Testbericht: BMW Z4 20i mit 197 PS

Die dritte Generation des BMW Z4 kommt aus Österreich. Was der sportliche Roadster alles zu bieten hat, verraten wir im folgenden Testbericht.

Mit der Neuauflage des Z4 gibt es nicht nur viele technische Neuerungen, erstmals wird der offene BMW in Österreich gebaut und ist damit für alle Patrioten mit gut gefülltem Bankkonto eine interessante Option. Optisch besticht der neue Z4 mit einem sehr dynamischen Outfit. Die breite Front mit LED-Scheinwerfern ist dabei ebenso markant wie das Heck, dessen Heckleuchten an die anderen neuen BMW-Coupé-Modelle erinnern. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Z4 wieder etwas größer geworden, er ist mit 432,4 cm um 85 mm länger als der Vorgänger und mit 186,4 cm Breite auch um 74 mm breiter. Ein kürzerer Radstand soll aber mehr Agilität bringen.

Für unseren Test haben wir die Basisversion, den sDrive 20i, gewählt. Der Listenpreis startet bei 45.874 Euro und beinhaltet eine ordentliche Basisausstattung inkl. Ledersitze, LED-Scheinwerfer, BMW Live Cockpit, Klimaanlage und einiges mehr.

Ein BMW wäre kein BMW könnte man ihn nicht noch mit einer langen Liste an Optionen weiter verfeinern, wie es natürlich auch bei unserem Testfahrzeug der Fall war. Wir hatten noch die Mediterranblau Metallic-Lackierung, die Sport Line Ausstattung, das Österreich-Paket, das Business-Paket Plus, das Innovations-Paket, 19"-Alufelgen, die 8-Gang-Automatik, das adaptive M Fahrwerk, ein Verdeck in Anthrazit mit Silbereffekt, eine integrierte Universal-Fernbedienung, die elektrische Sitzverstellung mit Memory, den Parking Assistant, einen DAB-Tuner und ein Harman Kardon Surround Sound System mit an Bord. Der Gesamtpreis liegt damit bei 69.163 Euro, der BMW Z4 ist damit aber auch sehr fein ausgestattet und lässt kaum noch Wünsche unerfüllt.

Das neue Innenraumdesign erinnert an die anderen neuen BMW-Modelle. Im Vergleich zum 7er passt dem Z4 dabei der sportlich gestaltete Digitaltacho, zudem gibt es auch noch einen 10,25"-Touchscreen, welcher auch via iDrive-Controller oder Sprachsteuerung Befehle ausführt. Die Darstellung von Navi-Karten und Menü ist wie gewohnt vorzüglich, und man findet sich auch sehr schnell zurecht. Sehr gut hat uns auch die aufgeräumte Mittelkonsole gefallen.

Nicht ganz so glücklich ist die Lösung für die Getränkehalter ausgefallen. Diese verstecken sich nämlich unter der Mittelarmlehne. Verwendet man die Getränkehalter, ist dadurch die Öffnung Richtung Beifahrersitz immer offen und damit dem Beifahrer im Weg. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt beim Innenraum, der sich sonst sehr hochwertig zeigt und über einen schönen Materialmix verfügt.

Auch die bequemen Sitze können mit ihren vielseitigen Einstellungsmöglichkeiten überzeugen, zudem haben die zwei Passagiere viel Platz, und Kleinigkeiten können noch in den Netztaschen hinter den Sitzen verstaut werden. Im Vergleich zum Vorgänger ist auch das Kofferraumvolumen größer geworden, es liegt nun bei 281 Litern und sollte für den Wochenendausflug reichen. Per Knopfdruck verwandelt sich der geschlossene Z4 in wenigen Minuten zum offenen Roadster, die Betätigung des gut gedämmten Verdecks ist bis zu einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h möglich.

Da der volle Genuss des offenen Fahrens eher bei gemütlicher Fahrweise erlebt wird, reicht dazu sicher auch die in unserem Testfahrzeug verbaute Basismotorisierung des Z4 aus. Der 2,0 Liter-Benziner mit TwinTurbo-Technologie verfügt über eine Leistung von 197 PS (145 kW) und liefert zwischen 1.450 und 4.200 U/Min ein maximales Drehmoment von 320 Nm. Damit hat man über einen weiten Drehzahlbereich viel Schubkraft zur Verfügung.

