Testbericht: BMW X1 M Sport

Der neue X1 ist laut BMW kein SUV, sondern ein SAV. Ob er wirklich eine neue Ära einleiten kann, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Lange Zeit galt für die Hochbeiner unter den Fahrzeugen der Begriff SUV, wobei das U für Utility stand und damit die Alltagstauglichkeit unterstrichen werden sollte. Mit dem neuen X1 ersetzt BMW das U gegen ein A, was mit der Bezeichnung "Activity" einhergeht. Da wir diese Message gern wörtlich nehmen, haben wir uns umso mehr gefreut, als uns der X1 Modell M Sport übergeben wurde. Das 150 PS Dieselaggregat, welches in unserem xDrive18d für den nötigen Vortrieb sorgt, wird auch jenes sein, das unsere Aktivitäten kraftvoll unterstützt.

Aber werfen wir zunächst einmal einen Blick auf den optischen Auftritt des X1. Hier sticht die M Sport-Variante durch ihre Hochglanz-Dachreling, LED-Nebelscheinwerfer, M Aerodynamikpaket und M Sportfahrwerk heraus. Die größere Niere ist das Kennzeichen aller neuen X1. Darüber hinaus trägt unser Testwagen im Sommer sportliches Schuhwerk in 19 Zoll-Bicolor, für den Winter reicht eine Nummer kleiner in 18 Zoll. Für die optimale Ausleuchtung sind die ebenfalls serienmäßigen, adaptiven LED-Scheinwerfer verantwortlich. Je nach Ausstattungslinie fällt bei BMW die Gestaltung des Innenraums anders aus. So unterscheidet sich unser Modell durch Sportsitze, Hochglanz-Applikationen und anthrazitfarbenen Dachhimmel. Die Lederausstattung ist jedoch aufpreispflichtig.

Ansonsten zeigt sich das Interieur im neuen BMW X1 wie gewohnt gut strukturiert und auf Komfort ausgelegt. Ausreichend Kopf- und Schulterfreiheit sind vorhanden. Wer möchte, kann den neuen BMW zusätzlich mit einer verschiebbaren Rückbank ordern. Doch auch ohne ist hinten genügend Beinfreiheit vorhanden. Weiters Teil des Modells M Sport sind die elektrische Heckklappe, Klimaautomatik, Lichtpaket und der Driving Assistant Plus. Damit startet unser X1 bei einem Preis von 47.274 Euro.

Wer sich jedoch für ein Premiumfahrzeug entscheidet, der möchte dann doch noch etwas mehr. Dieses "Etwas" erhöht in unserem Fall den Testwagenpreis immerhin auf 64.387 Euro. Dafür freut man sich über die Features des Österreich-Pakets, des Business-Pakets Plus, des Audio-und des Komfortpakets. Besonderer Blickfang ist das 10,25 Zoll große Touch Control Display, das nicht nur die Navigation sondern sämtliche ConnectedDrive Services wie die Anzeige verschiedener Smartphone Apps und anderer Features bereit hält.

Zum problemlosen Aufladen besitzt der X1 eine induktive Lademöglichkeit in der Mittelarmlehne. Zusammen mit der Alarmanlage ist dies Teil des Business-Pakets. So richtig alltagstauglich wird unser Testauto dank des Österreich-Pakets, denn dieses macht das Rangieren und Einparken des sonst doch recht unübersichtlichen BMW zu einem Kinderspiel. Zusätzlich zu Parksensoren und Rückfahrkamera wird man auch durch einen Parkassistent unterstützt. Die elektrisch verstell- und beheizbaren Sitze mit Lordosenstütze, die wirklich sehr bequem sind, gehören genauso wie das Keyless-Entry zum Komfortpaket. Teilen sich mehrere Fahrer den BMW, ist die Memoryfunktion ebenfalls sehr praktisch. Zur M Ausstattung passend wurden sogar unsere Sicherheitsgurte mit Zierstreifen in Rot-Blau versehen.

