Neue BMW 1er-Reihe - Fahrbericht

Die zweite Generation der BMW 1er-Reihe geht am 17. September mit noch sparsameren Motoren und viel High-Tech an den Start, wir konnten schon erste Testkilometer zurücklegen.

Mit der 1er-Reihe hat BMW im Jahr 2004 das Kompaktsegment neu aufgemischt und der bayerischen Marke einen Wachstumsschub verpasst. Jetzt startet BMW mit der zweiten Generation, die komplett neu entwickelt wurde, ohne aber die spezifischen Eigenschaften der ersten Generation zu verlieren. Für BMW-Fans das Wichtigste zuerst: Auch die zweite Generation hat wieder Heckantrieb und ist weiterhin das einzige Fahrzeug dieser Klasse mit dieser Antriebsform.

Optisch ist die neue 1er-Reihe eine konsequente Weiterentwicklung der ersten Generation, wirkt aber schon auf den ersten Blick erwachsener und hat auch bei den Abmessungen zugelegt, was vor allem dem Platzangebot im Innenraum zugute kommt. Mit 432,4 cm ist der Neue um 8,5 cm länger als sein Vorgänger, der Radstand ist um 3 cm vergrößert worden.

Zum Start gibt es BMWs Kleinsten mit dem neuen 1,6 Liter TwinPower-Turbo-Benzinmotor, der als 116i mit 136 PS (100 kW) bzw. 118i mit 170 PS (125 kW) erhältlich ist. Freunde des gepflegten Dieselns finden den bewährten 2,0 Liter als 116d mit 116 PS (85 kW), 118d mit 143 PS (105 kW) und 120d mit 184 PS (135 kW). Alle Motoren werden serienmäßig mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe ausgerüstet, auf Wunsch gibt es jetzt aber auch für den 1er-BMW die feine 8-Gang-Automatik – und zwar ebenfalls für alle Motorisierungen.

Erstmals können die Kunden auch zwischen zwei zusätzlichen Ausstattungslinien wählen, der Sport-Line und der Urban-Line. Beim Sport-Line sind Kühlergrill, Heckleiste, Außenspiegelgehäuse und Speiche der Leichtmetallräder mit hochglänzend schwarzen Zierteilen versehen, im Innenraum erkennt man die sportliche 1er-Variante dann an roten Ziernähten an Sitzen, Armaturentafel und Türverkleidung sowie den Akzentleisten in Korallrot.

Die Urban-Line hat jene Elemente, die beim Sport in Schwarz ausgeführt sind, in Weiß gehalten und auch andere Sitzbezüge und Interieurleisten. Jede Version gibt der 1er-Reihe dabei einen individuellen Touch, der vom Kunden durch weitere Extras noch verfeinert werden kann.

Aufgerüstet wurde bei BMW auch in puncto Assistenzsysteme, für die 1er-Reihe gibt es nun eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Bremsfunktion, eine Spurverlassenswarnung inkl. Auffahrwarner, einen Parkassistent, eine Speed-Limit-Info oder auch den Fernlichtassistent. Praktisch ist auch die schlüssellose Zugangs- und Startfunktion, die ebenfalls erhältlich ist.

Bei einer ersten Ausfahrt hatten wir Gelegenheit, den schwächsten und den stärksten Diesel in der neuen 1er-Reihe zu fahren. Dass der 1er erwachsener wurde, merkt man sobald man auf den bequemen BMW-Sportsitzen Platz genommen hat. Das Armaturenbrett wirkt vertraut, bietet aber jede Menge Neuheiten, die den kompakten BMW noch hochwertiger und größer wirken lassen.

Das Plus beim Platzangebot ist auf jeden Fall spürbar, und auch kleine Details wie etwa die neuen Einfassungen des Getränkehalters, die Platz für Handy und Schlüssel bieten, gefallen. Ebenfalls Einzug in die 1er-Reihe hat das i-Drive System in Kombination mit dem frei stehenden Monitor in der Mittelkonsole gehalten. Je nach Ausstattung gibt es den Monitor in 6,5" oder 8,8" Größe. Der 1er kann natürlich auch mit Navigationssystem und dem Connected-Drive ausgerüstet werden, welches den BMW in einen Internet-Hotspot verwandeln kann.