Bei voller Beschleunigung entwickelt der Z4 einen sehr kernigen Sound, der irgendwie nicht ganz zum edlen Auftritt passt. Hier haben die Techniker wohl versucht, den Abschied vom 6-Zylinder so schmerzfrei wie möglich zu gestalten, was leider nur bedingt gelingt. Der 4-Zylinder ist zwar sehr kultiviert, der künstliche Sound kann aber nicht wirklich den feinen Sound der früheren 6-Zylinder-Motoren ersetzen. Sonst kann man dem Motor aber nicht viel vorwerfen, die Leistung wird in jeder Situation sehr eindrucksvoll geliefert, und man hat beim Sprint gleich viel Freude wie bei Überholmanövern.

Wer in den Sport-Modus wechselt, erlebt den BMW Z4 nochmals eine Spur schärfer, hier merkt man dann auch das optionale adaptive M Fahrwerk, das noch mehr Sportlichkeit in den Roadster bringt. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen nur 6,6 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h.

Sehr gut harmoniert auch die fein schaltende 8-Gang-Automatik mit dem Roadster, sie erhöht zudem auch den Komfort. Der Z4 ist nämlich durchaus auch langstreckentauglich. Überhaupt hatten wir bei unserem Test das Gefühl, mehr mit einem offenen Luxusliner als mit einem Roadster unterwegs zu sein. Was sich im Laufe der Zeit beim BMW Z4 verändert hat, zeigt die folgende Gegenüberstellung mit dem Großvater des Testwagens, der ersten Generation des Z4.

Unser "Großvater", ein Z4 2,5, hatte noch den feinen 2,5 Liter-6-Zylinder unter der Haube, der mit einer Leistung von 193 PS (142 kW) nur geringfügig schwächer war als unser aktuelles Testauto. Der Innenraum von 2003 war noch deutlich karger und hat dem ursprünglichen Feeling in einem Roadster dadurch deutlich mehr entsprochen. Moderne Features wie Touchscreen oder Digitaltacho sucht man vergeblich. Optisch hat sich auch bei der Karosserie viel getan, natürlich wirkt der neue BMW Z4 viel moderner, dennoch kann der alte Z4 mit einem viel eigenständigeren Charakter aufwarten. Zum Beispiel hat man die Rückleuchten damals in keinem anderen Auto so vorgefunden, beim neuen Z4 hat man das Gefühl, die gleichen Leuchteinheiten auf jedem neuen BMW Coupé zu sehen.

Am deutlichsten wird der Unterschied aber beim Fahren. Die kompakteren Abmessungen der ersten Z4-Generation, die mit einer Länge von rund 410 cm um 22 cm kürzer war als die neue, sorgen für ein viel puristischeres Fahrvergnügen und deutlich mehr Roadster-Feeling. In Kombination mit dem leichteren Fahrzeuggewicht und dem 6-Zylinder-Motor, der mit fast 100.000 Kilometern am Tacho noch immer wie am ersten Tag schnurrt, ist der alte Z4 eine Klasse für sich.

Dass der neue Z4 dennoch in vielen Bereichen besser ist, zeigt sich unter anderem beim Verbrauch: Der Z4 von 2003 wird im Schnitt mit 10 bis 10,7 Litern pro 100 Kilometer bewegt, unser neuer Z4 begnügt sich mit 7,9 Litern. Wer im Eco-Modus fährt, wird vielleicht auch noch in die Nähe der vom Werk versprochenen 6,1 Liter kommen. Und auch die Sicherheitsausstattung mit adaptivem Tempomat, Spurhalteassistent und vielem mehr ist beim neuen Z4 am Puls der Zeit.

Auf jeden Fall ist der neue BMW Z4 wieder ein großartiges Auto mit Open-Air-Feeling, wenngleich die klassischen Roadster-Tugenden durch den Einzug von viel Technik und Komfort sowie den größeren Abmessungen etwas auf der Strecke geblieben sind.

Was uns gefällt:

Das Design, die luxuriöse Ausstattung, wie schnell sich das Verdeck öffnen und schließen lässt, die Verarbeitung, der Fahrspaß

Was uns nicht gefällt:

Dass das Roadster-Feeling etwas abhanden gekommen ist, die ständige Bevormundung durch die Technik

Das Design, die luxuriöse Ausstattung, wie schnell sich das Verdeck öffnen und schließen lässt, die Verarbeitung, der Fahrspaß

Was uns nicht gefällt:

Dass das Roadster-Feeling etwas abhanden gekommen ist, die ständige Bevormundung durch die Technik

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Kofferraum: 2
Ablagen: 3
Übersichtlichkeit: 2