BMW 320d Coupé - Testbericht

Mit dem 320d Coupé beweist BMW, dass eleganter Auftritt, guter Antritt und Wirtschaftlichkeit einander nicht ausschließen müssen.

In den letzten Monaten war die Dreier-Reihe von BMW häufig zu Gast in unserem Testwagen-Fuhrpark. Nach der 320d Efficient Dynamics Edition Limousine und dem 316d Touring haben wir uns nun das schicke Coupé vorgeknöpft. Abermals haben wir zum Basismodell mit Selbstzünder gegriffen, schließlich zählen gerade die kleineren Diesel zu den mit Abstand beliebtesten Motoren der 3er-Reihe. Einen Gelegenheitskauf darf man wie bei BMW üblich auch beim Einstiegsmodell nicht erwarten. 39.800 Euro kostet das BMW 320d Coupé mindestens, fairerweise muss man das Österreich-Paket für 2.520 Euro hinzurechnen; denn die darin enthaltenen Features wie u.a. Klimaautomatik, Tempomat, Armauflage, Park Distance Control oder Skisack zählen in dieser Fahrzeugklasse schließlich zum guten Ton. Ergänzt um ein paar weitere Dinge wie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und schwarze Interieurleisten ergibt das unterm Strich einen Preis von 45.980 Euro. Und günstigere Diesel-Coupés rollen wohl selten vom Hof des Händlers, schließlich gäbe es in der Preisliste noch dutzende Annehmlichkeiten wie Lederausstattung, Navigationssystem, die formidablen Sportsitze uvm. die den Preis weiter nach oben treiben. Bescheiden wie wir nun mal sind, verzichten wir aber auf derartigen Luxus und widmen uns den Neuigkeiten am und unterm Blechkleid.

Man muss schon zwei Mal schauen, um die Änderungen zu erkennen. So wurde die Frontpartie zart geliftet, die Standlicht-Ringe strahlen nun in weißem LED-Licht. Auch hinten bekamen die zweitürigen Dreier - Coupé und Cabrio - neue Leuchteinheiten spendiert, seitlich erkennt man den neuen Modelljahrgang an einer zusätzlichen Sicke am Seitenschweller. Dass die Dämpfer verbessert wurden, müssen wir glauben, denn ohne einen direkten Vergleich mit dem Vor-Facelift-Modell, dürfte es selbst für sensible Fahrer schwer sein, den Unterschied zu erkennen. Wer aufs Sportfahrwerk verzichtet, der bekommt einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Agilität, die direkte Lenkung trägt das ihre zum angenehmen Auftritt des Zweitürers bei.

In letzter Ausbaustufe präsentiert sich der Zweiliter-Turbodiesel aus dem oberösterreichischen Steyr. Ursprünglich leistete das Triebwerk 163, später 177 und nunmehr 184 PS. Allein an dieser Zahl merkt man, warum man mit dem Vierzylinder mehr als ausreichend motorisiert ist. Vor ein paar Jahren war das nämlich die obere Fahnenstange bei den bayerischen Selbstzündern, wohlgemerkt als Dreiliter-Sechszylinder. Lediglich 7,5 Sekunden vergehen für den Standardsprint auf 100 km/h. Dank des hohen Drehmoments von 380 Nm ist in allen Lebenslagen ausreichend Power verfügbar und das bereits aus dem Drehzahlkeller. Dank zahlreicher Efficient Dynamics Maßnahmen wie Start-/Stopp-Automatik, Bremsenergie-Rückgewinnung und einer elektrischen Lenkkraftunterstützung liegt der lt. Werk angegebene Verbrauch bei lediglich 4,7 Liter auf 100 km, was einem CO2-Ausstoß von nur 125g/km entspricht.

Während unseres Tests konnten wir diesen Wert zwar nicht ganz erreichen, dennoch können sich unter sechs Liter bei einem Auto mit 184 PS sehen lassen. Die Schaltpunktanzeige mahnt den Fahrer, rechtzeitig in den nächsthöheren Gang zu wechseln, eine einfache, aber effektive Maßnahme zur Verbrauchsreduzierung. Das Platzangebot des 3er Coupé ist für Fahrer und Beifahrer absolut ausreichend, im Fond - übrigens nur für zwei Personen zugelassen - geht’s dementsprechend enger zur Sache. Der Kofferraum erlaubt mit 440 Litern auch größere Reisen, zudem können bei Bedarf die Rücksitzlehnen einzeln umgeklappt werden.

Testurteil:

Plus: sparsamer und spritziger Motor; Basisdiesel absolut ausreichend; sehr gute Verarbeitung

Minus: hoher Grundpreis, teure Extras

Unser Eindruck:
Verarbeitung: 1
Ausstattung: 2-3
Bedienung: 1
Komfort: 2
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1-2
Sicherheitsausstattung: 1

Resümee: Mit dem Facelift wurde beim Dreier-Coupé Feinschliff betrieben, der Zweiliter-Turbodiesel ist nun eine Spur stärker und noch einen Hauch knausriger. Der Preis ist nach wie vor bayerisch-gschmackig, aber da bleibt er der deutschen Konkurrenz ja nichts schuldig.

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