BMW i3 eDrive - Testbericht

Mit dem i3 hat BMW seit Ende 2013 auch ein rein elektrisch betriebenes Modell im Programm. In unserem Test prüfen wir, ob der i3 auch die BMW-Gene in sich trägt.

Der BMW i3 ist der erste rein elektrisch betriebene Serien-BMW und wurde von Grund auf neu konzipiert. Das zeigt er auch optisch mit einem Design, das wie frisch aus einem Science-Fiction-Film wirkt. So hebt sich der i3 eDrive erheblich vom Rest der Fahrzeuge ab, die sich täglich durch unsere Straßen kämpfen. Kaum ein anderes Testfahrzeug hat bislang so stark die Blicke der Passanten auf sich gezogen wie der i3. Dabei spielen weder Alter noch Geschlecht eine Rolle, vom kleinen Buben bis zur älteren Dame hat uns so gut wie jeder auf den i3 angesprochen. Die Reaktionen waren dabei überaus positiv, zumindest bis wir den Preis und die Reichweite genannt haben, bei denen dann doch einige Passanten schlucken mussten.

Mit einem Preis von 35.700 Euro ist der 399,9 cm lange i3 nämlich kein Schnäppchen, bietet dafür aber nicht nur eine gute Basisausstattung, sondern auch jede Menge teurer Materialien, wie etwa die aus ultraleichter Carbonfaser bestehende Fahrgastzelle. Zur Serienausstattung zählen aber auch eine Einparkhilfe hinten, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, das Radio Professional inkl. 6,5"-Farbbildschirm, die BMW i Remote App, mit der Ladestatus und andere Dinge via Handy abgerufen werden können und noch vieles mehr.

Optional hatte unser Testfahrzeug unter anderem noch 19"-Alufelgen, den Komfortzugang, ein Schnellladesystem Gleichstrom/ Wechselstrom, ein elektrisches Glasdach, LED-Scheinwerfer, das Interieurdesign "Lodge", ein Harman Kardon HiFi-Lautsprecher- system, das Komfort-Paket, das Fahrerassistenzsystem Driving Assistant Plus, das Parkassistenzpaket und das ConnectedDrive Service-Paket. Der Gesamtpreis liegt damit bei 50.496 Euro, der i3 lässt dabei aber auch kaum noch Wünsche offen.

Im Innenraum zeigt sich der i3 ebenso futuristisch wie von außen, vermittelt aber ein verblüffend großzügiges Platzangebot. Vor allem die weit nach vorne reichende Armaturentafel wirkt sehr futuristisch, bietet aber praktische Ablagen und ist sehr übersichtlich gestaltet. Das 10,2" große Farbdisplay für Navi, Radio und Anzeige über Ladestatus und weitere Infos zum elektrischen Betrieb ist ebenfalls sehr übersichtlich gestaltet und lässt sich mit dem iDrive-Controller einfach bedienen. Ein großes Lob verdient die Auflösung des Displays, bei dem selbst die Darstellung des Bilds der Rückfahrkamera schon fast mit HD-Fernsehern mithalten kann.

Der Innenraum bietet aber auch einen sehr modernen Mix aus Recycling-Materialien, Ledereinsätzen und strapazierfähigen Stoffen. Die Recycling-Materialen wirken leider an manchen Stellen, wie etwa dem oberen Bereich der Türen, etwas zu sehr nach Recycling und wie frisch aus der Presse - das ist dann aber auch schon der einzige Kritikpunkt, der sich finden lässt.

Die Sitze sind extrem bequem, und auch das Platzangebot ist für ein Auto dieser Größenordnung sehr gut. Der Zugang zum Fond wird durch die gegenläufig öffnenden Türen erleichtert, die jedoch nur geöffnet werden können, wenn auch die vordere Türe offen ist. Das Kofferraumvolumen ist mit 260 bis 1.100 Liter ebenfalls ordentlich bemessen. Zudem stehen eine Unmenge an praktischen Ablagen und Getränkehalten im Innenraum bereit, die den praktischen Nutzwert weiter erhöhen.

Angetrieben wird der i3 von einem Elektromotor mit einer Leistung von 170 PS (125 kW), der über ein maximales Drehmoment von 250 Nm verfügt. Was auf dem Papier jetzt noch nicht so spektakulär wirkt, ist in der Praxis der reinste Hammer! Der lautlose Motor verhilft dem i3 zu wirklich verblüffenden Fahrleistungen, die dem BMW-Slogan "Freude am Fahren" alle Ehre machen. Vor allem der Sprint von 0 auf 60 km/h ist mit 3,7 Sekunden spektakulär und lässt manch stärkere Autos an der Ampel stehen. Aber auch die 100 km/h-Marke ist schon nach 7,2 Sekunden locker zu erreichen.

