Testbericht: BMW 730d mit 265 PS

Der frisch geliftete BMW 7er ist in der Basismotorisierung, aber mit sehr luxuriöser Ausstattung zu unserem Test angetreten. Hier lesen Sie, was der Luxusliner kann.

Für das aktuelle Modelljahr hat BMW die 7er-Reihe technisch und optisch aufgefrischt, wobei beim Design die Meinungen weit auseinander driften. Die deutlich vergrößerte Niere dominiert die Frontpartie und spaltet Passanten wie Redaktion in zwei Teile. Manche finden die Dominanz der Niere nicht so extrem, andere sprechen von Nierenversagen in seiner schlimmsten Form. Deutlich einiger ist man sich bei der neuen Heckgestaltung, die dem Fahrzeug einen wirklich noch luxuriöseren Touch verleiht.

Der Luxusklasse entsprechend ist auch der Preis: unser Testfahrzeug, ein 730d xDrive, startet in Österreich bei 104.200 Euro. Natürlich ist die Serienausstattung der Klasse entsprechend schon recht gut und beinhaltet unter anderem LED-Scheinwerfer, Luftfederung, ein Head-up-Display, den BMW Display Key, das BMW Life Cockpit Professional inkl. Navi und vieles mehr. Unser Testfahrzeug zeigt aber eindrucksvoll, dass noch Raum für Optionen im Wert eines gut ausgestatteten Mittelklassefahrzeugs bleibt.

Unter anderem erfreute unser Testwagen noch mit dem BMW Individual-Paket, das alleine schon den Wert eines Kompaktautos hat, dem Österreich-Paket, dem Wärmepaket, dem Innovations-Paket, dem First Class-Paket, dem Driving Assistant Professional, dem Bowers & Wilkins Diamound Surround Sound System, DAB-Tuner, Massagefunktion im Fond und noch einigem mehr, was den Preis auf insgesamt 167.997 Euro treibt.

Der Innenraum zeigt sich um diesen Preis so exklusiv, wie man es sich erwarten darf, besonders schön ist die Kombination aus gestepptem Lederbezug der Sitze und den großzügig über den gesamten Innenraum verteilten Dekorelementen in Chrom-Look. Trotz vieler Funktionen ist auch die Bedienung sehr intuitiv möglich, und der 10,25" große Touchscreen gefällt mit einer schönen Darstellung. Die Bedienung erfolgt per Touchscreen, i-Drive-Controller oder Spracheingabe. Die Spracheingabe funktionierte bei unserem Test sehr gut, so muss man zum Beispiel nur "Navigation" und die gewünschte Adresse ansagen und schon hat man sich das lange Getippse am Touchscreen erspart. Nicht ganz überzeugt hat uns der neue 12,3"-Digitaltacho, dessen Darstellung nicht ganz dem luxuriösen Ambiente des Fahrzeugs entspricht.

Luxus auf höchstem Niveau bieten wiederum die feinen Komfortledersitze, die mit Klimatisierung und Massagefunktion aufwarten können. So werden auch lange Reisen völlig entspannt absolviert. Bei der Massage kann man zudem aus verschiedenen Programmen wählen.

Nicht ganz so überzeugend ist das Platzangebot in der Luxuslimousine. Fahrer und Beifahrer können sich über viel Raum freuen, aber im Fond geht es für ein Auto mit 512 cm Länge sehr eng zu. Wenn ein großer Fahrer vorne sitzt, bleibt hinten nicht mehr viel Platz. Abhilfe schafft die Langversion, die 14 cm mehr Beinfreiheit und damit das Raumangebot bietet, das man sich schon in der normalen Version erwarten würde. Das Kofferraumvolumen von 515 Litern zeigt sich dafür recht großzügig und sollte auch für die Urlaubsreise ausreichen.

Für entspanntes Reisen hat man mit dem 3,0 Liter 6-Zylinder-Dieselmotor die ideale Motorisierung gewählt. Das Triebwerk kann mit einer Leistung von 265 PS (195 kW) aufwarten und liefert zwischen 2.000 und 2.500 U/Min ein maximales Drehmoment von 620 Nm. Der Basis-Diesel hat dabei überraschend leichtes Spiel mit der knapp zwei Tonnen schweren Luxuslimousine. Schon vom Start weg überzeugt der Diesel mit viel Kraft und verrichtet seine Arbeit dabei sehr leise. Selbst bei voller Beschleunigung oder Autobahntempo dringen keinerlei Geräusche aus dem Motorraum in den Innenraum vor. Lediglich die Abrollgeräusche verstärken sich bei höherem Tempo.

Die fein schaltende 8-Gang-Automatik hat immer den passenden Gang parat, und egal, ob man überholen möchte oder einfach lossprintet, der 730d vermittelt niemals den Eindruck, untermotorisiert zu sein. Wer in den Sport-Modus wechselt, erlebt den 7er nochmals eine Spur schärfer. Hier werden alle Systeme, inklusive der Luftfederung, mehr auf Sportlichkeit getrimmt. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen nur 5,8 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.

Trotz sportlicher Fahrleistungen bleibt der BMW 7er eine luxuriöse Limousine, die einen auch im Sport-Modus noch bequem ans Ziel bringt. Seine Größe kann der 7er dabei nicht verleugnen. Auf unseren teilweise recht schmalen Straßen merkt man sehr deutlich, welch gewaltige Erscheinung er ist. Auf kurvigen Straßen liegt der BMW zwar ausgezeichnet, der Fahrspaß hält sich aber in Grenzen, da die Größe des Fahrzeugs eine gewisse Behäbigkeit mit sich bringt. Auch Parkplätze bei Supermärkten oder Parkgaragen sind nicht gerade das Gebiet, das die Limousine schätzt, vom Fahrer mal ganz zu schweigen. Das sind aber eher Probleme unserer Infrastruktur und nicht jene des BMW. In Nordamerika verschwindet der 7er auf einem normalen Supermarktparkplatz wie bei uns ein Smart am Busparkplatz.

Überzeugt hat uns der 7er BMW auf ganzer Linie beim Verbrauch, auch wenn wir an die vom Werk angegebenen 5,7 Liter nicht ganz heran gekommen sind. Wir haben im Schnitt 7,1 Liter pro 100 Kilometer gebraucht, was aber in Anbetracht von Fahrzeuggröße, Gewicht und Leistung vollkommen in Ordnung geht. Wer den EcoPro-Modus wählt, kann sicher nochmals 0,5 bis 1,0 Liter einsparen, womit man schon sehr nahe an die 5,7 Liter heran kommt.

Auch bei der Sicherheitsausstattung gibt es keinen Grund zur Klage, der 7er hat alles an Bord, was das Fahren sicherer und angenehmer macht, bis hin zum adaptiven Tempomat mit Stauassistent. Das Facelift hat den BMW 7er vielleicht nicht für jeden Geschmack schöner gemacht, er ist aber im Detail noch luxuriöser und sicherer geworden. Das Highlight ist dabei der Antrieb, der vorzügliche Fahrleistungen mit einem hohen Maß an Effizienz verbindet. Auch die luxuriöse Ausstattung hat überzeugt, vor allem die Sitze sind ein Traum für die Langstrecke.

Was uns gefällt:

Die luxuriöse Ausstattung, der Motor, die Sicherheitausstattung, das Getriebe, die Luftfederung, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

Das Platzangebot im Fond, der digitale Tacho

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 4
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 2