Citroen DS3 1,6 16V im Test

Der Citroen DS3 ist die sportlichere und exklusivere Variante des C3 und soll im Premium-Segment seiner Klasse auf Kundenfang gehen. Unser Test verrät, ob das gelingt.

Mit dem DS3 hat Citroen im Jahr 2010 eine neue Produktlinie eingeführt, die in den nächsten Jahren noch kräftig ausgebaut wird. Der Name soll dabei an die legendäre "Göttin", den Citroen DS, erinnern, mit dem der französische Hersteller seinerzeit für Aufsehen gesorgt hat. Die neue "DS"-Generation soll sowohl bei Technik als auch bei der Qualität neue Maßstäbe bei Citroen setzen und ist als Premium-Alternative mit sportlichem Touch im Citroen-Modellprogramm angesiedelt.

Während die Front des DS3 die enge Verwandtschaft zum C3 nicht leugnen kann, ist der Rest des Autos in einem ganz eigenen, sehr sportlichen und extravaganten Stil gehalten. Das knackige Heck und die im Kontrast zur Wagenfarbe stehende Dachfarbe fallen dabei besonders positiv auf.

In der Basisversion kommt der DS3 mit dem VTi 95 Benzinmotor auf 16.190 Euro. Für unseren Test haben wir den sportlichen 1,6 16V THP 150 mit 156 PS (115 kW) um 20.790 Euro gewählt.

Um diesen Preis ist der DS3 schon mit jeder Menge Extras ausgerüstet, so gibt es unter anderem 17"- Leichtmetallfelgen, LED-Tagfahrlicht in der Frontschürze, verchromte Außentürgriffe und ein verchromtes Auspuffrohr, Airbags für Fahrer und Beifahrer, Seitenairbags vorne, Kopfairbags vorne und hinten, ESP, ABS, Tempomat, eine automatische Klimaanlage, ein CD-Radio mit MP3-Abspielmöglichkeit inkl. "Hifi Light" Soundsystem mit zusätzlichen Lautsprechern im Armaturenbrett und Subwoofern im Kofferraum, sowie Sportsitze vorne.

Als Option hat unser Testwagen die Sportsitze noch mit Lederbezug inkl. Sitzheizung (900 Euro), die Sonder-Lackierung "pegasus-gelb" (220 Euro), das Sportdekor in Gelb (100 Euro), ein Reserve(not)rad (60 Euro) und das Komfort Paket (400 Euro), welches Regen- und Lichtsensor, elektrochromen Innenspiegel, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Parksensoren hinten und eine Armlehne für die Vordersitze beinhaltet, erhalten. Der Gesamtpreis klettert so auf 22.470 Euro, was in Anbetracht von Ausstattung, Leistung und der "Premium"-Ausrichtung, als Schnäppchen bezeichnet werden kann.

Automatisch mitgeliefert bekommt man bei der Wahl der "pegasus-gelb"-Lackierung auch noch einen gratis Showeffekt, der jeden Versuch, irgendwo inkognito unterwegs zu sein, unterbindet. Die Farbe steht dem DS3 aber ausgezeichnet und lässt den kleinen Citroen schon im Stand sehr dynamisch wirken.

Dass er sich auch genauso schnell fährt wie er aussieht, dafür sorgt der 1,6 15V THP Benzinmotor mit 156 PS (115 kW). Der Gemeinschaftsmotor des PSA-Konzerns mit BMW hat schon die "Freude am Fahren"-Gene in sich, was man auch sofort merkt. In nur 7,3 Sekunden beschleunigt der DS von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h. Sehr gut abgestimmt ist die 6-Gang-Schaltung, mit der sich der DS3 auch sehr schaltfaul fahren lässt. Bei einem Drehmoment von 240 Nm, welches zwischen 1.400 und 4.000 U/min bereit steht, ist das auch kein Wunder, hier sind selbst in hohen Gängen bei niedrigen Drehzahlen noch Reserven vorhanden. Die Schaltwege sind zudem sehr kurz und knackig und lassen auch Schaltmuffel begeistert die Gänge sortieren.

Schon nach den ersten Metern mit dem DS3 würde man meinen, dass auch das Fahrwerk eine Gemeinschaftsproduktion mit BMW ist. Der DS3 vermittelt ein ähnliches "Go-Kart-Feeling" wie der Mini von BMW und klebt förmlich auf der Straße. Lediglich beim Herausbeschleunigen aus Kurven sollte man darauf achten, den Gasfuß nicht mit zu viel Blei zu belasten, denn hier hat der kleine Franzose dann schon leichte Probleme, die Kraft auch auf die Straße zu bringen.

Dank ESP bleiben aber auch hier kritische Situationen aus, und der DS3 bleibt gutmütig und brav auf der Straße. Trotz aller Sportlichkeit ist der Citroen DS3 voll alltagstauglich geblieben. Er ist angenehm leise, auch bei höherem Tempo, und man ist auch in der Stadt wendig und flink unterwegs.

Die gedrungene Form und die kleinen Fenster machen den DS3 zwar nicht übermäßig übersichtlich, aber dafür steht ja die serienmäßige Einparkhilfe hinten zur Verfügung. Überraschend ist, dass sich der Sportgeist des DS3 nicht zu sehr auf den Verbrauch auswirkt. Im Schnitt hat sich der DS3 mit 7,1 Liter Benzin zufrieden gegeben, wer die Fahrfreude nicht gar so oft nützt, kann sicher auch die vom Werk versprochenen 6,7 Liter realisieren - ein wirklich guter Wert.

Im Innenraum bietet der DS3 dann eine perfekte Mischung aus Sport und Luxus. Die bequemen Sportledersitze bieten genügend Seitenhalt in schnellen Kurven, und das Armaturenbrett mit dem gelben Sportdekor sorgt für eine angenehme Frische im Innenraum, ist jedoch im ersten Moment doch etwas gewöhnungsbedürftig. Die sportlich gezeichneten Armaturen sind gut ablesbar, und man findet sich auch sonst schnell im DS3 zurecht. Für die vorderen Passagiere ist auch das Platzangebot sehr gut, hinten wird es aber schon recht eng.

Hier merkt man, dass der DS3 mit seinen 394 cm Länge und einem Radstand von 246,6 cm zwar gleich groß wie der C3 ist, jedoch das sportlichere Schnittmuster mit einer 7 cm niedrigeren Dachhöhe nun auch irgendwo Nachteile mit sich bringen muss. Auch das Kofferraumvolumen ist mit 285 bis 980 Liter nicht ganz so groß wie beim C3, aber für einen so sportlichen Kompaktwagen allemal groß genug und auch größer als bei manch anderem Kleinwagen. Deutlich hochwertiger ist dafür die Verarbeitung im DS3, die nicht nur optisch passt, sondern auch frei von störenden Knarz- und Klappergeräuschen ist.

Citroen ist hier eindeutig am richtigen Weg und bietet mit dem DS3 einen sportlichen Kleinwagen mit großem Spaßfaktor und Top-Qualität an. Der Motor ist dabei sehr gut gelungen und bietet sowohl genügend Sportlichkeit beim Fahren, als auch Sparsamkeit beim Verbrauch. Hinzu kommt ein absolut fairer Preis, der nach dem Test gleich nochmals günstiger erscheint, wenn man Fahrspaß und Qualität erlebt hat.

Was uns gefällt:
Das Fahrwerk, der Motor, die Optik, der Preis

Was uns nicht gefällt:
Das Platzangebot im Fond

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1-
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 1
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1-
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 3-
  • Kofferraum: 2
  • Ablagen: 2
  • Übersichtlichkeit: 2

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