Ford Fiesta 1.0 EcoBoost mHEV ST-Line im Test

Merci, Berry! Dass Ford knallige Farben liebt, zeigt sich auch beim neuen Fiesta. Womit der Fiesta uns noch begeistert, lesen Sie in diesem Bericht.

Die Farbe, die unseren Testwagen ziert, nennt sich Beautiful Berry Red. Damit outet er sich definitiv als Frauenversteher bei den Fiesta-Besitzerinnen, nichts desto trotz passt sie hervorragend zu dem witzigen Stadtflitzer, der in seiner Neuauflage noch mehr Konfigurationsmöglichkeiten bei der Ausstattung bietet. Für all jene, denen das Berry zu süß ist, gibt es den neuen Fiesta als neue Farbe auch in Boundless Blue Metallic.

Neben den beiden Basis-Ausstattungen Trend und Cool&Connect, gibt es wiederum die von Ford bekannten Varianten Titanium, Active und ST-Line. Diese können aber nun als „X“ oder „Vignale“-Ausführung nochmals mit Details persönlich angepasst werden.

Wir haben uns für diesen Test den sportlichen Fiesta in der ST-Line Ausstattung geholt, der sich bereits optisch durch seinen speziellen Bodykit von seinen Brüdern unterscheidet. Hinzu kommt der beim Facelift ohnehin neu gestaltete Kühlergrill mit schwarzem Wabenmuster, der als Teil der Frontschürze die Dynamik noch etwas mehr betont.

17 Zoll-Felgen mit 205er-Bereifung sowie LED-Scheinwerfer runden den Auftritt des kleinen Kölners ab. Preislich startet man bei diesem Modell bei 21.950,- Euro. Da in unserem Fall lediglich das Winterpaket sowie die abgedunkelten Scheiben ab der 2. Reihe dazu kommen, erhöht sich der Preis auf 22.650,- Euro.

Bei der Innenausstattung dürfen in unserem Fall Sportsitze mit verstärktem Seitenhalt nicht fehlen. Die anthrazitfarbigen Sitze mit roten Ziernähten bieten einen guten Seitenhalt, sind aber dennoch eher auf ein komfortables Fahren ausgelegt. Nachdem wir das Hakerl beim Winterpaket gesetzt haben, kann man bei eisigen Temperaturen neben einer beizbaren Frontscheibe auch auf warme Hände und ebenso wohltemperierte Vordersitze zählen.

Ansonsten zeigt sich das Interieur sehr übersichtlich und aufgeräumt. Es fehlt auch nicht an kleinen Ablagen für Schlüssel bzw. Handy. Sogar an eine kleine Mittelarmlehne wurde gedacht, die ebenfalls ein Staufach beherbergt. Die automatische Klimaanlage sorgt für eine angenehme Belüftung des Fahrzeugs. Zierleisten und Applikationen im Carbonlook geben dem Innenraum letztendlich einen wertigen Anstrich.

Sehr übersichtlich und dennoch informativ wurde das Cockpit unseres kleinen Flitzers gestaltet. Die analogen Instrumente werden durch einen digitalen Bordcomputer mit Farbdisplay erweitert, der die wichtigsten Parameter und Informationen zu den Assistenzsystemen, Multimedia und Telefon bereithält.

Gutes Infotainmentsystem

Gesteuert wird das Ganze über das Multifunktionslenkrad bzw. Spracherkennung. Ebenfalls serienmäßig in unserem Testfahrzeug wurde das Ford Sync 3 Light mit App-Link verbaut. Dieses Multimediasystem verfügt nicht nur über einen 8 Zoll-Touchscreen, sondern lässt uns auch diverse Radiokanäle über DAB/DAB+ rauschfrei genießen. Selbstverständlich gibt es eine umfassende Smartphoneanbindung, sodass auch hier Features ins Fahrzeug geholt werden können.

Normalerweise sind in kleinen Kompaktwagen die Mitreisenden im Fond sehr eingeschränkt. Dies kann auch der Fiesta nicht ganz abstreiten. Findet man jedoch betreffend der Beinfreiheit mit den Sitzen vorne einen Kompromiss, so reist es sich auch in der zweiten Reihe ganz gemütlich, denn selbst als Erwachsener muss man den Kopf nicht einziehen. Eine Dreierbelegung der Rückbank empfehlen wir dennoch nur in Notfällen oder für Kurzstrecken.

