BMW Z4 sDrive35i im Test

Herzhaftes Dauergrinsen

Rückblende: Wir schreiben das Jahr 1995, ein gewisser Bond - James Bond - durfte den damals brandneuen BMW Z3 Roadster als einer der Ersten fahren, eine bayerische Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. 14 Jahre später buhlt die jüngste Roadster-Kreation aus dem Hause BMW abermals um Kunden, eine Rolle in einem Actionfilm braucht der Bayer aber nicht, um zu überzeugen.

Gezeichnet von zwei Damen - Juliane Blasi war für das Exterieur, Nadya Arnout für den Innenraum verantwortlich - wirkt die zweite Z4-Generation aber alles andere als feminin. Muskulös und entschlossen die Front, elegant die Seite und gelungen das Heck - ohne das Design des früheren BMW-Chefdesigners Chris Bangle kritisieren zu wollen, aber die beiden Ladies haben ganze Arbeit geleistet. Bereits im Stand versprüht der Z4 eine Faszination, Passanten verdrehen ihre Hälse und setzen unbewusst ihre "Will haben"-Blicke auf. Unser Testauto in edlem Schwarz mit den feschen Alufelgen und dem roten Interieur war aber auch ein besonders schönes Exemplar, hier hat jemand bei der Zusammenstellung Geschmack bewiesen. Gab es vom Vorgänger noch zwei Karosserie-Varianten - neben dem Roadster war auch ein Coupé erhältlich - gibt’s nun quasi zwei in einem. Denn der Z4 wurde mit einem Stahlklappdach ausgerüstet und verwandelt sich auf Knopfdruck vom Coupé in ein Cabrio und umgekehrt.

Wer nicht jeden Euro zwei Mal umdrehen muss, für den stellt sich die Frage der richtigen Motorisierung nicht. Zumindest dann nicht, wenn man schon das Vergnügen hatte, den Sechszylinder Biturbo des sDrive35i in freier Wildbahn zu genießen. 306 PS unter der langen Haube haben aber natürlich auch ihren Preis, 55.500 Euro will der Händler sehen. Der Einstiegspreis liegt da doch deutlich darunter, das Roadster-Vergnügen beginnt bei 39.950 Euro für den sDrive23i mit immerhin 204 PS. Die goldene Mitte wäre der sDrive30i mit 258 Pferden unter der Haube für 49.500 Euro, die sechs Tausender auf den 35i sind aber gut angelegt - versprochen. Noch dazu, wo das formidable DKG Doppelkupplungsgetriebe dem Topmodell vorbehalten bleibt - und auf die 2.000 Euro kommts dann auch nicht mehr an. Denn schließlich steckten in unserem Testwagen Extras im Wert von rund 15.000 Euro, darunter Dinge wie ein adaptives M-Fahrwerk , das obligate Österreich-Paket, das Navi Professional, die erwähnten Leichtmetallfelgen oder eine elektrische Sitzverstellung samt Memory. 72.373 Euro und 64 Cent sind eine Menge Geld, dafür braucht man dann aber auch keinen Vergleich mit einem Porsche Boxster S scheuen, der nahezu identische Leistungsdaten liefert, aber bereits in der Basisversion mit über 10.000 Euro mehr zu Buche schlägt. Doch auch Produkte aus dem eigenen Haus müssen sich einen Vergleich gefallen lassen, ein M3 Cabrio kostet über 40.000 Euro (!) mehr, bei ebenso nahezu identen Fahrleistungen. Nehmen wir Platz im Z4 und genießen wir die Fahrmaschine!

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