Audi A6 Allroad quattro 3.0 TDI - Testbericht

Die neueste Generation des A6 ist auch wieder in einer Allroad-Version verfügbar. Wir haben den starken Diesel im Offroad-Look getestet.

Mit den Allroad-Modellen hat Audi auf Anhieb viele Freunde gewonnen, auch die neueste Version des A6 Avant ist wieder in der praktischen Ausführung erhältlich. Der Allroad schließt dabei gekonnt die Lücke zwischen normalem Kombi und SUV und ist für jene bestens geeignet, die auch mal abseits befestigter Straßen unterwegs sein müssen, aber nicht auf den absoluten PKW-Komfort verzichten möchten. Optisch erkennt man den A6 Allroad an den grauen Leisten rund um die Radhäuser, den Seitenschwellern und der Heckschürze, sowie einer leicht geänderten Frontschürze mit viel Chrom.

Für unseren Test haben wir den A6 Allroad mit dem starken Diesel mit 245 PS (180 kW) gewählt, der zum Preis von 66.170 Euro schon eine gute Ausstattung mit an Bord hat. Unter anderem verfügt er serienmäßig über ESP, ABS, sechs Airbags, die "adaptive air suspension", das Audi pre sense basic, einen Bergabfahrassistent, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Licht- und Regensensor, ein MMI-Radio und 18"-Leichtmetallfelgen.

Das Testfahrzeug hatte jedoch noch eine Fülle an weiteren Ausstattungshighlights an Bord. Mit Metallic-Lackierung, CD-Wechsler, Audi music Interface, der Einparkhilfe Plus, Dekoreinlagen in Nussbaumwurzelholz, Tempomat, 4-Zonen-Komfortklimaautomatik, MMI-Navigationssystem, Sitzheizung, 19"-Alufelgen, Xenon plus Scheinwerfern, Sportledersitzen und noch einigen weiteren Kleinigkeiten kommt unser Test-Allroad auf einen Gesamtpreis von 84.404,83 Euro.

Besonders gut steht ihm dabei die Kombination aus der Javabraun-Metallic-Lackierung, den grauen Ledersitzen und den Nussbaumwurzelholzeinlagen. Die Mischung aus rustikalem Outfit und noblem Ambiente hat viel Charme, und man fühlt sich im A6 Allroad ebenso wohl, wie in den anderen A6-Modellen.

Verarbeitung und Materialanmutung sind wie gewohnt top, und auch die Bedienung aller Funktionen gibt dem Fahrer keine Rätsel auf. Einige Funktionen wie etwa die Bergabfahrhilfe oder die Verstellmöglichkeit der Luftfederung ergänzen dabei den gewohnten Umfang des A6 Avant.

Das vorzügliche Platzangebot spricht weiter für den praktischen Allroad, auf allen Plätzen finden selbst groß gewachsene Personen viel Platz. Der Einstieg wird durch die erhöhte Bodenfreiheit des A6 Allroad dabei noch bequemer. Die bequemen Sportsitze bieten viel Komfort auf Langstrecken, aber auch perfekten Halt in schnell gefahrenen Kurven.

Mit einem Kofferraumvolumen von 565 Liter bietet der Alleskönner auch noch genug Stauraum, durch Umklappen der Rückbank erreicht man sogar ein Volumen von 1.680 Liter.

Für ein zügiges Vorankommen sorgt der 3,0 TDI mit 245 PS (180 kW), der an die schnell und komfortabel schaltende 7-Gang S tronic geknüpft ist. Sein maximales Drehmoment von 580 Nm erreicht der Diesel zwischen 1.750 und 2.500 U/Min, aber schon vom Stand weg steht genug Kraft zur Verfügung.

Trotz eines Gesamtgewichts von rund 2 Tonnen sprintet der A6 Allroad 3,0 TDI geschmeidig wie eine Gazelle davon. Auch der Zwischenspurt wird durch einen beherzten Tritt aufs Gaspedal zur sekundenschnellen Angelegenheit, wodurch Überholvorgänge zum Kinderspiel werden. In nur 6,6 Sekunden sprintet der hochgelegte Kombi von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 236 km/h schnell.

Durch die individuelle Einstellungsmöglichkeit der Luftfederung lässt sich der A6 Allroad genau so sportlich bewegen, wie seine weniger offroadtauglichen Brüder. Im Vergleich zur Auto-Einstellung der Federung wird das Fahrzeug im Sport-Modus etwas abgesenkt.

Das Gegenteil passiert dann, wenn man den Allroad-Modus wählt, bei dem das Fahrzeug von 22 cm auf rund 26,5 cm angehoben wird, um auch abseits befestigter Straßen gut voran zu kommen, ohne dass der Unterboden Schaden nimmt.

Die robuste Auslegung der Front- und Heckschürze hilft zusätzlich bei Fahrten im Gelände. Mit der Bergabfahrhilfe wird dann auch steileres Gefälle bravourös gemeistert. Der quattro Allradantrieb sorgt dabei immer für die passende Kraftverteilung auf alle vier Räder.

So macht der A6 Allroad sowohl im Gelände, als auch auf der Autobahn eine gute Figur. Die sehr direkte Lenkung und die 7-Gang S tronic verleihen dem geräumigen Audi zudem noch einen weiteren Schuss Sportlichkeit. Wer möchte, kann die Gänge auch manuell sortieren, die Automatik erfüllt ihre Aufgabe aber so gut, dass dieser Wunsch kaum aufkeimen wird.

Dank der geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung lässt sich der Kombi trotz einer Länge von 494 cm auch in der Stadt sehr leicht dirigieren und bietet durch die vielen Fensterflächen eine gute Rundumsicht. Die Einparkhilfe erleichtert zudem jedes Parkmanöver und erlaubt eine zentimetergenaue Steuerung des Fahrzeugs. Aber auch wenn man mit dem A6 Allroad in der Stadt gut zurecht kommt, sein Revier bleibt das weite Land, egal, ob auf der Autobahn oder im Wald.

Wer seinen A6 Allroad 3,0 TDI quattro mehr dahin gleiten lässt und auf die sportlichen Seiten, die er bietet, verzichtet, wird auch an der Tankstelle belohnt werden. Die vom Werk angegebenen 6,3 Liter Durchschnittsverbrauch sind jedoch sicher auch bei gemächlichster Fahrweise nur schwer realisierbar. Auf einer Spar-Runde hat sich unser Testfahrzeug 7,2 Liter gegönnt, bei normaler Fahrweise unter gelegentlicher Ausnutzung der vorhandenen Leistung sind wir auf einen Verbrauch von 7,9 Liter gekommen. Durch seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und den gebotenen Fahrspaß ist das immer noch ein Wert, mit dem man zufrieden sein kann.

Die Stärken des A6 Allroad liegen vor allem in seiner Wandlungsfähigkeit. Er ist als bequeme Reiselimousine ebenso geeignet wie für Winterurlaube auf einer einsamen Berghütte. Sein Spitzen-Komfort, welcher der guten Fahrwerksabstimmung und der Luftfederung ebenso zu verdanken ist wie den bequemen Sitzen, relativiert dann auch den höheren Anschaffungspreis. Wer weder abseits befestigter Straßen unterwegs ist noch den Winterurlaub auf der Berghütte plant, wird mit dem A6 Avant aber das Auslangen finden.

Was uns gefällt:

Die Vielseitigkeit, der Komfort, der spritzige Motor, die 7-Gang S tronic, Fahrwerk und Federung

Was uns nicht gefällt:

Die Start/Stopp-Automatik könnte etwas schneller reagieren

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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