Die reinste Freude erlebt man auch beim Zwischensprint, wo ein beherzter Tritt aufs "Strompedal", wie das Gaspedal richtig heißen sollte, genügt und man in nur 4,9 Sekunden von 80 auf 120 km/h befördert wird. Ein kleiner Vergleich: Selbst ein Porsche 911 Carrera 4S mit 400 PS benötigt für diese Aufgabe 6,0 Sekunden!

Und auch beim Thema Fahrwerk und Federung hat BMW dem i3 einen perfekten Mix aus komfortabler Auslegung und knackiger Sportlichkeit mit auf den Weg gegeben. Dabei würde man bei Reifen der Dimension 155/70 R19 glauben, dass es in Kurven mit dem Hecktriebler etwas rutschig wird, aber der i3 liegt stets wie ein Brett auf der Straße, was auch dem niedrigen Fahrzeugschwerpunkt zu verdanken ist.

Mit einem Leergewicht von 1.195 kg ist der i3 aber dank der Leichtbauweise für ein Elektroauto extrem leicht, wodurch die Fahrleistungen auch so gut sind. Hinzu kommt, dass der i3 extrem wendig ist. Dank Hinterradantrieb und schmalen Reifen verfügt der i3 über einen guten Einschlag und damit verbunden einen sehr kleinen Wendekreis, bei dem man das Gefühl hat, schon fast im Stand umzudrehen.

Durch adaptiven Tempomat inkl. Stauassistent, eine automatische Einparkhilfe, Auffahrwarnung mit City-Anbremsfunktion und Vorausschauassistent bietet der i3 auch Sicherheitsfeatures, die man sonst nur in wesentlich höheren Fahrzeugklassen findet.

Einzig bei der Reichweite wird auch der i3 wieder auf den Boden der Realität aller Elektroautos zurück geholt. Im Comfort-Modus sind realistisch 120 Kilometer möglich, wer im EcoPro+ Modus unterwegs ist, kann auf rund 160 Kilometer kommen, verzichtet dann aber auf eine Klimatisierung und einen Teil der Leistung.

Dabei funktioniert die Rekuperation beim i3 besonders intensiv. Sobald man den Fuß vom Gaspedal nimmt, bremst der i3 schon so ab, als ob man auf die Bremse steigt und lädt damit die Energie wieder in die Batterien. Das Bremspedal benötigt man beim i3 nur in Ausnahmesituationen, wodurch den Bremsbelägen ein sehr langes Leben beschienen sein sollte.

An einer normalen Steckdose wird der i3 in 8 Stunden wieder voll geladen und ist dann bereit für die nächsten 120 Kilometer. Im Normalfall reicht diese Distanz für die meisten Menschen im täglichen Gebrauch aus, wer öfters ein bisschen weiter unterwegs ist, der kann auch den i3 mit Range Extender ordern und bis zu 300 Kilometer absolvieren.

Die Kosten für 100 Kilometer liegen bei einem Verbrauch von 12,9 kWh pro 100 Kilometer bei rund 2,4 Euro, je nach Tarif des Netzbetreibers. Auf ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor umgerechnet, dürfte dieser nicht mehr als 1,7 Liter benötigen, damit man ums gleiche Geld 100 Kilometer weit kommt.

In unserem Test hat der i3 auf jeden Fall gezeigt, dass er die BMW-Gene in sich trägt und bietet sogar noch mehr Fahrspaß als die meisten anderen BMW-Modelle in seiner Preisklasse. Der Elektromotor verhilft dem i3 zu wirklich hervorragenden Fahrwerten, und die völlig neue Interpretation von Innenraum und Außendesign macht den i3 noch zusätzlich sehr interessant, vor allem für jene, die sich gerne von der Masse abheben möchten.

Was uns gefällt:

wie leise und völlig unangestrengt der i3 davon sprintet, dass er sich von der breiten Masse wohltuend abhebt, die auf Wunsch sehr umfangreiche Sicherheitsausstattung, das Gesamtkonzept

Was uns nicht gefällt:

manche Recycling-Materialien wirken nicht sehr hochwertig, die Reichweite könnte noch besser sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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