Dacia Duster dCi 110 4WD - Testbericht

Für das neue Modelljahr hat Dacia den Duster aufgefrischt. Ob man die Änderungen auch merkt, verraten wir in unserem Test.

Der Dacia Duster zählt zu den günstigsten SUVs des Landes und ist bereits ab 11.990 Euro erhältlich. Für das neue Modelljahr hat Dacia dem Duster ein Facelift spendiert. Eine leicht geänderte Front- und Heckpartie sowie ein etwas adaptierter Innenraum lassen den Duster jetzt etwas hochwertiger wirken.

Vor allem, wenn man die für unseren Testwagen gewählte Supreme-Ausstattung wählt. In Kombination mit dem 110 PS starken Dieselmotor und Allradantrieb schlägt sich der Duster dann mit 19.390 Euro zu Buche. Im Preis enthalten sind dann schon eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Tempomat inkl. Tempobegrenzer, Ledersitze, ABS, ESP, vier Airbags, das "Look-Paket", das "Modularitäts-Paket", eine Klimaanlage, das Media NAV-Navigationssystem inkl. Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Nebelscheinwerfer und ein Bordcomputer.

Optional hatte unser Testfahrzeug dann noch beheizbare Vordersitze, ein vollwertiges Ersatzrad, die Europakarte für das Media NAV und die Komet-Grau Metallic-Lackierung. Der Gesamtpreis liegt damit bei immer noch sehr günstigen 20.299,45 Euro.

Dass man sich um diesen Preis nicht die feinsten Materialien und einen bis ins kleinste Detail durchdachten Innenraum erwarten darf, versteht sich wohl von selbst. Dennoch wirkt der frisch geliftete Duster hochwertiger als sein Vorgänger. Er wirkt zudem sehr robust und ist auch sehr übersichtlich. Die Bedienung gibt ebenfalls keine Rätsel auf, alle Funktionen sind leicht zu finden und auch einfach zu bedienen.

Lediglich die Positionierung des Media NAV-Systems ist viel zu tief geraten, so dass man bei der Bedienung bzw. wenn man aufs Navi schaut, den Blick schon sehr weit von der Straße entfernen muss. Hier wäre eine höhere Anbringung wirklich gut gewesen, denn von der Bedienerfreundlichkeit ist das System wirklich hervorragend.

Leider merkt man trotz guter Ausstattung, dass noch immer einige Dinge fehlen, wie etwa ein in der Länge verstellbares Lenkrad oder eine Mittelarmlehne, die den Fahrkomfort deutlich steigern würde. Die Sitze sind dafür sehr bequem, größere Menschen würden sich aber mehr Schenkelauflage wünschen. Dafür hat man auch in der zweiten Reihe noch viel Platz und das Kofferraumvolumen ist mit 443 bis 1.604 Liter auch sehr großzügig bemessen. Viele praktische Ablagen im Innenraum runden den praktischen Nutzwert des Duster weiter ab.

Für Diesel-Fans empfiehlt sich beim Duster sicher der in unserem Testwagen verbaute 1,5 Liter-Dieselmotor mit 110 PS (81 kW) Leistung. Weniger würden wir nicht unbedingt empfehlen, da schon die 110 PS nur für ein überschaubares Fahrvergnügen reichen. Der Motor ist mit einem maximalen Drehmoment von 240 Nm, welches bei 1.750 U/Min bereit steht, zwar durchaus durchzugsstark, die recht kurz übersetzten ersten vier von sechs Gänge kosten aber beim Beschleunigen viel Zeit.

Hier hat Dacia ganz auf die Geländegängigkeit geachtet, wo ein kurz übersetztes Getriebe viele Vorteile bietet, da man so auch im 3. Gang noch sehr langsam unterwegs sein kann, dabei aber dennoch viel Kraft von unten heraus zur Verfügung hat. Mit einem Wahlrad am unteren Ende der Mittelkonsole kann man zwischen drei verschiedenen Modi wählen, die sich je nach der benötigten Geländegängigkeit richten. Im Gelände macht der Duster dann auch mehr Spaß als auf der Straße, dort fühlt er sich wohl, und man kommt auch bei schwierigen Bedingungen noch gut voran.

Ist man dann auf befestigten Straßen zurück, merkt man wieder, dass der Duster durchaus mehr Leistung vertragen könnte. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen 12,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 168 km/h. So ist man oft geneigt, das Gaspedal etwas stärker durchzudrücken und bekommt dann an der Tankstelle die Rechnung dafür präsentiert.

Die vom Werk angegebenen 5,2 Liter sind so nur schwer realisierbar, wir sind im Schnitt auf 6,4 Liter gekommen, was ein noch akzeptabler Wert ist, den Duster aber keinesfalls zum Sparmeister macht.

Trotz eher für das Gelände ausgelegter Federung ist der Duster auf der Straße noch recht komfortabel und filtert Bodenunebenheiten großteils gut weg. Lediglich kurz hintereinander folgende Stöße gefallen dem rumänischen Allradler nicht so gut. Auch in schnell gefahrenen Kurven lässt sich der Duster leicht aus der Ruhe bringen und neigt nach einer schnellen Kurvenfolge dazu sich aufzuschaukeln. Dank dem Allradantrieb kann man den Duster aber schnell wieder auf Kurs bringen, auch wenn das gemächliche Dahingleiten mehr der Fall des günstigen Offroader ist.

Überzeugen kann der Duster dann wieder mit seiner guten Übersichtlichkeit, die nicht nur durch die hohe Sitzposition gegeben ist, sondern auch durch die großen Fensterflächen. Das Facelift hat dem Duster auf jeden Fall gut getan, und er ist dadurch eine Spur hochwertiger geworden. Dennoch merkt man immer noch, wie der günstige Preis zustande kommt. Wer auf einen robusten Begleiter, der bei jeder Witterung voran kommt, Wert legt, der ist mit dem Duster sicher gut bedient und bekommt ums kleine Geld eine gute Ausstattung und viel Platz.

Was uns gefällt:

die Geländegängigkeit, das Preis/Leistungsverhältnis, das Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

das zu tief positionierte Navi, dass man merkt wo gespart wurde, der durch die kurze Getriebeübersetzung recht lahme Motor

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2-
Ausstattung Komfort: 2-
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 3-
Fahrverhalten: 2-
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1

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