Chevrolet Aveo 1,3 Diesel 95 PS LTZ - Testbericht

Die neue Generation des Aveo war das meist verkaufte Chevrolet-Modell im letzten Jahr. Wir haben den starken Diesel in Top-Ausstattung zum Test geladen.

Der Aveo wurde von Chevrolet als Weltauto konzipiert und trifft dabei auch voll den europäischen Geschmack. Mit seinem bulligen Auftreten mischt er die Kleinwagenklasse etwas auf.

Schon im Herbst haben wir den Aveo mit 86 PS-Benzinmotor zum Test geladen, hier hat uns aber der durchzugsschwache Motor nicht ganz überzeugen können. Ob der Aveo Diesel uns diesmal neben dem Komfort- und Ausstattungskapitel auch beim Thema "Motor" überzeugen kann, zeigt unser Test.

Der 1,3 Liter Dieselmotor mit 95 PS ist ausschließlich in der Top-Ausstattungslinie LTZ erhältlich. Mit einem Listenpreis von 17.390 Euro ist er auch der teuerste Aveo im Programm, durch den derzeitig gültigen "Glücksbonus" und eine Eintauschprämie reduziert sich der Preis aber auf 15.890 Euro.

Dafür bekommt man einen äußerst komplett ausgestatteten Kleinwagen, der unter anderem neben ABS, ESP, 6 Airbags und Berganfahrhilfe auch noch Tempomat, ein CD-Radio mit 6 Lautsprechern, elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine Mittelarmlehne für den Fahrer, 16"-Alufelgen, Bordcomputer und eine Einparkhilfe hinten mit an Bord hat.

Im Innenraum sticht gleich die kompakte Armatureneinheit ins Auge, bei welcher der Drehzahlmesser analog ist, die Geschwindigkeit aber digital angezeigt wird. In der Praxis gefällt dieses System sehr gut, da die Ziffern sehr groß dargestellt werden und somit leicht ablesbar sind.

Auch der Rest der Bedienung erfolgt recht intuitiv und einfach, die Mittelkonsole präsentiert sich optisch wirklich schön und hochwertig, aber auch sehr übersichtlich.

Für ein Auto seiner Klasse bietet der Aveo auch sehr viel Platz, und durch das sowohl in Länge als auch Neigung verstellbare Lenkrad finden Fahrer jeder Größe eine passende Sitzposition.

Das Kofferraumvolumen ist mit 290 Liter auch sehr großzügig bemessen, der zweigeteilte Ladeboden ist zudem sehr praktisch. Hier kann man im unteren Bereich viele Dinge verstauen, die immer im Auto sein sollten, und im oberen Bereich kann man bequem und ohne Kante Gepäck und Einkäufe verstauen.

Gefühlt die gleiche Größe wie der Kofferraum haben die unzähligen Ablagen, die im Auto verstreut sind. Jeder cm, der zur Verfügung steht, wird mit praktischen Ablagen besetzt. Angefangen vom zweigeteilten Handschuhfach, über einen Schlitz für Parkkarten, bis zu den Getränkehalterungen hat man bei Chevrolet an alles gedacht, was die tägliche Fahrt in punkto Ablagen angenehmer gestalten könnte.

Aber der Innenraum konnte uns schon beim ersten Test des Aveos überzeugen, nun sind wir gespannt, wie sich der Diesel im kleinen Amerikaner schlägt. Der 1,3 Liter große Dieselmotor verfügt über eine Leistung von 95 PS (70 kW) und ein maximales Drehmoment von 210 Nm. Das reicht, um den rund 1,2 Tonnen schweren Kleinwagen in 12,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen und 174 km/h schnell zu machen.

Gefühlsmäßig ist man mit dem Aveo sogar noch eine Spur flotter unterwegs. Im Drehzahlmesser gibt es zwar ein kleines Turboloch, doch ist dieses überwunden, geht es mit sportlichem Elan voran.

Nachdem die manuelle 6-Gang-Schaltung gar nicht so kurz übersetzt ist, wie man es sonst oft von Dieselfahrzeugen gewohnt ist, kann man gerade im Stadtbetrieb recht schaltfaul unterwegs sein und hat trotzdem immer genug Leistung zur Verfügung.

Der Motor verrichtet seine Arbeit zwar recht brummig, und auch bei Autobahn-Tempo ist es im Diesel-Aveo nicht gerade flüsterleise, aber das Aggregat bietet viel Fahrfreude.

In Kombination mit dem sportlichen Fahrwerk wird der Aveo fast zum Mini-Racer, der sehr sicher in der Kurve liegt und auch sehr gutmütig im Grenzbereich ist. Wer es sich auf absoluten Komfort und eine weiche Federung steht, könnte aber an der sportlichen Auslegung nicht die größte Freude finden.

Die leichtgängige und direkte Lenkung ermöglicht zudem ein sehr gutes Handling. Der 403 cm lange Aveo lässt sich so auch in der Stadt sehr geschmeidig bewegen, und selbst kleine Parklücken können ohne Probleme gemeistert werden.

Trotz nach hinten hin ansteigender Fensterlinie ist die Übersichtlichkeit recht gut, die serienmäßige Einparkhilfe hinten erleichtert das Einparken noch weiter.

Im Schnitt soll sich der kleine Chevrolet mit 4,1 Liter pro 100 Kilometer begnügen, womit theoretisch bei einem 46 Liter-Tank eine Reichweite von über 1.000 Kilometer möglich wäre. In unserem Test hat sich der Aveo jedoch nicht unter 5,5 Liter bringen lassen, was zum einen an seinem noch recht niedrigen Kilometerstand und zum anderen auch an den kalten Temperaturen gelegen hat.

Die 4,1 Liter werden aber trotzdem im normalen Fahrbetrieb eher unerreichbar bleiben, in der Praxis wird man bei nicht allzu zurückhaltender Fahrweise nach der Einfahrphase auf rund 5,0 Liter kommen können. Der Aveo ist dann zwar noch immer nicht der Sparmeister seiner Klasse, aber durchaus einer der Spaßmeister. Mit dem Dieselmotor lässt sich der Aveo zwar nicht mehr so leise wie mit dem Benzinmotor bewegen, dafür aber umso spritziger.

Seine komplette Ausstattung, das funktionelle aber sehr schöne Design und das gute Platzangebot im Innenraum machen den Aveo zu einer interessanten Alternative im Kleinwagen-Segment.

Mit den Service-Gutscheinen in Höhe von 600 Euro, die jeder Neuwagenkäufer von Chevrolet bekommt, hat man zudem auch rund 3 Jahre keine oder nur minimale Servicekosten, die den Aveo dann auch in diesem Kapitel weiter nach vorne bringen.

Was uns gefällt:

Die gute Ausstattung, das Platzangebot, das sportliche Design, der spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

Dass der Diesel-Aveo im Innenraum recht laut ist

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 2
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 1-
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 2
  • Kofferraum: 1-
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1-

Kommentare