BMW X3 xDrive20d A - Testbericht

Ende 2010 ist die zweite Generation des BMW X3 auf den Markt gekommen. In unserem Test zeigt die mittlere BMW-SUV-Reihe, was sie kann.

Die erste Generation des BMW X3 war als Einstieg in die Offroad-Welt von BMW gedacht. Mit dem X1 hat jetzt ein neues Fahrzeug diese Rolle übernommen, und die zweite Generation des X3 ist nun näher an den X5 gerückt. Schon auf den ersten Blick erkennt man die Ähnlichkeit mit dem X5, vor allem im Heckbereich gleichen die beiden Fahrzeuge einander sehr. Mit einer Länge von 464 cm bleibt der X3 aber angenehm kompakt und versprüht auch optisch eine gewisse Sportlichkeit.

Für unseren Test haben wir die Einstiegsmotorisierung, den 2,0 Liter Diesel mit 184 PS (135 kW) und Automatikgetriebe, gewählt. Preislich startet der X3 in dieser Ausführung bei 45.854 Euro. Mit einigen Extras wie zum Beispiel dem Österreich-Paket (enthält Tempomat, Ablagenpaket, Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Park Distance Control vorne und hinten, Performance Control, Ski- und Snowboardtasche, Freisprecheinrichtung mit USB-Schnittstelle, Lichtpaket, Radio BMW Professional, elektrische Heckklappe, Sport-Lederlenkrad und Xenon-Licht), variabler Sportlenkung, dynamischer Dämpferkontrolle, Sportsitzen mit Lederbezug und Navigationssystem Professional klettert der Preis aber schnell auf über 60.000 Euro.

Auch hier merkt man dann deutlich die Nähe zum X5 und den Premium-Anspruch, den BMW auch in dieser Klasse stellt. Doch schon beim ersten Blick in den Innenraum wird einem klar, dass der hohe Preis auch einen entsprechenden Gegenwert hat. Die Wahl der Materialen und die Verarbeitungsqualität sind auf höchstem Niveau angesiedelt. Perfekt dazu passen die Sportsitze mit Lederbezug in "Nevada Oyster", die den Innenraum in Kombination mit dem Edelholz "Siena"  noch nobler wirken lassen und gleichzeitig so bequem sind, dass man sie am liebsten zu sich nach Hause ins Wohnzimmer stellen würde.

Ohne Fehl und Tadel ist auch die Bedienung, man findet sich auf Anhieb zurecht, und das i-Drive System sollte jetzt wohl auch den größten Skeptiker überzeugt haben. Es gibt kaum ein System, bei dem man so intuitiv die Bedienung von Radio, Navi und Co. vornehmen kann, wie mit dem i-Drive System. Über das "Personal Profile" lassen sich zudem verschiedene Bedienfunktionen personalisieren und auf den Fahrer abstimmen. Von Bluetooth-Profilen bis zum Einsatz von Assistenzsystemen kann man die Funktionen nach Wunsch einstellen.

Wer mit den technischen Raffinessen nicht so viel am Hut hat, muss sich diesen ja nicht widmen, sondern kann zur Erforschung der unendlichen Weiten des Innenraums schreiten. Die Platzverhältnisse sind nämlich mehr als großzügig, selbst große Passagiere finden vorne wie hinten ein fürstliches Raumangebot vor. Hinzu gesellt sich ein Kofferraumvolumen von 550 Liter, welches nach Umklappen der Rückbank im Verhältnis 40:20:40 auf bis zu 1.600 Liter erweitert werden kann.

Der gesamte Innenraum ist dann noch mit vielen praktischen Details gespickt. Links neben dem Lenkrad findet sich ein Fach mit Klappe, in der Armlehne der hinteren Sitze sind Becherhalter untergebracht, und um alle praktischen Details des Kofferraums aufzuzählen, würden wir den Rahmen des Tests bei weitem sprengen. Um es mit wenigen Worten zu sagen: Es wird kaum etwas zu transportieren geben, das mit den im Kofferraum vorhandenen Tools zur Ladegutbefestigung nicht zu bewältigen wäre. Dabei liegt das Hauptaugenmerk der Bayern ja nicht an der Freude am Laden, sondern an der Freude am Fahren.

