Testbericht: BMW 118i M Sport

BMW setzt mit der 3. Generation des 1er nicht nur auf den Frontantrieb sondern auch auf neue innovative Technologien in der Kompaktklasse.

BMW und Frontantrieb. BMW und Frontantrieb plus Dreizylinder. Eine undenkbare Kombination vor einiger Zeit für den Premiumhersteller aus Deutschland. Für viele Bayern-Fans gilt diese Kombination immer noch nicht als "echter" BMW. Da nutzt die größte Doppelniere nichts. Aber die Gehirne in München waren hartnäckig am Tüfteln, und besonders beim neuen 1er sieht man, was Zusammenarbeit in den Entwicklungsabteilungen wirklich bringen kann, damit dem klassischen BMW-Fahrer auch beim kleinsten Spross aus der Verkaufshalle nichts am "echten" Fahrgefühl fehlt.

Den neuen BMW 1er gibt es in vier Ausstattungsmöglichkeiten. Wir haben den 118i in der M Sport-Variante zum Test geladen. Dies ist die Topausstattung, darüber steht dann wirklich nur mehr der M135i, doch das ist eine andere Geschichte. Preislich starten wir hier bei 29.450 Euro bzw. 31.339 Euro für das Automatikgetriebe plus 5.625 Euro für die M Sportausstattung. Damit landen wir bei einem Grundpreis von 35.075 bzw. 36.964 Euro.

Dafür gibt es aber sehr viele optische Aufhübschungen für unseren 1er, wie zum Beispiel die Ambientebeleuchtung in Form von gemusterten Interieurleisten, M Sportfahrwerk, M Lederlenkrad, M Aerodynamikpaket, Hochglanz Shadow Line, anthrazitfarbener Dachhimmel, M Sportlenkung, Ablagen- und Lichtpaket, 19 Zoll M Leichtmetallräder, Parking Assistant und nicht zuletzt M Sportsitze für Fahrer und Beifahrer. Letztere sind wirklich traumhaft in Sachen Komfort und bieten einen sehr guten Seitenhalt, sodass auch Bergstraßen mit dem 1er richtig Spaß machen.

Überhaupt kann uns der kompakte Bayer im Innenraum durch seine gelungene Mischung aus deutscher Ordentlichkeit und Wohnzimmercharme überzeugen. Alles hat seinen Platz, und dieser wurde gut durchdacht. Nicht einmal das Smartphone hat die Chance, in der Ladeschale herumzurutschen. Platz findet man trotz der nur minimal veränderten Außenmaße ausreichend vorne wie hinten. Besetzt man die Rückbank mit zwei Erwachsenen, so gibt es auch kein Platzproblem seitlich. Eine Vollbelegung wäre dann eher eine Kompromisssache.

Damit wir uns aber wirklich in unserem 118i wohlfühlen, wurden einige Kreuze in der Optionsliste gemacht. So stattete der Hersteller unser Testfahrzeug neben dem Österreich-Paket, welches das BMW Live Cockpit Plus als Multifunktionales Armaturendisplay beinhaltet, zusätzlich mit dem Business-Paket Plus, dem Innovations-Paket und dem Komfort-Paket aus. Zum Komfort-Paket gehört unter anderem die automatische Heckklappe, die man spätestens nach dem ersten Einkauf mit vollen Händen nicht mehr missen möchte. Immerhin fasst der kompakte Bayer 380 Liter in seinem Kofferraum. Eine Kapazität, die bei Bedarf und umgeklappten Sitzen auf 1.200 Liter erweitert werden kann.

Abseits der Ausstattungspakete wurde unser Testfahrzeug unter anderem auch mit der M Sportbremse, einem Panorama-Glasdach, Harman-Kardon-Soundsystem, M Heckspoiler, Durchladesystem, Lenkradheizung und Sonnenschutzverglasung aus der Optionsliste ausgerüstet. Insgesamt umfassen unsere Optionen (inkl. M Sport Ausstattung) allein einen Wert von 22.594 Euro. Also beinahe den Grundkaufpreis.