Der Kofferraum bietet durch seine tiefe Lademöglichkeit Stauraum von 292 Litern und damit genug Platz für den Familieneinkauf oder einen Wochenendtrip. Durch Umklappen der Rückbank kann man die Kapazität auf 1.093 Liter erweitern.

Beim Facelift des neuen Ford Fiesta kommt erstmals eine Mild-Hybrid-Motorisierung zum Einsatz, die wir auch in unserem Testfahrzeug ausprobieren konnten. Sie gibt es in zwei Leistungsstufen, nämlich mit 155 PS in Kombination mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe oder wie bei uns mit 125 PS, die entweder mit Schaltgetriebe oder mit Automatik geordert werden können.

Unser Ein-Liter EcoBoost-Turbobenziner besitzt statt der herkömmlichen Lichtmaschine einen riemengetriebenen Starter-Generator, der beim Bremsen oder „Segeln“ mit der gewonnen Energie die 48 Volt Lithium-Batterie speist. Diese kümmert sich in erster Linie um die elektrischen Verbraucher, die uns das Fahren so angenehm machen, andererseits unterstützt sie beim Antritt und Beschleunigen und sorgt dadurch für einen niedrigeren Verbrauch.

Alles in allem recht praktisch und im Fahralltag unbemerkt, wären da nicht die Informationen im Display, die uns unseren Eco-Fußabdruck quasi vor Augen führen.

Spritzige Fahrleistungen

Die 125 PS-Motorisierung ist sicherlich eine gute Wahl für all jene, die auch gerne mal Überland mit dem Fiesta unterwegs sind. Sein Sechs-Gang-Getriebe lässt sich präzise schalten und wurde gut an die Motorisierung angepasst.

Da das maximale Drehmoment von 170 Nm bereits bei 1.400 Umdrehungen beginnt, hat der Kleine ausreichend Kraft über das gesamte Drehzahlband. Immerhin beschleunigt er auf die 100 km/h-Marke in 9,4 Sekunden und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit laut Werk bei 203 km/h.

Aufgrund des sportlich abgestimmten Fahrwerks liegt unser Ford auch satt auf der Straße, ohne gleich als Schlaglochdetektor unangenehm aufzufallen. Seine Lenkung zeigt sich relativ leichtgängig, was gerade in engen Gassen und beim Rangieren positiv auffällt. Dank der Parksensoren hinten gibt es auch keine Probleme in engen Parklücken.

Vor der Feststellbremse, die noch manuell betätigt werden muss, befindet sich die Taste zur Einstellung des Fahrmodus. Hier kann man zwischen Sport, Normal und Eco wählen. Weil wir es gerne auch sportlich haben, war wir sehr oft in diesem Modus unterwegs, was unseren Fiesta zu einem Verbrauch von etwa sechs Litern verleitet hat.

Selbstverständlich gibt es im neuen Fiesta auch Assistenzsysteme wie Tempomat und Limiter mit Verkehrszeichen-Erkennung sowie einen Müdigkeitswarner und auf Wunsch noch einiges mehr.

Unser Fazit zum facegelifteten Fiesta fällt durchwegs positiv aus. Die neue Lackierung sowie die dezente Karosserieüberarbeitung passen dem Kölner sehr gut. Den Schritt in die neue Technologie mittels Mild-Hybrid-System kann man ebenfalls als gelungen betrachten. Dass die Preise mit der zunehmenden Technik steigen, ist ein notwendiges Übel, das es in Kauf zu nehmen gilt.

Was uns gefällt:

Die Farbe, der Sitzkomfort, die Gestaltung des Innenraums

Was uns nicht gefällt:

Navi bei diesem Preis nicht serienmäßig, nur in Koppelung mit dem Smartphone

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1

Technische Daten Ford Fiesta:

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost mHEV ST-Line
Testwagenpreis ohne Extras € 21.950,00
Testwagenpreis mit Extras € 22.650,00
davon Steuern € 3.930,99
Technische Daten
Zylinder 3
Hubraum in ccm 999
Leistung PS/KW 125/92
Max. Drehmoment Nm bei U/min 170 bei 1.400-4.500
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 9,4
Höchstgeschwindigkeit in km/h 203
Verbrauch Stadt in Liter 7,3
Verbrauch Überland in Liter 5,3
Durchschnittsverbrauch in Liter 5,0-6,0
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 114-136
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 406,9
Breite in cm 173,5
Höhe in cm 148,4
Radstand in cm 249,3
Kofferraumvolumen in Liter 292-1.093
Tankinhalt in Liter 42
Leergewicht in kg 1.196
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 1.675
Max. Zuladung in kg 479