Der 2,0 Liter Common Rail Diesel mit einer Leistung von 184 PS (135 kW) hat uns ja schon im 520d begeistert (siehe: BMW 520d – Testbericht ), bleibt die Frage, ob er sich in dem fast 1,8 Tonnen schweren SUV auch so gut tut, wie in einer Limousine. Mit einem maximalen Drehmoment von 380 Nm, welches zwischen 1.750 und 2.750 U/Min vorliegt, hat man schon mal die besten Voraussetzungen, um auch im Sprint und bei Überholmanövern gut voran zu kommen. So benötigt der X3 xDrive 20d auch nur 8,5 Sekunden, um vom Stand aus Tempo 100 zu erreichen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h.

Selbst wenn man die maximale Beschleunigung ausnützt, oder auf der Autobahn unterwegs ist, bleibt es im Innenraum immer angenehm leise, die Geräuschdämmung ist absolut top. Und auch der Fahrspaß kommt im SUV in Kombination mit dem "kleinen" Diesel nicht zu kurz. Der X3 lässt sich so sportlich bewegen, dass man schnell vergisst, in einem Geländewagen unterwegs zu sein. Dabei ist die "dynamische Dämpfer Control" auch ein Schlüssel zum Fahrspaß. In normaler Position gleitet der X3 wie eine Sänfte über die Bodenwellen hinweg. Geht man in den Sport-Modus über, verwandelt sich das Auto per Knopfdruck zum sportlichen Familientransporter.

Hervorragend passt da auch die 8-Gang-Automatik ins Konzept, welche die Schaltvorgänge nicht nur blitzschnell und fast unmerklich vollzieht, sondern auch immer den passenden Gang parat hat. Doch der X3 ist nicht nur ein Promenaden-SUV, sondern kann dank dem X-Drive Allradantrieb auch im Gelände eine gute Figur machen. Der intelligente Allradantrieb leitet das Drehmoment je nach Fahrbahnuntergrund individuell an die vier Räder und sorgt so permanent für optimale Traktion. Im Gelände hilft dann noch die Bergabfahrhilfe (Hill Descent Control), wenn es mal durch steileres Gefälle gehen soll.

Mit einer maximalen Anhängelast von 2,4 Tonnen wird der X3 dann auch als Zugfahrzeug zu einer spannenden Alternative. Ob Pferdeanhänger oder Wohnwagen, der X3 ist auch für diese Aufgaben bestens gerüstet. In jeder Fahrsituation überzeugend ist auch die variable Sportlenkung, die sehr direkt auf jeden Befehl des Fahrers reagiert, sich beim Einparken aber ganz leicht steuern lässt.

Dank großer Fensterflächen verliert der X3 auch in der Stadt seinen Schrecken, die Einparkhilfe unterstützt zudem perfekt, wenn es darum geht, in enge Parklücken zu kommen. Mit dem X3 ist man in der Stadt also genauso gut unterwegs wie auf der Autobahn oder abseits der befestigten Straßen. Durch die Efficient Dynamics-Maßnahmen ist der X3 zudem auch noch ein sparsamer Weggefährte. Die rollwiderstandsreduzierten Reifen, die Bremsenergie-Rückgewinnung und das Start/Stopp-System verhelfen dem SUV zu einem Verbrauch, von dem selbst manche Kleinwägen nur träumen. Im Schnitt hat sich der X3 in unserem Test 6,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer gegönnt, damit sind wir vom Werksverbrauch von 5,6 Liter zwar etwas entfernt, der Wert ist für ein Fahrzeug dieser Klasse aber noch immer hervorragend. Vor allem, wenn man die Leistung und den Fahrspaß noch mit einbezieht.

Der BMW X3 ist durchdacht bis ins letzte Detail und glänzt mit viel Platz, Top-Verarbeitung und Fahrspaß bei geringem Verbrauch. So lässt sich dann auch der hohe Preis verschmerzen, man bekommt schließlich auch einen entsprechenden Gegenwert.

Was uns gefällt:
Alles, was zwischen den vorderen und hinteren Stoßfängern liegt

Was uns nicht gefällt:
Die Zahlen auf der Preisliste

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 1
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1
  • Kofferraum: 1
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1-

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