Der 1.499 Kubik starke TwinPower Turbo-Benziner, der in unserem Testfahrzeug zugange ist, leistet stattliche 140 PS. Typisch BMW überzeugt er durch seine Antrittsstärke und seinen guten Durchzug. Immerhin schafft der Münchner die 100 km/h-Marke in 8,5 Sekunden. Dabei hilft ihm sein maximales Drehmoment von 220 Nm, das bereits bei 1.480 Umdrehungen einsetzt und erst bei 4.600 endet. Einer Drehzahl, wo bereits die volle Leistung vorhanden ist. So besitzt der Kompakte, der trotz der hüftgoldträchtigen 7-Gang Steptronic mit Doppelkupplung und der Assistenzsysteme lediglich 1.320 kg Eigengewicht auf die Waage bringt, scheinbar Vortrieb ohne Ende. Nachdem jedoch der Hersteller selbst die Grenzen setzt, erreicht unser Testwagen bei 213 km/h seinen Topspeed. Wobei die Gesamtperformance damit über Österreichs Autobahngrenzen hinaus durchaus als mehr als ausreichend zu bezeichnen ist.

Auch der 118i gehört zu jenen Fahrzeugen, bei denen elektronische Assistenzsysteme besonders hinsichtlich einer Geschwindigkeitsbegrenzung unverzichtbar sind, denn aufgrund seiner guten Geräuschdämmung nimmt man vom Dreizylinder weder Motoren- noch allgemeine Fahrgeräusche wirklich wahr. Und so kann es leicht passieren, dass man mal ein bisschen zu schnell unterwegs ist. Teil der M Ausstattung ist die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion, die hier den Fahrer unterstützt. Darüber hinaus haben die Ingenieure bei BMW eine Vielzahl an Systemen, die sie bereits bei den höheren Fahrzeugkategorien einsetzen, nun auch in ihr Einsteigermodell gepackt.

Darüber hinaus kam es zu einem Know-how-Transfer aus dem Stromer i3s. Hier kommt besonders die ARB-Technologie zum Einsatz, die vor allem bei widrigen Fahrbedingungen wie Nässe die Traktion des Fahrzeuges verbessert. In Zusammenarbeit mit dem DSC wird dem bauarttypischen Untersteuern eines Frontantriebs entgegengewirkt, was das Auto nicht nur sicherer, sondern auch agiler macht. Bei der BMW PerformanceControl greift das System durch gezielte Bremseingriffe an den kurveninneren Rädern ein, was sich ebenfalls positiv auf das Fahr- und Lenkverhalten auswirkt. All diese und noch einige weitere Optimierungen in der Fahrdynamik machen unseren Kompakten zum echten Spaßgefährt, wo Freude am Fahren kein leerer Slogan ist.

Auch ohne unseren optional um acht Liter vergrößerten Tank müsste man sich keine Sorgen um Treibstoffknappheit machen, denn während unserer Testzeit haben wir im Durchschnitt lediglich an die 7,4 Liter Benzin verbraucht. Dieser Wert hätte sicherlich noch unterboten werden können, hätten wir den ECO-Pro-Modus öfters als den Sport-Modus in Anspruch genommen.

Abschließend kann gesagt werden, dass mit dem Kaufpreis unseres Testfahrzeugs von rund 52.545 Euro für den kompakten Einstiegsbenziner schon eine ordentliche Stange Geld über den Ladentisch wandert. Ob dieser Preis die Leistung rechtfertigt, diese Entscheidung liegt am Käufer allein. Die Qualität, Verarbeitung und Gesamtperformance passen auf jeden Fall, der Rest ist das Premiumparfüm der Marke selbst.

Was uns gefällt:

Motor- und Fahrperformance, Innenausstattung, M Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

Preis, neue Doppelniere ist Geschmackssache

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank:
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1