Der neue Citroen C4 im Test

Mehr Dynamik, weniger Verbrauch

Von der Ente bis zur Limousinen-Ikone DS - außergewöhnliches Design und originelle Details waren in den 50er- und 60er-Jahren die unverwechselbaren Merkmale von Citroen-Fahrzeugen. Nach einem langen Weg der Irrungen und Wirrungen fanden die Citroen-Designer vor etwa vier oder fünf Jahren auch mit dem Kompaktmodell C4 , zu den einstigen Werten zurück. Nach vier Jahren haben ihm die Franzosen nun eine dezente Frischzellen-Kur verpasst und zwei neue Benzin-Motoren spendiert, die gleichzeitig für verbesserte Fahrleistungen und weniger Verbrauch sorgen.

Von den Veränderungen an der Außenhaut ist im Prinzip nur die Front betroffen. Kühlergrill, Schürze und Scheinwerfer wurden dem neuen C5 angepasst . Darüber hinaus wurde die Motorhaube geglättet, was den kleineren Bruder nun insgesamt etwas eleganter wirken lässt. Im Innenraum gab es ebenfalls Modellpflege im Detail.

Die wichtigste und angenehme Änderung ist, dass der Drehzahlmesser nicht mehr hinter dem Lenkrad versteckt ist, sondern in das mittig angeordnete Zentralinstrument integriert wurde. So hat man alle wichtige Anzeigen nun gut im Blick. Das Multifunktions-Lenkrad mit feststehender Nabe wirkt aber immer noch überfrachtet mit Drucktasten und -knöpfen. Geblieben sind die komfortablen , guten Seitenhalt gebenden Vordersitze und der üppige Platz auch für die Fond-Passagiere. Geblieben sind aber auch die relativ kleine Kofferraum-Öffnung und die hohe Ladekante. Da will das Stauvolumen von 352 Litern erst einmal befüllt sein.

Die wichtigste Änderung befindet sich unterm Blech. Citroen bietet nämlich jetzt zwei neue Benzin-Triebwerke an, die aus der Kooperation des PSA-Konzerns mit BMW stammen. Das Volumen-Triebwerk dürfte der 1,6-Liter-Benziner VTi 120 mit 88 kW /120 PS und einem maximalen Drehmoment von 160 Newtonmeter (Nm) bei 4.250 Umdrehungen pro Minute (U/min) werden. Entscheidend für seine erstaunlichen Durchzugsqualitäten ist aber, dass bereits 90 Prozent der Leistung ab 2.500 U/min zur Verfügung stehen. Das ermöglicht einen flotten Antritt, genügend Reserven für notwendige Überholmanöver und auch manierliche Fahrleistungen. Nämlich 195 km/h Höchstgeschwindigkeit und 11,4 Sekunden für den Sprint von Null auf 100 km/h. Dabei hält sich selbst bei flotter Fahrt der Durst in Grenzen: Knappe sieben Liter sind zu erreichen.

Das ebenfalls neue 1,6-Liter-Aggregat mit 110 kW / 150 PS verfügt über eine Direkteinspritzung plus Turbo-Aufladung und ein maximales Drehmoment von 240 Nm bereits bei 1400 U/min. Das ist natürlich Kraft pur. Ob sie bei allerdings ebenso geringem Verbrauch (6,9 Liter) wirklich benötigt wird, muss jeder für sich entscheiden. Bei ersten Testfahrten hinterließ jedenfalls der kleinere und zudem preiswertere Motor den harmonischeren Eindruck. Dennoch stellen beide Triebwerke sicherlich eine weitere Verbesserung dar, zumal sie bis zu zehn Prozent sparsamer sind als ihre Vorgänger.

Die Diesel-Triebwerke wurden dagegen nur leicht überarbeitet , verbrauchen aber dank der jetzt serienmäßigen Michelin Energy Saver-Reifen weniger und stoßen damit auch weniger CO2 aus. Schade nur, dass Citroen nicht die Lenkung überarbeitet hat. Nach wie vor ist sie etwas schwammig und gibt so kaum Rückmeldung von der Straße.

Auch wenn der 1,4-Liter-Benziner als Basismotor mit 88 PS / 65 kW weiter im Programm bleibt, sollte der 1,6-Liter-Benziner auch nach Auffassung der Marketing-Experten von Citroen das neue Volumen-Modell werden.

auto-reporter