Fiat Freemont - Testbericht

Der Fiat Freemont mit Allradantrieb und Automatik ist eine interessante Alternative im Crossover-Segment. In unserem Test zeigt er, was er kann.

Dass es ein Leben nach dem Tod geben könnte, zeigt der Fiat Freemont. Die Reinkarnation des Dodge Journey ist seit Ende 2011 in Europa erhältlich und soll das Beste aus zwei Welten verbinden. Mit dem Badge-Engineering möchte Fiat Entwicklungskosten sparen und dabei trotzdem ein solides Auto bieten.

Optisch sind die Unterschiede zwischen Dodge Journey und Fiat Freemont sehr gering ausgefallen, im Vergleich zum Dodge kann der Fiat aber mit einigen technischen Neuerungen, wie etwa dem großen 8,4 Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole, aufwarten. Das sportliche Design steht dem Crossover dabei sehr gut, auf den Fotos wirkt der Fiat Freemont wesentlich zierlicher als er in Wirklichkeit ist. Mit einer Länge von 488,8 cm bietet er auch bis zu sieben Personen Platz.

Für unseren Test haben wir uns das Topmodell mit Dieselmotor angelacht. Der 170 PS starke Diesel ist an eine 6-Gang-Automatik und Allradantrieb gekoppelt und glänzt in der Luxusausstattungslinie "Lounge". Zum Preis von 38.850 Euro lässt der Italiener mit US-Genen dann auch kaum noch Wünsche offen. Serienmäßig sind neben ABS, ESP und sechs Airbags auch eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Ledersitze, Sitzheizung vorne, ein Navigationssystem mit 8,4"-Touchscreen, ein Alpine-Soundsystem, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine Rückfahrkamera, Tempomat, elektrische Fensterheber und noch vieles mehr an Bord.

Als einziges Extra hatte unser Testfahrzeug noch eine Metallic-Lackierung um 666 Euro, der Endpreis liegt damit bei 39.516 Euro.

Der Innenraum präsentiert sich sehr hochwertig, und man fühlt sich auf Anhieb wohl, auch wenn die Gestaltung des Innenraumes ganz auf den US-Geschmack angepasst ist. Neben viel Platz bietet das den Vorteil von unzähligen Ablagen und Fächern, die über den ganzen Innenraum verstreut sind. Überall findet sich ein Platz für Kleinkram und auch "Geheimverstecke", wie etwa im Fondfußraum unter der Matte, sind vorhanden.

Durch die großen und weit öffnenden Türen steigt man sehr bequem ein, und der Freemont bietet fünf Passagieren vorzügliche Platzverhältnisse. Bei Bedarf lassen sich aus dem Kofferraumboden noch zwei weitere Sitze hervor zaubern. Der Zugang zur 3. Sitzreihe ist dabei ebenfalls sehr gut, denn mit nur einem Handgriff fährt und faltet sich der Sitz der zweiten Reihe nach vorne, und man kann bequem in die 3. Reihe gelangen, wo das Platzangebot allerdings eher für Kinder geeignet ist. Sehr praktisch ist auch die integrierte Kinder-Sitzerhöhung in der zweiten Sitzreihe.

Wer alle Plätze ausnützt, kann noch 136 Liter Gepäck transportieren, ist man zu fünft unterwegs, stehen 472 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Maximal können zwei Passagiere und 1.461 Liter Gepäck transportiert werden.

Neben dem guten Platzangebot kann auch die Bedienung überzeugen. Lediglich der noch aus Daimler-Zeiten stammende Multifunktionshebel für Blinker, Fernlicht und Waschanlage ist etwas überladen. Dafür glänzt das 8,4 Zoll Touchscreen, über welches so gut wie alle Funktionen gesteuert werden können. Egal, ob Radio, Sitzheizung oder Fahrzeugparameter, alles ist einfach und intuitiv per Touchscreen zu bedienen.

Damit die Familie auch flott voran kommt, sorgt der 2,0 Liter Common-Rail-Dieselmotor mit einer Leistung von 170 PS (125 kW). Sein maximales Drehmoment von 350 Nm erreicht der Motor zwischen 1.750 und 2.500 U/Min. Zum Start und bei voller Beschleunigung ist der Motor sehr brummig, ist man einmal in Fahrt, bleibt es im Innenraum des Freemont aber selbst bei Autobahntempo flüsterleise. Der kräftige Motor beschleunigt den gut 2 Tonnen schweren Van im Offroad-Kleid in 11,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 183 km/h.

Nicht ganz so überzeugend ist die 6-Gang-Wandlerautomatik, die noch die Sitten der alten Schule beherzigt und mit langsamen und spürbaren Gangwechseln den Passagieren ihre Tätigkeit mitteilt.

Fahrwerk und Federung sind, wie es sich für ein Familienauto gehört, ganz auf Komfort getrimmt. Selbst grobe Bodenunebenheiten werden gekonnt weggefiltert, und so empfiehlt sich der Freemont auch als ideale Reiselimousine. In flotten Kurven ist er allerdings recht schwammig, hält aber auch dank des Allradantriebs immer guten Kontakt zur Straße und bleibt brav in der Spur.

Der Allradantrieb wird bei Bedarf automatisch mittels einer elektrisch gesteuerten Kupplung (EEC) zugeschaltet und leitet die Kraft flexibel und nach Bedarf auf die Vorder- und Hinterachse. So kommt man auch im Winter zu entlegenen Zielen und hat immer den bestmöglichen Kontakt zur Straße.

Dass der Freemont trotz Dieselmotor tief im Herzen ein Amerikaner ist, zeigt er dann auch beim Verbrauch. Die vom Werk angegebenen 7,3 Liter pro 100 Kilometer sind kaum zu erreichen, in unserem Test haben wir den sportlichen Crossover im Schnitt mit 8,4 Liter bewegt, was ihn nicht gerade zum Sparmeister macht.

Das Highlight des neuen Fiat Freemont ist sicherlich sein sehr großzügig gestalteter Innenraum, der nicht nur mit viel Platz, sondern auch mit unendlich vielen pfiffigen Details glänzen kann. Egal, ob die vielen Staufächer, die einfach klappbaren Sitze oder die Taschenlampe im Kofferraum, der Freemont erleichtert die täglichen Fahrten mit diesen Details.

Auch bei der Verarbeitung und der Ausstattung kann der große Fiat punkten. Wer vor allem auf Langstrecken unterwegs ist, wird auch mit der Motor-/Getriebe-Kombination seine Freude haben, denn vor allem auf der Autobahn gleitet man mit dem praktischen Fiat wunderbar und flüsterleise dahin. Auf jeden Fall ist der Fiat Freemont durch die Kombination aus Allradantrieb, Automatik und 7 Sitzen eine interessante Alternative, - diese Kombination findet man nicht sehr oft.

Was uns gefällt:

die vielen praktischen Details, die überkomplette Ausstattung, das Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

der Verbrauch, die Schaltvorgänge der Automatik

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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