Testbericht: Der neue Citroen C4 Cactus

Die zweite Generation des C4 Cactus zeigt sich etwas geglättet und soll mit neuen Komfort-Features glänzen. Wir verraten im folgenden Test, wo der Cactus sticht und wo nicht.

Mit dem C4 Cactus hat Citroen ein sehr auffälliges Auto in der Kompaktklasse positioniert. Erstmals hat die erste Generation auch Airbumps an Bord gehabt, und der Cactus war im Innenraum auf das Notwendigste beschränkt. Die zweite Generation zeigt sich jetzt deutlich geglättet, die Airbumps sind dezenter geworden, und der neue C4 Cactus soll noch mehr Komfort bieten.

Für unseren Test haben wir den Cactus mit 110 PS starkem Benzinmotor in Kombination mit einer 6-Gang-Automatik und der Top-Ausstattung Shine gewählt. Der Listenpreis liegt bei 22.440 Euro und bietet schon eine sehr gute Grundausstattung. Mit an Bord sind unter anderem schon eine Klimaautomatik, elektrisch anklappbare Außenspiegel, ein Infotainmentsystem mit 7"-Touchscreen inkl. Navi, eine Einparkhilfe hinten, Licht- und Regensensor, 16"-Alufelgen und noch einiges mehr.

Unser Testfahrzeug verwöhnte zusätzlich noch mit dem City Camera Paket Plus, dem Keyless-System, dem Drive-Assist-Paket, dem Polsterungspaket "Metropolitan Red", 17"-Alufelgen und der Nacré-Weiss-Sonderlackierung. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 25.231 Euro und ist damit durchaus fair kalkuliert. Immerhin bietet der stachelige Freund aus Frankreich um das Geld schon viel Komfort.

Im Innenraum hat Citroen den wohnlichen Charakter auch in der neuen Generation beibehalten, das Cockpit ist zudem wieder auf das Wesentliche konzentriert. Ein kleiner Digitaltacho hinter dem Lenkrad informiert über alles Wichtige, der Rest wird über den einfach zu bedienenden 7"-Touchscreen gesteuert. Neben der einfachen Bedienung kann der Touchscreen auch mit einer schönen Grafik aufwarten. Die Armaturenlandschaft ist sehr innovativ gestaltet, vor allem das Handschuhfach, dessen Deckel nach oben klappt, sieht gut aus und ist wirklich praktisch. Vor allem der Beifahrer freut sich, wenn der Deckel nicht immer auf die Beine knallt, wie es bei vielen Autos leider der Fall ist.

Citroen hat im neuen C4 Cactus auch erstmals neue Sitze eingebaut. Auf den ersten Blick wirken diese wie ein gemütliches Sofa, und man sitzt auch total bequem. Zur großen Überraschung bieten die Sitze viel Seitenhalt, auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Auf jeden Fall sind die Sitze total bequem und auch bestens für die Langstrecke geeignet. Schade, dass die Mittelarmlehne zwischen Fahrer- und Beifahrersitz etwas zu weit hinten angebracht ist, was den Langstreckenkomfort etwas trübt.

Fahrer und Beifahrer können sich über viel Platz freuen, im Fond geht es jedoch nach wie vor eher eng zu, was die Beinfreiheit betrifft. Die Sitzbank ist aber ebenfalls sehr komfortabel. Das Kofferraumvolumen ist mit 358 Litern Fassungsvermögen ausreichend, Raumwunder ist der C4 Cactus aber keines.

Sehr gut zum Charakter des Fahrzeugs passt der 1,2 Liter-3-Zylinder-Benzinmotor mit 110 PS (81 kW) in Kombination mit der 6-Gang-Automatik. Der Motor liefert bei 1.750 U/Min sein maximales Drehmoment von 205 Nm und fühlt sich deutlich agiler an, als man es von den Daten her vermuten würde. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen laut Werk 11 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 188 km/h. In Der Praxis sprintet der C4 Cactus aber spürbar flotter davon, und auch beim Zwischensprint liefert der Motor genug Schubkraft. Die 6-Gang-Automatik schaltet sehr sanft und auch recht schnell, vom Gesamtkonzept her ist alles aber auf viel Komfort ausgelegt.

Der neue Werbeslogan des C4 Cactus lautet nicht umsonst "Comfort is the New Cool". Das Highlight des C4 Cactus ist sicher seine neue Advanced Comfort-Federung. Die neue Federung mit hydraulischen Dämpfern ist so ausgelegt, dass Fahrbahnunebenheiten perfekt weggefiltert werden, das Fahrzeug in schnell gefahrenen Kurven aber immer noch wie auf Schienen fährt. In der Praxis ist diese Kombination wirklich traumhaft. Während man auf der einen Seite fast wie auf einer Wolke über die Straße gleitet, kann man andererseits den C4 Cactus auch mit viel Fahrfreude über kurvige Landstraßen bewegen und hat das Gefühl, in einem total sportlich ausgelegten Auto zu sitzen.

Es macht wirklich viel Spaß mit dem kompakten Franzosen unterwegs zu sein, der auch in puncto Lenkung und Fahrzeugdämmung überzeugen kann. Egal ob bei voller Beschleunigung oder Autobahntempo, im Innenraum bleibt es für ein Auto dieser Klasse sehr leise, was die Komfort-Orientierung weiter unterstreicht. Der 417 cm lange C4 Cactus ist auch sehr wendig, und man kann dank der Rückfahrkamera auch gut mit ihm rangieren. Durch die breiten C-Säulen ist die Sicht nach hinten etwas eingeschränkt, was aber durch die Rückfahrkamera bestens kaschiert wird.

Neben dem Fahrspaß kann auch die Effizienz überzeugen, wenngleich der Citroen C4 Cactus nicht so sparsam ist wie angegeben. Die vom Werk versprochenen 5,1 Liter sind kaum erreichbar, wir haben im Schnitt einen Verbrauch von 6,8 Litern erreicht, haben dabei aber nicht auf Fahrspaß verzichtet. Damit ist der C4 Cactus kein ausgewiesener Sparmeister, dennoch geht der Verbrauch noch in Ordnung.

Recht ordentlich ausgefallen ist auch die Sicherheitsausstattung im kompakten Franzosen, wenngleich man dafür extra zahlen muss. Im Drive-Assist Paket sind ein Notbremsassistent, ein Spurassistent, eine Verkehrszeichenerkennung und ein Aufmerksamkeitsassistent enthalten. Im "City Camera Paket PLUS und Toter Winkel-Assistent"-Paket ist auch noch der Toter Winkel-Warner enthalten. Bis auf einen adaptiven Tempomat fehlt es somit an nichts, was man sich in dieser Klasse sonst so wünschen könnte.

Die zweite Generation des Citroen C4 Cactus hat in unserem Test einen durchwegs positiven Eindruck hinterlassen. Die Vorzüge sind auf jeden Fall auf der Komfort-Seite zu finden, der Cactus bietet eine komfortable Ausstattung, und mit der Advanced Comfort Federung kann er auch mit luftgefederten Limousinen noch mithalten. Der spritzige Motor und die 6-Gang-Automatik machen den C4 Cactus zum angenehmen Begleiter für alle, die viel Komfort schätzen.

Was uns gefällt:

das auffällige Design, die Komfortausstattung, die Sitze, der Innenraum, die Advanced Comfort Federung, der Motor, die Automatik

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot im Fond, der Verbrauch könnte eine Spur niedriger sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

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