Der neue Citroen Berlingo : Testbericht

Getestet wurde der Citroen Berlingo HDi 110 FAP XTR

Mit dem Nachfolger des bisherigen Berlingo hat Citroen seine Reihe der leichten Nutzfahrzeuge zugleich von zwei auf drei erweitert. Denn der alte bleibt als " Berlingo First " mit nur zwei Motoren zur Auswahl als Einstiegsmodell erhalten, während Citroen darunter den Kleintransporter Nemo angesiedelt hat. Zusammen mit dem großen Kastenwagen Jumpy unterhält Citroen damit jetzt ein so attraktives Nutzfahrzeugprogramm, dass heute in Europa bereits eines von fünf leichten Nutzfahrzeugen das Citroen-Logo am Bug trägt.

Schon der alte Berlingo konnte mehr sein als ein Experte für die kleine Last. Er bot auch die Lust eines Hochkombis für die ganze Familie. Das überwältigende Raumangebot nahm beim Neuen noch weiter zu - um 24 Zentimeter in der Länge und acht Zentimeter in der Breite, bei kompakten 4,38 Meter Länge . Um noch einmal zum Nützlichen zurückzukehren: Selbst in der Pkw-Version stehen bis zu 3.000 Litern Laderaum zur Verfügung. Beim Kastenwagen für die Profis beträgt der Lageraum sogar 3.300 Liter und fasst zwei Euro-Paletten quer.

Zusätzliche Ablagen finden die Passagiere überall im Innenraum. Insgesamt stehen dort noch einmal 170 Liter Stau- und Ablageraum zur Verfügung. Sogar die Hinterbänkler finden zu ihren Füßen zwei kleine Stauräume unter dem Teppichboden. Nicht nur vom Stauraum und vom Raumgefühl her bewegt sich der Berlingo also immer mehr hin zu den Vans. Das wird auch unterstrichen durch die beiden Schiebetüren links und rechts neben der hinteren Sitzbank . Die hinteren Sitze werden - je nach Ausstattung - nicht als Bank, sondern als Einzelsitze geliefert, deren Lehnen einzeln verstellt und umgeklappt werden können. Die hinteren Seitenfenster sind getönt, und bei der Topversion kann man für das persönliche Flair auch einen Parfumspender für den Innenraum bestellen.

Fahrer und Beifahrer erleben den Berlingo als einen Personenwagen mit einem für seine Klasse ungewöhnlich breiten Innenraum , der zwischen den beiden Vordersitzen auch noch Platz für einen dicken Aktenkoffer lässt. Die Armaturentafel bemüht sich, zum Eindruck des Mittelklasse-Vans noch einiges mit zur wertigeren Gestaltung beizutragen. Die Bedienelemente selbst geben keine Rätsel auf . Der Schaltknüppel der Fünf-Gang-Handschaltung ragt aus der kurzen Konsole unter der Armaturentafel, sitzt aber für Großgewachsene ein bisschen zu weit vorn.

Der neue Berlingo teilt sich die technische Plattform mit dem PSA-Schwestermodell Peugeot 308 , hat also beste Voraussetzungen für gutes Handling, komfortables Fahrverhalten sowie für die Elemente der aktiven und passiven Sicherheit. Sechs Airbags sind bei den Pkw-Varianten Serie. Doch fordert der niedrige Einstiegspreis von 15.890 Euro eben auch seinen Preis. Das ESP fehlt leider im Serienumfang der einfachsten Variante. Bei den besseren Varianten steckt das ESP im Basispreis ab 19.090 Euro .

Uns gefiel bei unserer ersten Probefahrt der große Dieselmotor (HDi 110 FAP ) am besten. Aus seinen 1,6 Litern Hubraum holt der Vierzylinder-Diesel 80 kW / 110 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern (Nm). Das verhilft ihm zu einer Beschleunigung, die sich am Steuer besser anfühlt als der Wert von 14 Sekunden von null auf 100 km/h erwarten lässt. Citroen gibt als Höchstgeschwindigkeit 173 km/h und für den Verbrauch 5,6 Liter auf 100 km , entsprechend 147 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer, an. Der HDi 75 mit 55 kW / 75 PS braucht nahezu genauso viel Kraftstoff wie der größere. Der HDi 90 mit 66 kW / 90 PS kommt erst später auf den Markt.

Auch die beiden Benzin-Motoren arbeiten mit jeweils 1,6 Litern Hubraum und unterscheiden sich nur in der Leistung. Der kleinere schwächere bringt es auf 66 kW / 90 PS und der andere auf 80 kW / 110 PS. Bei den Leistungswerten sind die Benziner und die Diesel also gleich. Aber beim Drehmoment fehlen dem stärkeren Benziner fast 100 Nm zum Diesel . Dafür liegt er im Verbrauch 2,6 Liter über dem Diesel . Der Rest ist ein Rechenexempel und eine Frage an die Erwartungen für das Fahrgefühl im eigenen Auto. Der Benziner lässt es beim Beschleunigen eben doch etwas gemächlicher angehen: 15,3 Sekunden.

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