Citroen C4 Picasso 1.6 HDi im Test

Ein Familienauto: Vom Kofferraum bis zum Überwachungsspiegel für die Rückbank

Sehen und gesehen werden. Während sich die übrige Autowelt in der Regel aufs Gesehen werden konzentriert, sieht der französische Hersteller Citroen die Dinge anders, zumindest beim Citroen C4 Picasso : Bei dem frisst die Karosserieschulter nicht die Seitenfenster. Viel Fensterfläche war das Ziel des Designs. Kaum ein Van kann mit besseren Sichtverhältnissen nach allen Seiten aufwarten als der C4 Picasso.

Die gute Rundumsicht ist nur in einem Aspekt eingeschränkt: Wegen der hinter dem typischen Citroen-Kühlergrill sanft und in einer ununterbrochenen Linie über die A-Säule ansteigenden Seitenansicht können selbst Sitzriesen das vordere Ende des C4 Picasso nicht sehen. Unglücklicherweise hatten die Franzosen unserem Citroen C4 Picasso 1.6 HDI FAP 110 ESG6 SX aber nur hinten Parksensoren spendiert. Dort hat man wegen des steil abfallenden Hecks das Wagenende allerdings im Blick. Vorne hilft nur Erfahrung, möglichst ohne Parkrempler .

Wie in Vans üblich, sitzen Fahrer und Beifahrer recht weit hinten , was das Einparken ohne Sensoren beim ersten Kennenlernen zusätzlich erschwert. Dafür bringt den vorderen Insassen die Konzeption des C4 aber nur Vorteile. Die Frontscheibe reicht bis weit ins Dach hinein , kann aber bei Bedarf mit einer Jalousie bis zu einem normalen Windschutzscheiben-Maß verkleinert werden.

Statt Blechdach lässt eine getönte Panoramascheibe Licht herein. Die Fenster zwischen der A-Säule und dem Türrahmen, die bei anderen Vans leider oft nur Alibicharakter haben, gestatten beim C4 Picasso einen fast freien Blick seitlich nach vorne. Auch die Seitenfenster sind gegen den Trend groß , weil die Schulter jeweils am Beginn des Fensters noch einmal mit einem deutlichen Knick nach unten springt. So muss sich niemand abgeschoben fühlen, wenn er hinten Platz nehmen soll. Licht und Sicht bietet der C4 Picasso auf allen Plätzen . Damit dort niemand übermütig wird, war unser Picasso mit einem kleinen zusätzlichen Innenspiegel ausgerüstet, mit dem der Fahrer die kompletten Rücksitze im Blick hat.

Mit der Van-Bauweise entsteht auch bei diesem Picasso ein großer Abstand zwischen der Frontscheibe und der eigentlichen Armaturentafel . Citroen hat sich nicht viel Mühe gegeben, diese Fläche zu gliedern. Obwohl zweifarbig, wirkt sie wie ein Fläche - nämlich langweilig . Daran ändern auch die Armaturen nichts. Denn die sitzen nicht in Blickrichtung des Fahrers, sondern in der Mitte. Darüber sollte man sich aber nicht lange grämen, denn zum Ausgleich bietet der Picasso links und rechts neben dem Höcker mit den digitalen Anzeigen jeweils ein großes Ablagefach.

Beim Schaffen von Ablagen entwickeln die Franzosen eine große Meisterschaft. Jede Ecke wird genutzt . Unter der Armaturentafel findet sich sogar ein Fach, in dem man Getränke kühlen kann. In dieses Bild passt auch der mit 500 Litern angemessen große Laderaum, der sich durch Versenken der Sitze auf das Gardemaß von mehr als 1.700 Litern erweitern lässt. Knapp 500 Kilogramm Zuladung passen zu diesem Volumen.

Mit dieser Beschreibung ist klar: Von Kofferraum bis hin zum Überwachungsspiegel für die Rücksitzbank und die vielen Anlagen bemüht sich der Fünfsitzer C4 Picasso darum, als vorbildliches Familienauto gesehen zu werden. Komfortable Sitze, ein komfortbetontes Fahrwerk und ein freundlich gestaltetes Innenleben unterstreichen das ebenso wie der Motor, für den wir uns entschieden hatten.

Der Commonrail-Vierzylinder-Diesel mit knapp 1,6 Liter Hubraum leistet 80 kW / 109 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmeter bei 2.000 Umdrehungen pro Minuten. Damit wird der C4 nicht zum Temperamentsbolzen, aber eben zu einem recht flotten Familienvehikel, das in gut 14,4 Sekunden Tempo 100 erreicht und maximal 180 km/h schnell fährt. Wir verbrauchten mit ihm zwischen sechs und sieben Litern Diesel auf 100 km/h . Citroen gibt als Normverbrauch im Schnitt 5,7 Liter an, was 150 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer entspricht.

Der C4 Picasso mit der Fünf-Gang-Handschaltung erreicht Tempo 100 bereits nach 13,7 Sekunden. Den Unterschied macht das Elektrische Schaltgetriebe (ESG) in unserem Auto, das die Gänge automatisch wechselt - bei Vollgas mit einem kräftigen Ruck. Unser Testwagen mit ESG kostet mit einer nahezu kompletten Ausstattung 26.900 Euro .

auto-reporter

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