 Sportback e-tron auf den Markt gekommen. Mit einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor möchte Audi einen sparsamen Begleiter für jeden Tag anbieten, der aber durchaus auch mit viel Fahrspaß glänzen soll. Mit einem Listenpreis von 39.900 Euro ist der A3 e-tron auf jeden Fall schon mal recht teuer, wobei auch die Serienausstattung recht überschaubar bleibt. Zwar sind eine elektronische Klimaanlage, ein Multifunktions-Sportlederlenkrad, Sportsitze und elektrische Fensterheber vorne und hinten mit dabei, auf einen Tempomat, eine Mittelarmlehne oder moderne Assistenzsysteme muss man aber verzichten.

Gegen Aufpreis hatten wir noch eine 4-Wege-Lendenwirbelstütze, Sitzheizung vorne, ein Ablage- und Gepäckraumpaket, eine Diebstahlwarnanlage, die Einparkhilfe plus vorne und hinten, das Glanzpaket, das Lichtpaket, eine Mittelarmlehne vorne, das MMI Navi, ein Panorma-Glasdach und 18"-Alufelgen mit dabei. Der Gesamtpreis klettert damit auf 49.080 Euro, bis auf den fehlenden Tempomat und Assistenzsysteme ist der A3 e-tron dann aber auch schon mit allem ausgestattet, was man sich wünscht.

Im Innenraum erkennt man den Plug-in-Hybriden an einer geänderten Tachoeinheit, wo statt dem Drehzahlmesser nun eine Energieanzeige zu finden ist, die den Fahrer darüber informiert, ob er effizient unterwegs ist oder nicht. Auch das aus der Mittelkonsole elektrisch ausfahrbare Display wurde leicht adaptiert und zeigt auf Wunsch neben Radio und Navi auch den Leistungsfluss an.

Der restliche Innenraum zeigt sich wie bei allen anderen A3 Sportback-Modellen, lediglich der Kofferraum ist durch die Hybrid-Technik, die unter dem Kofferraum untergebracht ist, auf 280 Liter Fassungsvermögen geschrumpft. Den Passagieren steht aber das gleiche Raumangebot wie in den anderen A3-Modellen zur Verfügung. Sehr gut gefallen haben die Sportsitze, die mit perfektem Seitenhalt und verstellbarer Schenkelauflage überzeugen können.

So sportlich die Sitze sind, so sportlich soll der Plug-in-Hybrid auch zu bewegen sein, die Eckdaten stimmen auf jeden Fall schon sehr positiv. Unter der Haube werkt der bewährte 1,4 Liter TFSI-Motor mit einer Leistung von 150 PS (110 kW), der sein maximales Drehmoment von 250 Nm zwischen 1.500 und 3.500 U/Min bereit stellt. Unterstützt wird er dabei von einem 75 kW starken Elektromotor. Die Systemleistung liegt bei 204 PS (150 kW) und das maximale Drehmoment bei 350 Nm.

Geschaltet wird über eine 6-Gang-S tronic, die die Kraft an die Vorderräder leitet. Bei Kombination von E- und Benzin-Motor hat die Elektronik dann schon alle Hände voll zu tun, um die Kraft auch auf die Straße zu bringen. Die 300 Nm Drehmoment des E-Motors stehen nämlich gleich zum Start zur Verfügung, und so sprintet der A3 e-tron auf den ersten Metern so flott weg, dass man es durchaus auch mit einem S3 aufnehmen kann.

Wenn beide Motoren gemeinsam werken, sprintet der A3 e-tron in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 222 km/h schnell. Sehr ansprechend ist dabei auch die Straßenlage, die im Vergleich zu den anderen A3-Modellen durch den niedrigeren Schwerpunkt nochmals deutlich besser ist. Im reinen E-Modus beschleunigt man in nur 4,9 Sekunden von 0 auf 60 km/h, die Höchstgeschwindigkeit im E-Modus ist auf 130 km/h limitiert.

Mit den 8,8 kWh großen Batterien an Bord soll man laut Werk rund 50 Kilometer rein elektrisch unterwegs sein können, in der Praxis schafft man jedoch eher 30 bis 35 Kilometer. Danach werden die Batterien zu einem kleinen Teil wieder während der Fahrt aufgeladen, damit man auch weiterhin die Vorzüge des Hybrid-Antriebs genießen kann. Wer die nur 1,7 Liter Verbrauch erreichen möchte, die das Werk verspricht, wird aber auf jede Art von Fahrspaß verzichten und den Windschatten von LKWs suchen müssen.

Dann wäre es durchaus möglich, da der Audi A3 e-tron über einen sehr guten Segelmodus verfügt. Geht man nämlich vom Gaspedal weg, geht der kompakte Audi nicht in den Rekuperations-Modus um die Batterien aufzuladen, sondern in einen Segelmodus, der einen gefühlt von Baden bis Wr. Neustadt segeln lässt. Steigt man dann wieder aufs Gas, schaltet sich der Benzin- oder Elektromotor hinzu. Wobei der Übergang vom E-Motor auf den Benzin-Motor auch sehr sanft und fast unmerkbar erfolgt.

Dennoch haben wir bei unserer Verbrauchsrunde, die über 100 Kilometer führt und Stadt, Landstraße sowie Autobahn beinhaltet, nur einen Verbrauch von 4,2 Liter realisieren können. Das ist kein schlechter Wert, jedoch deutlich von den 1,7 Liter entfernt. Wer danach die Batterien nicht wieder auflädt und seltener in den Genuss des Hybrid-Modus kommt, erreicht einen Verbrauch von gut 5,5 Liter. Was der Hybrid-Modus an Energie spart, wird hier durch das Mehrgewicht der Antriebstechnologie wieder verbraucht.

Eine gute Alternative ist der A3 e-tron auf jeden Fall für jene, die über einen recht kurzen täglichen Weg zur Arbeit verfügen und so unter der Woche rein elektrisch unterwegs sein können. Hier zeigt der A3 dann sein ganzes Sparpotential, und man kann dennoch am Wochenende mit dem gleichen Auto weite Strecken zurück legen, ohne dass nach 100 Kilometern eine Steckdose aufgesucht werden muss.

Der A3 e-tron ist aber auch eine gute Alternative für jene, denen der S3 zu teuer ist, die aber dennoch sehr viel Wert auf Sportlichkeit legen. In unserem Test hat der A3 e-tron nämlich gezeigt, dass er mehr der Spaßmacher als der Sparmeister ist.

Was uns gefällt:

der Fahrspaß, die Straßenlage, die Fahrleistungen, die Sitze

Was uns nicht gefällt:

dass der A3 e-tron nicht so sparsam ist wie erwartet, dass um diesen Preis noch immer kein Tempomat an Bord ist

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 2
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3-
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1-

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