Die Verarbeitung war bei beiden Modellen auf gewohnt hohem Niveau. Selbst bei Autobahntempo war der kompakte BMW im Innenraum noch angenehm leise, auch hier wieder ein deutlicher Zugewinn gegenüber dem Vorgänger. Ebenso beim Kofferraumvolumen, das um 30 Liter auf 360 Liter angewachsen ist und auf Wunsch durch Umklappen der Sitze auf bis zu 1.200 Liter erweitert werden kann.

Doch einen BMW kauft man sich nicht nur wegen der hochwertigen Ausstattung und dem Platzangebot, vor allem die berühmte "Freude am Fahren" ist es, die einen BMW ausmacht. Dass die beiden Diesel-Triebwerke daraus auch noch die "Freude am Sparen" machen, ist umso besser.

Schon der schwächste 1er kann mit seiner Leistung von 116 PS (85 kW) überzeugen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er in 10,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Nachdem das maximale Drehmoment von 260 Nm zwischen 1.750 und 2.500 U/Min bereit steht, wirkt der schwache Diesel auch beim Zwischenspurt äußerst dynamisch. Man würde ihm durchaus 130 PS zutrauen, so quirlig lässt sich der doch mindestens 1.385 kg schwere BMW fahren.

Wie auch alle andere Motorisierungen verfügt der 116d über die Efficient Dynamics-Maßnahmen inkl. Start/Stopp-Automatik, und erstmals kann der Fahrer im neuen 1er auch zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen. Man hat die Wahl zwischen Comfort, Sport, Sport+ und dem Eco-Pro-Modus, der für noch mehr Effizienz und Sparsamkeit sorgt.

Im Eco-Pro-Modus werden alle elektrischen Verbraucher zurück geregelt, und auch die Gaspedalkennlinie wird angepasst. Man spürt hier durchaus, dass die Gasannahme nicht mehr so spontan wie im Normal- oder gar Sport-Modus erfolgt, dafür zeigt einem ein Balken im unteren Teil des Drehzahlmessers die Effizienz an, ein Kästchen darüber dann den optimalen Schaltpunkt.

So lassen sich rund 20% einsparen, was wir im Rahmen einer Eco-Runde zwischen den Seen im Salzkammergut selbst ausprobieren konnten. Ohne als Wanderbaustelle im Verkehrsfunk angesagt zu werden, war die Verbrauchsreduktion sogar über den versprochenen 20% angesiedelt. Im Schnitt hat sich der BMW 116d nur 3,9 Liter pro 100 Kilometer gegönnt. Die vom Werk angegebenen 4,3 Liter pro 100 Kilometer sollten also im gemischten Fahrbetrieb durchaus zu erreichen sein.

Noch sportlicher lässt es sich dann im 120d mit seinen 184 PS (135 kW) fahren. Mit einem beherzten Tritt aufs Gaspedal erreicht man aus dem Stand nach nur 7,2 Sekunden die 100 km/h Marke, der Vorwärtstrieb endet bei 228 km/h. Das Drehmoment von 380 Nm steht wie beim 116d zwischen 1.750 und 2.500 U/Min zur Verfügung.

Bei relativ konstanten 130 km/h zwischen Salzburg und Wien sowie einer Durchquerung von Wien im Stopp-and-Go-Betrieb haben wir den 120d mit einem Durchschnittsverbrauch von nur 5,0 Liter abgeliefert, ohne dabei auf Fahrspaß verzichtet zu haben.

Gerade auf der Autobahn nach dem Ende einer Baustelle oder beim heraus Beschleunigen vom Parkplatz weiß man die Leistung des starken Diesel zu schätzen. Fahrwerk und Federung sind natürlich bei der neuen 1er-Reihe BMW-typisch perfekt, sowohl für sportliches Fahren, als auch für das gemütliche Reisen von A nach B.

Ein Fahrzeug auf diesem Niveau hat aber natürlich auch seinen Preis. Die günstigste Version, einen 1er-BMW zu steuern, fängt bei 24.950,- Euro an, wofür man den 116i mit 136 PS (100 kW) bekommt. Der 116d schlägt sich mit 26.400,- Euro zu Buche. Für das derzeitige Topmodell, den 120d, sollte man dann mindestens 32.635,- Euro einkalkulieren. Aber egal, für welches Modell man sich entscheidet, man bekommt immer viel Fahrspaß bei niedrigem Verbrauch in Kombination mit einer perfekten Verarbeitung.

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