Satter Sound kommt bei unserem X1 aus der Harman Kardon-Anlage, die mit dem Audio-Paket und damit mit einem DAB-Tuner und Apple Car Play erweitert wurde. Die gesamte Multimediaanlage kann per Sprache gesteuert werden. Dabei hört BMW richtig gut zu und versteht auch weniger präzise formulierte Befehle. Weitere Highlights unserer Sonderausstattung betreffen vor allem den Komfort der Mitreisenden. So kann wie bereits erwähnt im Fond die hintere Sitzbank verstellt werden. Die Sonnenschutzverglasung hält nicht nur die Hitze etwas ab, sondern auch die neugierigen Blicke in den Innenraum, und das riesige Panoramaglasdach gibt dem Inneren des X1 ein richtiges Open-Air-Feeling. Der Kofferraum ist für den Kleinsten dieser Kategorie mit 505 Litern (erweiterbar auf 1.550 Liter) groß genug für Sporttasche und kleineres Equipment. Benötigt man doch einmal mehr Raum, können die Sitze umgeklappt werden.

Motorisch kann uns der 150 PS starke Selbstzünder mit einem Hubraum von 1.995 Kubik durchaus überzeugen. Die Acht-Gang-Steptronic agiert unbemerkt, sodass der BMW auf jeden kleinen Gasbefehl spontan reagiert und den SAV trotz des nicht unbeachtlichen Eigengewichts von 1.605 kg mit dem richtigen Vortrieb unterstützt. Mit einer Beschleunigung von 10,2 Sekunden auf 100 km/h könnte das A bei SAV auch für Agilität stehen. Daran nicht ganz unbeteiligt ist sein maximales Drehmoment von 350 Nm, welches sich in einem Drehzahlbereich von 1.750 bis 2.250 Umdrehungen voll entfalten kann. Die maximale Geschwindigkeit gibt der Hersteller mit 204 km/h an.

Außerdem wurde unser BMW mit dem beliebten Allradantrieb xDrive ausgestattet, der nicht nur dafür sorgt, dass alle 150 Pferde gleichermaßen auf die Straße kommen, sondern auch aufgrund zahlreicher Assistenzsysteme den SAV bei widrigen Wetter- und Fahrbahnverhältnissen sicher auf der Straße hält. Apropos Assistenzsysteme: Besonderes Highlight der elektronischen Helferlein ist in unserem Testfahrzeug die serienmäßige Aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent und Stop &Go-Funktion. Damit stellt man beim Fahrzeug auf der Autobahn die gewünschte Geschwindigkeit ein, und der BMW passt sein Tempo an vorausfahrende oder einscherende Fahrzeuge an. Bei Staus bremst er vollständig ab und fährt danach auch wieder selbstständig an.

Dank der Efficient Dynamics-Maßnahmen und der sparsam schaltenden Automatik kamen wir während unserer Testzeit auf einen Verbrauch von 6,9 Litern laut Bordcomputer. Würden wir den X1 permanent im Eco-Pro-Modus bewegen, hätten wir diesen Wert sicherlich unterboten, aber der Fahrspaß hat dann doch überwogen, und der Fahrerlebnisschalter bietet nicht umsonst noch andere Funktionen, wie z.B. den Sport-Modus.

Fazit: Insgesamt ist der BMW X1 ein sehr ausgewogenes Fahrzeug, das mit einer guten Gesamtperformance zu überzeugen weiß. Aufgrund der deutschen Preispolitik fährt man einen X1 - sprich den kleinsten aller Hochbeiner - zu einem Preis, bei dem man bei manch anderem Anbieter durchaus ein günstigeres oder größeres Modell erhalten würde. BMW-Fans wird er dennoch begeistern können.

Was uns gefällt:

Motorperformance, M Sport-Ausstattung, Innenraumambiente

Was uns nicht gefällt:

Der Preis

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 3 (ohne Assistenzsysteme)