Ford Edge 2.0 TDCi Allrad - Testbericht

Ford bietet die zweite Generation des Edge nun auch in Europa an. Was der Ami-SUV alles zu bieten hat, verraten wir im folgenden Test.

Mit dem Edge kommt nun auch eine interessante Alternative zu Audi Q5, Mercedes GLC und BMW X3 nach Europa. Der Edge soll dabei Premium-Ambiente zum Normalpreis bieten. Ob er diesen Spagat schafft, werden wir im folgenden Test verraten.

Optisch kann der Edge auf jeden Fall mit einer sehr dynamischen Linienführung und einem überaus markanten Design aufwarten. Die bullige Frontpartie und der knackige Heckabschluss stehen dem Ami-SUV ausgezeichnet. Auf den ersten Blick wirkt der Edge dabei sehr kompakt, erst wenn man vor dem Fahrzeug steht, merkt man, dass es sich doch um einen sehr großen SUV handelt. Das dynamische Design kaschiert die Länge von 480 cm perfekt.

Für den europäischen Markt hat Ford den Edge angepasst und ihm zwei kräftige Dieselmotoren spendiert. Man kann entweder einen 180 PS-Diesel mit manueller 6-Gang-Schaltung wählen, oder - wie in unserem Fall - einen 210 PS starken Dieselmotor mit 6-Gang-Automatik. In Kombination mit der Titanium-Ausstattung kommt der Allradler auf 54.300 Euro, ein fairer Preis in Bezug auf die wirklich gute Serienausstattung, die schon ein Navigationssystem mit 8"-Touchscreen, das Ford Key Free-Paket, eine elektrisch betätigbare Heckklappe, Einparkhilfe vorne und hinten, ein beheizbares Lederlenkrad, Sportsitze vorne inkl. Sitzheizung und vieles mehr beinhaltet.

Optional hat unser Testfahrzeug noch mit dem Business-Paket, dem Design Paket, Gurtairbags für die äußeren Sitze der zweiten Reihe, dem Toter-Winkel-Assistent, der Ruby Rot-Lackierung und der Frontkamera mit Split View Technologie verwöhnt. Der Gesamtpreis liegt damit bei 62.515 Euro und somit noch immer weit unter oben genannter Konkurrenz, wenn man die Ausstattung einkalkuliert.

Im Innenraum bietet der Edge ein wirklich sehr schönes Ambiente, bei dem man sich gleich wie zu Hause fühlt. Alles präsentiert sich sehr aufgeräumt und auch hochwertig. Wie für ein US-Auto üblich, gibt es viele Ablagen und große Getränkehalter. Ganz nach dem Geschmack der Europäer ist dafür die übersichtliche Armaturenlandschaft. Der 8"-Touchscreen ist sehr gelungen gestaltet, und man kann darüber nicht nur Radio-, Telefon- und Navi bedienen, auch die Klimatisierung von Sitzen und Fahrzeug ist möglich.

Beim Platzangebot zeigt sich der Edge trotz seinem sportlichen Design ebenfalls sehr großzügig. Auf allen Plätzen gibt es genug Raum, selbst im Fond passt die Kopffreiheit, obwohl ein überaus großes Panoramaglasdach mit an Bord war. Ein Traum sind die sehr bequemen Sportsitze für Fahrer und Beifahrer, die im Sommer gekühlt und im Winter beheizt werden können. Sehr großzügig bemessen ist auch das Kofferraumvolumen, bei dem zwischen 602 und 1.847 Liter Platz zur Verfügung stehen.

Ganz auf den Geschmack der Europäer ist auch die Motorisierung abgestimmt. Der 2,0 Liter-BiTurbo-Dieselmotor mit 210 PS Leistung kann mit einer angenehmen Laufruhe und viel Kraft aufwarten. Sein maximales Drehmoment von 450 Nm liefert der Motor schon bei 2.000 U/Min, doch auch darunter mangelt es nicht an genügend Schubkraft für sportliche Sprints. Wer die volle Leistung abruft, wird in 9,4 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 km/h befördert, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 211 km/h.

Besser als sich diese Werte lesen, fühlt sich der Edge im Fahrbetrieb an. Vor allem beim Zwischensprint überzeugt der SUV mit viel Kraft. Die 6-Gang-Automatik schaltet zwar nicht sehr flott, dafür aber überaus weich. Absolut auf Premium-Niveau angesiedelt ist die Geräuschdämmung, würden nicht zumindest bei Autobahntempo kleinste Spuren von Windgeräuschen in den Innenraum dringen, könnte man glauben, in einem schalldichten Raum zu sitzen. Hier übertrumpft der Amerikaner die Premium-Konkurrenz aus Deutschland eindeutig.

Beim Thema Fahrwerk und Federung erkennt man wieder den amerikanischen Ursprung, der Edge ist eindeutig auf die endlosen Weiten der amerikanischen Highways ausgelegt, und Bodenunebenheiten werden perfekt weggefiltert. Trotz allem Komfort vermittelt der Edge stets guten Kontakt zur Straße, und man hat nie das Gefühl, dass er überfordert wäre. Zu verdanken ist die gute Straßenlage dabei sicher auch dem intelligenten Allradantrieb, der die Kraft stufenlos zwischen Vorder- und Hinterrädern aufteilen kann - je nachdem, wo die Kraft gerade am besten aufgehoben ist bzw. benötigt wird.

Durch die intelligente Steuerung des Allradantriebs hat man im Vergleich zu einem permanenten Allradantrieb den Vorteil, dass sich der Verbrauch in Grenzen hält. Zwar sind die vom Werk angegebenen 5,9 Liter Durchschnittsverbrauch etwas zu optimistisch, der von uns erreichte Verbrauch von 7,8 Liter geht aber in Anbetracht von Fahrzeuggröße, Leistung und Fahrspaß noch in Ordnung.

Auch beim Thema Sicherheit kann der Edge überzeugen, serienmäßig gibt es einen Pre-Collision-Assist mit Fußgängererkennung, und unser Testfahrzeug hatte auch den Toten-Winkel-Warner mit an Bord. Für jene, die mit der Größe von 480 cm trotz guter Übersichtlichkeit beim Einparken Probleme haben, steht eine automatische Einparkhilfe zur Verfügung. Aber auch wenn man das Fahrzeug selbst aus Parklücken oder Einfahrten führt, stehen nützliche Hilfen parat. Mit dem Cross-Traffic-Alert sollen beim rückwärts Ausparken Kollisionen mit querendem Verkehr verhindert werden, und die Frontkamera mit Split View schaut quasi um die Ecken, wenn man aus einer Einfahrt rausfahren möchte.

In unserem Test hat der Ford Edge überzeugen können. Er hebt sich wohltuend von den etablierten SUV dieser Klasse ab. Trotz seinem dynamischen Design bietet er viel Platz, zudem gibt es auch eine überaus hochwertige Ausstattung, die keine Wünsche offen lässt. Der Motor überzeugt mit viel Kraft, und die Geräuschdämmung ist auf Luxus-Klasse-Niveau angesiedelt. Mit seinem fairen Preis hat der Edge damit gute Karten, die Konkurrenz etwas aufzumischen.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, der Fahrkomfort, die klimatisierten Sitze, die Sicherheitsausstattung, die Geräuschdämmung, der Motor

Was uns nicht gefällt:

Dass der Edge nicht schon früher zu uns gekommen ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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