BMW 420d Cabrio - Testbericht

Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn ist das neue BMW 4er-Cabrio an den Start gegangen. Wir haben das Einstiegsmodell getestet.

Mit dem 4er Cabrio erweiterte BMW die 4er-Reihe im Frühling 2014. Wie schon das 4er Coupé hebt sich auch das Cabrio von der 3er-Reihe deutlicher ab und ist dadurch auch bei der Modellbezeichnung eine Stufe höher gerückt. Das 4er Cabrio wirkt sehr dynamisch und hat auch wieder ein elektrisches Metallklappdach bekommen, welches bis zu einer Geschwindigkeit von 18 km/h in rund 20 Sekunden geöffnet oder geschlossen werden kann. Die Basisversion des 4er-Cabrios stellt der 420d dar, der mit Automatikgetriebe auf 51.734 Euro kommt.

Schon in der Basisversion gibt es das elektrische Dach, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Tempomat und vieles mehr. Für noch mehr Luxus haben in unserem Testfahrzeug dann noch das Business Paket Plus, das Österreich-Paket Plus, die "Modern Line"-Ausstattungslinie, eine Rückfahrkamera, der Komfortzugang, Edelholz-Einlagen, der Nackenwärmer, automatisch abblendende Spiegel, Sportsitze, der Fernlichtassistent, adaptive LED-Scheinwerfer, die Internet-Vorbereitung, das HiFi-Lautsprechersystem und das M Lederlenkrad gesorgt. Der Gesamtpreis summiert sich dann auf 67.444 Euro und zeigt die Premium-Ausrichtung des Cabrios sehr deutlich.

Das offene BMW-Modell präsentiert sich aber dann auch sehr luxuriös und kann der Preisklasse entsprechend mit hochwertigen Materialien und einer perfekten Verarbeitung aufwarten. Die Instrumentenlandschaft kennt man schon aus dem 4er Coupé, lediglich vor der Mittelarmlehne befinden sich noch die Schalter für die elektrische Betätigung des Verdecks und den Nackenwärmer.

Öffnet man das Dach, erlebt man jedes Mal ein besonderes Schauspiel, wenn sich das dreiteilige Metallverdeck in den Kofferraum faltet. Ist das Verdeck verstaut, stehen noch immer 220 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung.

Um einen besseren Zugang zum Gepäck zu erlangen, ist ein elektrischer Lift dabei, der auf Knopfdruck das Dach und den Kofferraumdeckel anhebt und auch wieder senkt. Bei geschlossenem Dach kann man sich über 370 Liter Gepäckraum freuen.

Das 4er Cabrio ist auch tatsächlich für vier Personen gut geeignet, selbst im Fond hat man noch ausreichend Kniefreiheit, und bei offenem Dach auch genug Kopffreiheit. Im geschlossenen Zustand ist der Zugang, wie bei 2-Türern üblich, etwas mühsam und auch die Kopffreiheit nicht ganz so optimal.

Sehr gut gelungen ist die Geräuschdämmung, das Verdeck ist so gut gedämmt, dass man bei geschlossenem Dach so gut wie keinen Unterschied zum Coupé merkt. Wer an kalten Tagen offen fahren möchte, der wird sich auch über den Nackenwärmer und das Windschott freuen, die beide perfekte Arbeit leisten. Die sehr bequemen Sitze laden auch zu weiten Reisen ein, und auf praktische Ablagen hat man ebenfalls nicht vergessen.

Ein Cabrio soll aber nicht nur viel Platz und praktische Details bieten, sondern auch für viel Fahrspaß sorgen. Der bewährte 2,0 Liter-Dieselmotor mit einer Leistung von 184 PS (135 kW) sollte also einen guten Mix aus Fahrspaß und Wirtschaftlichkeit bieten. Sein maximales Drehmoment von 380 Nm stellt der Motor zwischen 1.750 und 2.750 U/Min bereit und kann schon von unten heraus mit viel Kraft überzeugen. Dennoch merkt man, dass die paar Kilo, die das Cabrio schwerer ist, durchaus bei der Leistung zu spüren sind. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Fahrmodi sind sehr deutlich spürbar.

Zwar geht das 420d Cabrio im Normal-Modus schon recht gut, doch wer den Sport-Modus wählt, erlebt gleich ein ganz anderes Leistungssetup. Dann hängt das knapp 1,8 Tonnen schwere Cabrio noch besser am Gas, und auch die Lenkung wird etwas härter. Das Sport-Automatik-Getriebe schaltet zudem erst später hoch und wechselt die Gänge gefühlsmäßig noch einen Takt schneller, aber dafür auch etwas härter. Im Normal-Modus sind die Schaltvorgänge der feinen 8-Gang-Automatik nämlich so gut wie gar nicht spürbar. Wer die volle Leistung ausreizt, sprintet in 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 228 km/h schnell unterwegs.

Der Verbrauch sollte bei normaler Fahrweise mit 6,5 Liter einkalkuliert werden, die vom Werk angegebenen 4,8 Liter sind auch im EcoPro-Modus nur sehr schwer zu erzielen. Im EcoPro-Modus merkt man dann deutliche Leistungseinbußen, und das Cabrio verliert an Spritzigkeit. Dafür gibt es den Segel-Modus, bei dem man relativ lange seine erreichte Geschwindigkeit hält, ohne aufs Gas zu steigen. Schade, dass es die Segelfunktion nicht auch im Normalmodus gibt, wer diese der Sparsamkeit sehr zuträgliche Funktion möchte, muss im EcoPro-Modus sein, wo jedoch der Fahrspaß gemindert wird.

Auf ganzer Linie überzeugen kann der BMW dann wieder bei den Themen Fahrwerk und Federung. Das 4er-Cabrio lässt sich sehr sportlich bewegen und vermittelt einen guten Kontakt zur Straße, ohne dabei aber unkomfortabel zu sein. Hier hat BMW einen wirklich gelungenen Mix gefunden, und man wird sowohl bei sportlicher Fahrweise, als auch bei komfortablem Dahingleiten glücklich.

Als Nachfolger des 3er Cabrio zeigt das 4er Cabrio tatsächlich einen größeren Abstand zur 3er-Limousine in Bezug auf Qualität und Exklusivität. Das 420d Cabrio ist dabei für unsere Straßen vollkommen ausreichend und bietet im Sport-Modus auch viel Fahrspaß, bleibt aber bei der Sparsamkeit noch im grünen Bereich. Wer mehr auf Fahrspaß als auf Wirtschaftlichkeit setzt, der sollte aber doch zum 428i oder gleich 435i greifen.

Was uns gefällt:

das Design, die exklusive Ausstattung, das Automatikgetriebe, Fahrwerk und Federung

Was uns nicht gefällt:

dass der Segelmodus nur im EcoPro-Modus verfügbar ist, der Zugang zum Fond bei geschlossenem Verdeck

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1

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