Dacia Duster : Wie fährt sich der Billig-SUV im Gelände?

Seine Onroad-Fahreigenschaften hat das Billig-SUV bereits bewiesen. Wir haben mit dem Duster nun einen Abstecher ins Gelände gemacht.

Bei der ersten Onroad-Ausfahrt konnte der Dacia Duster überzeugen. Das Raumangebot ist großzügig und auch das Fahrwerk weiß mit seiner durchaus komfortablen Abstimmung zu gefallen. Und nicht zuletzt sorgen auch die Motoren für eine Überraschung. Dank des geringen Gewichts von rund 1.300 kg ist selbst der kleine, nur 85 PS starke Turbodiesel kein Kind von Traurigkeit.

Wir haben das rumänische Billig-SUV nun einem ersten Offroad-Test unterzogen, und auch hier gibt sich der Duster keine Blöße. Die meisten Offroader sind bekanntlich echte Schwergewichte in der 2-Tonnen-plus-Klasse. Und abermals gelingt es dem jüngsten Mitglied der Dacia-Familie groß aufzutrumpfen. Die Kombination mit dem 110 PS starken Turbodiesel samt Allradantrieb hat sich als sehr stimmig erwiesen. Geradezu leichtfüßig bewegt sich der Duster selbst über große Steigungen. Um Kosten zu sparen hat man zwar auf ein Untersetzungsgetriebe verzichtet, dafür aber den ersten Gang der Allrad-Modelle sehr kurz abgestimmt. Das Fahrzeug arbeitet sich ohne Druck auf das Gaspedal steile Auffahrten nach oben, auch bergab ist dieser Gang eine gute Unterstützung. Denn elektronisch gesteuerte Bergabfahrhilfen gibt es wenig überraschend nicht, diese Aufgabe übernimmt die kurz übersetzte Erste.

Einen weiteren Clou haben sich die Ingenieure einfallen lassen. Um im Gelände bergab eine möglichst effiziente Bremswirkung zu erzielen, setzt das ABS kurz aus und blockiert z.B. auf losem Untergrund die Vorderräder. Dadurch bildet sich ein Keil aus Schotter, Erde oder Schnee, der dem Duster hilft, den Bremsweg kürzer zu gestalten als bei normalem ABS-Regeleingriff. Weitere Pluspunkte im Gelände sind neben der Bodenfreiheit von 21 Zentimetern auch die kurzen Überhänge vorne und hinten, die Böschungswinkel von 30 bzw. 36 Grad sowie einen Rampenwinkel von 23 Grad ermöglichen.

Der Allradantrieb des Dacia Duster kennt drei verschiedene Modi: 2WD, Auto und Lock. Während im 2WD-Modus nur die Vorderräder angetrieben werden, schaltet sich im Auto-Modus bei Bedarf auch die Hinterachse mittels der aus dem Nissan-Regal stammenden elektromagnetischen Kupplung zu, die Kraftverteilung reicht bis zum Verhältnis 50:50. Wer sich ins Gelände wagt, der kann den Drehschalter auf "Lock" stellen und somit die Krafverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse auf 50:50 sperren. Bei den Testfahrten erwies sich der Aufbau des Duster als sehr verwindungssteif, selbst Passagen mit großer Verschränkung der Räder brachten den Rumänen nicht aus der Ruhe. Wer sich für die 4x4-Variante des Dacia Duster entscheidet, muss sich noch bis Juni 2010 gedulden, die frontgetrieben Modelle stehen in Kürze bei den Händlern.

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