Audi A4 Avant 3,0 TDI quattro - Testbericht

Der Audi A4 bietet ein weites Spektrum an Motoren und Ausstattungen. Für unseren Test haben wir den praktischen Kombi mit dem starken Diesel und Allradantrieb gewählt.

Im Frühjahr hat Audi dem A4 ein Facelift spendiert und ihn optisch näher an die neueren Modelle gebracht. Vor allem die geschärfte Frontpartie mit den neu gestalteten Leuchteinheiten fällt besonders auf.

Ein Erfolgsgeheimnis des Audi A4 ist, dass er in fast unzähligen Varianten erhältlich ist und ein breites Spektrum an Individualisierungsmöglichkeiten bietet. Die Palette reicht dabei von der braven Limousine mit unauffälligem Auftreten bis zum RS4 Avant, der mit Sportwagen-Feeling und auffälligen Spoilern eine ganz andere Zielgruppe anspricht.

Für unseren Test haben wir ein Modell gewählt, welches etwas unter dem RS4 Avant angesiedelt ist, mit dem Basismodell aber ebenfalls wenig gemeinsam hat. Der A4 Avant 3,0 TDI quattro im S line-Trimm bietet eine perfekte Mischung aus Fahrspaß, sportlicher Optik und trotzdem einem noch unauffälligen Vorankommen, welches mit dem RS4 Avant keinesfalls mehr gegeben ist.

Preislich startet der A4 Avant 3,0 TDI quattro inkl. der 7-Gang S-tronic bei 51.190 Euro. Mit an Bord sind da schon ABS, ESP, sechs Airbags, eine Klimaautomatik, ein 6,5 Zoll Bildschirm, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Dynamikfahrwerk, Heckleuchten in LED-Technik, Xenon Plus Hauptscheinwerfer, ein Multifunktionslederlenkrad und 16"-Leichtmetallfelgen.

Unser Testfahrzeug zeigt aber, dass auch hier noch viel Luft nach oben hin ist. Als Sonderausstattung hatten wir das komplette S line Paket (Exterieurpaket, Sportpaket, Feinnappa-Ledersportsitze, Sportlenkrad und Leichtmetallfelgen), Adaptive Light, Audi Drive Select, den Audi side assist und lane assist, das Audi-Soundsystem, das Business- und Komfortpaket inkl. MMI plus, die Einparkhilfe plus mit Rückfahrkamera, Fernlichtassistent, das Optikpaket schwarz, ein Panoramaschiebedach, das Sportdifferential, elektrisch verstellbare Sitze, abgedunkelte Scheiben hinten und die ISOFIX Kindersitzbefestigung an Bord.

Der Gesamtpreis summiert sich so auf 74.131,81 Euro und ist der Mittelklasse eigentlich entwachsen. Dafür präsentiert sich der teure Audi auch als absoluter Hingucker. Die Lackierung in "Ibisweiß" unterstreicht die sportlichen Züge des S line Pakets, und auch der Innenraum sorgt mit viel Sportlichkeit, Top-Verarbeitung und hochwertigen Materialien für ein absolutes Wohlfühlambiente.

Ein Mix aus feinstem Leder, Alueinlagen und der sportlichen Armaturenlandschaft erfreut das Auge, und auch die Bedienung aller Funktionen gibt keine Rätsel auf.

Die MMI-Steuerung ist absolut logisch zu bedienen, und auch alle anderen Funktionen liegen gut zur Hand. Etwas enttäuschend ist lediglich, dass man beim Preis von 51.190 Euro noch immer auf eine 2-Zonen-Klimaautomatik verzichten muss, diese sollte in einer solchen Preisklasse zum Standard gehören.

Sportlich geschnitten ist dann auch das Platzangebot im Audi A4 Avant. Während die Passagiere der ersten Reihe noch fürstliche Platzverhältnisse vorfinden, wird es in dem knapp 470 cm langen Kombi im Fond recht eng. Vor allem die Kniefreiheit könnte größer sein, durch das hohe Kombidach ist aber zumindest die Kopffreiheit auch auf den hinteren Plätzen gut.

