Chevrolet Spark 1.2 LT - Testbericht

Im euro-koreanischen Programm von Chevrolet spielt der Kleinste eine große Rolle. Kann der Spark diese Erwartungen erfüllen?

Vor einiger Zeit sickerte in Amerika ein internes E-Mail aus dem GM- Konzern durch: Angestellte des Unternehmens, hieß es da, mögen es sich bitte in Hinkunft verkneifen, die Fahrzeuge der Marke Chevrolet "Chevy" zu nennen. Denn man wolle ja eine weltweite Markenidentität aufbauen, usw. usw. Nur einen Tag später legten die GM-Generäle den Rückwärtsgang ein - alles gar nicht so wild, Chevy ist wieder erlaubt. Das freut uns auch für den kleinen Spark, der doch um soviel mehr ein freundlicher Chevy ist als ein ernsthafter Chev-Ro-Let.

Seit Ende 2009 hat der Spark den Daewoo/Chevy Matiz abgelöst, der seine Pensionierung schon bitter nötig hatte. Der Spark will mit hohem Wiedererkennungswert und Originalität die Aufmerksamkeit der Kundschaft erlangen - insofern ist er also quasi ein Anti-Matiz. Man merkt das Bemühen der Stylisten, die sich für jedes Detail eine hübsche Lösung überlegt haben. Kurz, hoch, ein Rad an jedem Eck - bei kleinen Autos geht das Styling unwillkürlich in die Richtung der Herzigkeit. Dazu kommt bei Chevrolet die Notwendigkeit, auch beim kleinsten Vertreter der Marke die aktuelle Designlinie mit der wuchtigen Vorderansicht unterzubringen. Das führt zu Proportionen, die aus manchen Blickwinkeln etwas unglücklich wirken - mit zähnefletschendem Raubfischmaul à la Piranha. Die Hinteransicht ist etwas feiner gezeichnet und mit hoch angesetzten Leuchteinheiten recht attraktiv. Schwünge in den Flanken sorgen für einen muskulösen Auftritt; die Griffe der beiden hinteren Türen sind optisch in den C-Säulen versteckt. Eine Blende über dem Auspuff täuscht mit Chromglitzer ein massives Endrohr vor; ein hübsch gemachter Akzent. Den Spark gibt es in einigen erfrischend bunten Farbtönen - unser Testauto musste mit einem eher stillen Blau vorlieb nehmen, das für den Wagen zu brav ist. Im Zweifel sollten sich Spark-KundInnen lieber etwas mehr trauen und auf Buntheit setzen.

Die Preisliste für den Spark startet bei scharf kalkulierten 8.990 Euro für den 995 ccm großen Vierzylinder-Benziner mit 68 PS in der Grund- ausstattung. Serienmäßig sind hier bereits ABS und sechs Airbags an Bord - besten Dank an die GM-Produktplaner! Eine elektronische Stabilitätskontrolle ist in den Basisversionen "Spark" und "Spark+" immerhin für 490 Euro Aufpreis erhältlich; ab der Variante LS ist ESP serienmäßig. Dafür vermisst man an der Basis Dinge wie elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung oder Höhenverstellung des Lenkrades; im "Fall des Falles" ziehen wir aber doch die Airbags vor.

Wir haben den LT mit dem größeren 1.205 ccm-Motor mit 81 PS und einem Drehmoment von 111 Nm getestet. Der kommt bereits lückenlos ausgestattet aus dem Werk: So sind Lenkrad und Fahrersitz höhenverstellbar, es gibt eine Klimaautomatik samt Pollenfilter, CD/MP3-Radio mit AUX- und USB-Anschluss sowie Fernbedienung am Lenkrad, 15-Zoll-Aluräder, Nebelscheinwerfer, Stoßfänger in Wagenfarbe, einen kleinen Bordcomputer (ohne Verbrauchsanzeige) und eine akustische Einparkhilfe hinten. Der Preis für das Topmodell liegt bei 12.590 Euro, dazu kommen im Testwagen 390 Euro für die Metallicfarbe "Ice Teal".

Weitere Testdetails:

Kommentare