Dacia Duster 4x4 dCi 110 - Testbericht

Kaum eine Auto-Neuheit hat bei unseren LeserInnen so großes Interesse hervorgerufen wie der Dacia Duster. Und wie fährt er sich?

Die Idee des Freizeit-SUV zum knallhart kalkulierten Preis ist ganz offensichtlich bei unserer Leserschaft auf Gegenliebe gestoßen. Somit war es für uns an der Zeit, die Umsetzung dieser Idee genauer unter die Lupe zu nehmen. Der erste optische Eindruck ist positiv: Der 4,3 Meter lange und 1,6 Meter hohe Duster ist von der Gestaltung her eher ein klassischer Geländewagen als ein Crossover, und die äußere Form weiß aus allen Blickwinkeln zu gefallen.

Markant, aber nicht schiach; gefällig, aber nicht beliebig - nach dem anspruchslos-praktikablen Logan und dem schon flotter gezeichneten Sandero ist der Duster ganz klar das optische Aushängeschild der Familie Dacia und eine starke stilistische Ansage, zumal im geradezu idealen "Cashew-Braun" unseres Testwagens. Solche muskulösen Radkästen traut sich auch außerhalb des Economy-Segments nicht bald wer! Sie lassen auch die Räder etwas klein wirken, wogegen der Zubehörhandel sicherlich einige Mittel bereithält. Was bei anderen gern in diskreten Nebensätzen abgehandelt wird, ist bei Dacia das große Thema: Der Preis. Das Entrée liegt bei 11.990 Euro für die Basisversion mit Vorderradantrieb und dem 105 PS starken 1,6 Liter-Benziner. Hinzu kommen - übrigens bei allen Modellen - noch 180 Euro netto Überführungskosten, womit der Startpreis eigentlich nicht ganz stimmt.

Neben diesem Motor - übrigens auch in Ethanol-Version - werden Dieselmotoren mit 85 (ohne Partikelfilter), 90 (mit DPF) und 110 PS (mit DPF) angeboten. Die 90 PS- sowie die Ethanol-Variante sind zwar schon bestellbar, aber erst Ende des Jahres verfügbar. Gerade beim Diesel sollte sich das Warten auf den gefilterten 90 PS Motor aber im Hinblick auf Wiederverkauf und mögliche Feinstaub-Fahrverbote etc. auszahlen. Den Allradantrieb gibt es für den Benziner (nicht jedoch für das E85-Aggregat) und den 110-PS-Selbstzünder. Nur die beiden stärksten Motoren erfüllen übrigens die Euro-5-Emissionsnorm. Der Preispolitik der Marke entsprechend gibt es an der Basis bereits großen Nutzwert, aber nur die aller-allernotwendigsten Ausstattungsfeatures. "Komfort à la carte" nennt der Hersteller das verschmitzt.

Zum Komfort gehören laut Dacia leider auch Seitenairbags und ein ESP; erstere sind ab der mittleren Version "Ambiance" serienmäßig, letzteres gibt es nur für den stärksten Dieselmotor in der Topausstattung "Lauréate", und skurrilerweise nur in Verbindung mit dem optionalen Lederlenkrad und CD-Radio. ABS ist immerhin von Anfang an dabei. Wir testeten (für unser Publikum tun wir alles!) wieder einmal die feinste Ware, also den Duster Lauréate mit 4x4-Antrieb und dem 110-PS-Diesel. An Bord sind serienmäßige Bequemlichkeiten wie Höhenverstellung an Lenkrad und Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorne, die an Sommertagen segensreiche Klimaanlage, Bordcomputer, Nebelscheinwerfer oder 2:1 umlegbare Rücksitzlehnen. Dieses Auto kostet ohne Extras 18.490 Euro und ist damit der teuerste Duster.

An Extras wünschten wir uns den Metalliclack (393,70 Euro) und das sogenannte Look-Paket (16-Zoll-Leichtmetallräder, abgedunkelte Scheiben hinten Unterfahrschutz, Dachreling, Seitenschweller und chromsatinierte Außenspiegel für 698,50 Euro). Das genannte ESP steht mit 381 Euro zu Buche, dazu kommt wie gesagt verpflichtend das Lederlenkrad (139,70 Euro) und ein CD-Radio mit AUX-Eingang und Fernbedienung via Lenksäulenhebel (317,50 Euro). "Strenge Rechnung, gute Freunde" - aber dass es beispielsweise höhenverstellbare Sicherheitsgurte und Gurtstraffer ebenfalls nur beim Lauréate gibt, halten wir für einen komplett unnötigen Anachronismus. Die Ausstattungspolitik von Dacia betreffend Sicherheit sorgt bei uns also für gewisse Verwunderung. Alles in allem steht am Preiszettel für unseren Testwagen die Zahl 20.441,68 und somit immer noch ein wohlfeiles Angebot. Wie die Sache von innen ausschaut, lesen Sie auf der nächsten Seite!

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