Großzügiger ist dann der Gepäckraum ausgefallen, der mit 490 Liter Fassungsvermögen zwar nicht zu den größten seiner Klasse zählt, jedoch auch nicht zu den kleinsten. Durch Umklappen der Rücksitze entstehen sogar 1.430 Liter Stauraum.

So richtig auftrumpfen kann der Audi dann wieder mit seiner Motorisierung. Die Vorzüge des 3,0 Liter V6 Common-Rail-Diesels konnten wir schon in den größeren Modellreihen genießen, im kleineren Audi A4 sorgt der 245 PS (180 kW) starke Motor dann sogar für noch mehr Fahrspaß.

Sein maximales Drehmoment von 500 Nm erreicht der sportliche Kombi zwischen 1.400 und 3.250 U/Min, womit schon knapp über Leerlaufdrehzahl enorm viel Kraft zur Verfügung steht.

Drückt man ganz zart aufs Gaspedal, kann man den A4 Avant auch ganz unspektakulär bewegen, drückt man das Gaspedal durch, entfesselt man die volle Leistung und erweckt den Sportsgeist des Kombis. Dann ist man in nur 6,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h und bis zu 250 km/h schnell, bis die Elektronik in den Vorwärtstrieb eingreift und abregelt.

Wie gewohnt erledigt dabei auch die 7-Gang S tronic ihre Arbeit vorzüglich und verwöhnt mit sehr schnellen, aber zarten Schaltvorgängen. Wer möchte, kann die Gänge auch via manueller Schaltgasse selbst sortieren, Not dafür besteht aber keine, so fein arbeitet die Automatik von selbst.

Mittels des "drive select"-Schalters kann man auch die Abstimmung von Lenkung, Schaltzeitpunkt, Gaspedalkennlinie und Fahrwerk regeln. Die Modi "comfort", "auto", "sport" und "individuell" stehen dabei zur Verfügung, wobei man im Modus "auto" immer gut unterwegs ist. Die Elektronik registriert sehr schnell die Wünsche des Fahrers und stimmt die Systeme darauf hin ab. Für vollen Fahrspaß sorgt natürlich der "sport"-Modus, bei dem schon fast Sportwagen-Feeling aufkommt.

Dabei bleibt der A4 selbst im Sport-Modus noch angenehm komfortabel und empfiehlt sich so auch als Kilometerfresser für Vielfahrer. Dank dem quattro Allradantrieb, der die Kraft automatisch je nach Bedarf auf alle vier Räder verteilt, liegt der sportliche Ingolstädter auch perfekt auf der Straße. Um den A4 Avant aus der Ruhe zu bringen, muss man sich schon wild spielen, so souverän liegt der Kombi auf der Straße.

Dabei hält sich der Verbrauch in Bezug auf den Fahrspaß auch noch in Grenzen. Den kombinierten Verbrauch von 5,9 Liter, den das Werk angegeben hat, erreicht man aber wohl nur bergab und mit Rückenwind. Wir sind im Schnitt mit 7,8 Liter über die Distanz von 100 Kilometer gekommen, was in Anbetracht von Leistung und Fahrspaß durchaus in Ordnung geht.

Der Audi A4 Avant 3,0 TDI quattro vermittelt auf jeden Fall viel Fahrspaß und ist ein idealer Begleiter für Vielfahrer, die auf Spaß beim Fahren nicht verzichten wollen, aber ein geräumiges Auto suchen. Verarbeitung, Materialanmutung und Design sind sicher der Preisklasse entsprechend, wenngleich unser Testwagen nicht gerade zu den günstigsten Vertretern seiner Klasse zählt.

Was uns gefällt:

Der Fahrspaß, die Straßenlage, die Ausstattung, der Komfort

Was uns nicht gefällt:

Das Platzangebot im Fond, der Preis

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1-

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