Fiat 500L Living - Testbericht

In unserem Test zeigt der Fiat 500L Living, dass attraktives Design, kompakte Abmessungen und viel Platz gut kombinierbar sind.

Fiat hat die 500er-Modellfamilie in den letzten Jahren ordentlich ausgebaut. Neben dem 500L und dem 500L Trekking gibt es als Raumwunder der 500er-Familie seit kurzem auch den 500L Living. Bei einer Länge von nur 435 cm bietet der 500L Living auf Wunsch bis zu sieben Personen Platz. Für unseren Test haben wir den kompakten Van mit der gehobenen Lounge-Ausführung und dem 1,6 Liter-Dieselmotor mit 105 PS kombiniert.

Beim Basispreis von 23.900 Euro ist dann auch schon eine sehr wohnliche Ausstattung dabei. Unter anderem kann man sich über flauschige Sitzbezüge, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, 16"-Leichtmetallfelgen, eine Einparkhilfe hinten, Tempomat und noch vieles mehr freuen. Als Extra verwöhnte unser Testfahrzeug dann noch mit der Bicolore Lackierung, 17"-Leichtmetallfelgen, einem höhenverstellbaren Beifahrersitz und dem "Like more tech"-Paket, welches Navigationssystem, Rückfahrkamera und Parksensoren hinten beinhaltet. Zum Gesamtpreis von 26.118,75 Euro bekommt der Kunde einen sehr gut ausgestatteten Van, der kaum noch Wünsche offen lässt. Einzig eine Mittelarmlehne vorne hätte den Komfort noch gesteigert, sonst fehlt es wirklich an nichts.

Die Gestaltung des Innenraums ist sehr gut gelungen, und der 500L Living wirkt mit der zweifarbigen Gestaltung von Sitzen, Verkleidungen und Armaturen sehr hochwertig. Auch die Verarbeitung wirkt solide, und die gewählten Materialien machen einen guten Eindruck. Eine übersichtliche Gestaltung des Arbeitsplatzes rundet den positiven Eindruck weiter ab. Auch das neue UConnect-Entertainmentsystem mit Navi kann durch eine einfache Bedienung und gute Auflösung überzeugen.

Viele Ablagen und zwei Handschuhfächer bieten viel Platz für Kleinkram. Eine Klasse für sich ist dann aber das Platzangebot. Alle fünf Passagiere reisen im Fiat 500L Living vorzüglich und können sich auf allen Plätzen über genug Raum in jede Richtung freuen. Die hinteren Sitze können zudem in der Länge verschoben werden, so hat man entweder mehr Kofferraumvolumen oder mehr Platz für die Knie. Je nach Position der Rückbank hat man 506 bis 638 Liter Stauraum zur Verfügung. Zum großzügigen "Livingroom" verwandelt sich der Fiat dann durch Umklappen der Rücksitze. So entstehen bis zu 1.708 Liter Stauraum.

Durch das nach vorne Klappen des Beifahrersitzes lassen sich sogar bis zu 2,6 Meter lange Gegenstände transportieren. Der Kofferraum verfügt zudem auch über eine Abdeckplatte, mit der man die Höhe variieren kann. Es ist wirklich kaum zu glauben, wie flexibel und großzügig 435 cm Fahrzeuglänge ausgenutzt werden können.

Als gute Wahl zeichnet sich auch der 1,6 Liter MultiJet II Dieselmotor mit einer Leistung von 105 PS (77 kW) ab, der einen perfekten Mix aus Sparsamkeit und Spritzigkeit verspricht. Der Motor liefert bei 1.750 U/Min sein maximales Drehmoment von 320 Nm und zeigt sich so vom Start weg schon sehr spritzig. In 11,8 Sekunden sprintet man von 0 auf 100 km/h, und man ist bis zu 181 km/h schnell unterwegs. Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich leicht schalten, lediglich die Gänge sind etwas weit von einander entfernt positioniert. Der Weg kann eventuell auch durch den hohen Schalthebel weiter wirken, als er tatsächlich ist.

Die Abstufung der Gänge ist eher lang ausgefallen, wodurch man meist sehr schaltfaul unterwegs sein kann. Ist man im höchsten Gang, so hat man fast aus jedem Geschwindigkeitsbereich heraus genug Kraft zur Verfügung. Eine Schaltempfehlung hilft zudem, immer den richtigen Gang zu wählen.

In Kombination mit der Start/Stopp-Automatik präsentiert sich der geräumige Fiat auch recht sparsam. Die vom Werk versprochenen 4,5 Liter sind dennoch etwas schwer realisierbar, im Schnitt sind wir aber auf immer noch sparsame 5,2 Liter gekommen.

Ganz wie es sich für einen Familienvan gehört, ist der Fiat auch sehr komfortabel abgestimmt. Schnelle Kurven mag der Italiener dadurch etwas weniger, dafür eignet er sich hervorragend für weite Strecken. Er filtert Bodenunebenheiten gekonnt weg und ist auch auf der Autobahn noch überraschend leise, wenngleich hier Wind- und Abrollgeräusche schon wahrnehmbar sind. Der Motor selbst arbeitet sehr laufruhig und leise.

Durch die großen Fensterflächen und die etwas erhöhte Sitzposition ist der Fiat 500L Living auch sehr übersichtlich. Wer dennoch etwas unsicher ist, kann sich auf die Kombination aus Einparkhilfe hinten und Rückfahrkamera verlassen, die ein zentimetergenaues Einparken ermöglichen. Hilfreich ist dabei auch die Servolenkung mit "City"-Modus. Schon im Normal-Modus ist die Lenkung angenehm leichtgängig, im City-Modus wird sie aber nochmals leichtgängiger. Hier hat man dann schon das Gefühl, dass das Lenkrad erst gar nicht an der Lenksäule montiert ist, sondern dass man es einfach in der Luft dreht.

In unserem Test hat sich der 500L Living also von seiner besten Seite gezeigt. Er vereint alles, was man von einem soliden Familienvan erwartet und kann mit einem knuffigen Design und wohnlichen Innenraum überzeugen. Sein Kofferraumvolumen ist selbst für ein Auto dieser Klasse ausgesprochen geräumig und überzeugt auch mit vielseitigen Variationsmöglichkeiten.

Eine gute Wahl trifft man zudem mit dem 1,6 Liter MultiJet II, dessen 105 PS dem 500L Living genug Spritzigkeit verleihen, dabei aber dennoch auch ein sparsames Vorankommen garantieren.

Was uns gefällt:

das Platzangebot, das Design, der wohnliche Innenraum, der Motor

Was uns nicht gefällt:

dass der 500L Living keine Mittelarmlehne hat

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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