Chevrolet Lacetti CDX : Testbericht

Noch seltene Spezies auf heimischen Straßen

Chevrolet legt mit seinem Lacetti einen flotten Auftritt in der Kompaktklasse hin. Sein Design ist eigenständig, kraftvoll und mit einem gehörigen Schuss sportlicher Eleganz veredelt. Angetrieben von dem 2,0 CDX TCDi Diesel mit 89 kW / 121 PS kann er nicht nur optisch mithalten. Wir fuhren ihn in der trendigen Farbe Sunset Orange und fühlten uns mit Farbe und Auto überraschend wohl.

Die Form des Lacetti ist, ganz so wie es der Name verspricht, sportlich gehalten. Im Straßenverkehr zieht er die Blicke auf sich , denn er gehört nicht zu denen, die in der Masse untertauchen. Der Aha-Effekt ist bei den Bewunderern inbegriffen, denn bisher macht sich das Modell auf den Straßen rar .

Im Lacetti finden vier Personen relativ bequem Platz , aber bei Bedarf können auch fünf Personen mitfahren. Die serienmäßige Klimaanlage sorgt auch bei warmer Witterung für die nötige Gelassenheit des Fahrers. Der Kofferraum fasst 275 Liter . Was für drei Getränkekisten und etwas Einkauf in Taschen genügt. Durch Umklappen der 60:40 geteilten Rücksitzlehnen lässt sich der nutzbare Stauraum auf 1.045 Liter fast vervierfachen.

Bei den Materialien im Innenraum zeigt sich wieder einmal, dass weniger mehr sein kann. Im Frontbereich fügen sich viele unterschiedliche Flächen zu einem ziemlich unruhigen Bild zusammen. Die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet , und das Fahrzeug ist auch fast intuitiv bedienbar. Nur für die Nebelschlussleuchte hat Chevrolet leider keinen Platz mehr am linken Bedienhebel gefunden , was für den Neuling an Bord die Folge haben kann, dass er statt des Heckscheibenwischers am rechten Bedienhebel die besagte Schlussleuchte aktiviert.

Während der Fahrt zeigt der 89 kW / 121 PS starke Vierzylinder , dass er durchaus zum äußeren Erscheinungsbild passt. Er ermöglicht nicht nur das "Mitschwimmen" auf der Autobahn, sondern auch schnelle Fahrten und ein zügiges Überholen auf der Landstraße . Der Chevrolet verleugnet zwar seinen Dieselmotor nicht, aber trotzdem bleibt das Geräuschniveau noch akzeptabel. Auch bei höheren Geschwindigkeiten können sich die Fahrzeuginsassen noch miteinander unterhalten .

Die Federung des Lacetti stellt einen Kompromiss zwischen sportlich straffer und komfortabler Auslegung dar. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung arbeitet direkt und unterstreicht damit nochmals den sportlichen Anspruch des Lacetti, mit dem Chevrolet ja auch in der WTCC-Rennserie schon einige Erfolg eingefahren hat.

Die sehr umfangreiche Grundausstattung des Lacetti lässt nahezu keine Wünsche offen. Den Preis für den CDX mit Dieselaggregat (19.430 Euro) kann der Kunde nur durch Sonderlackierung , exklusivere Felgen oder ein anderes Radio erhöhen. Zumindest ein Elektronisches Stabilitäts-Programm hätten wir an dieser Stelle erwartet. Aber das liefert Chevrolet auch gegen Aufpreis nicht .

Der Chevrolet Lacetti hat sich einen Platz in der Kompaktklasse verdient. Er bietet Platz für die Familie und den Einkauf und an Komfort lässt er auch nicht viel missen. Er ist - abgesehen vom fehlenden ESP - ein sicheres Gefährt , auch für diejenigen, die nicht mit der Masse schwimmen wollen, sondern doch ein wenig, die Blicke auf sich ziehen möchten.

auto-reporter