Ford Fiesta 1,0 EcoBoost 125 PS - Testbericht

Für das neue Modelljahr hat Ford den Fiesta aufgefrischt. Wie ihm die Änderungen passen, verraten wir in unserem Test.

Die Fiesta-Modellreihe von Ford zählt seit Jahren zu den beliebtesten Kleinwagen in Europa. Für das neue Modelljahr hat Ford dem Fiesta ein umfangreiches Facelift spendiert und ihn noch hochwertiger gemacht. Vor allem am neuen Frontdesign, mit dem markant gestalteten Kühlergrill ist der Fiesta des neuen Jahrgangs sofort zu erkennen.

Aber auch im Innenraum hat sich einiges getan, und der Fiesta ist jetzt noch hochwertiger ausgestattet. Vor allem, wenn man die von uns gewählte Titanium-Ausstattung wählt. Für ordentlichen Fahrspaß sorgte beim Testfahrzeug zudem der 1,0 Liter EcoBoost-Motor mit 125 PS.

Der Basispreis für diese Konfiguration liegt bei 19.200 Euro und beinhaltet schon eine sehr gemütliche Ausstattung. Serienmäßig verfügt der Fiesta Titanium schon über sieben Airbags, ABS, ESP, das MyKey-System, Lederlenkrad und -schaltknauf, Nebelscheinwerfer mit Chrom-Dekor, 15"-Leichtmetallräder, einen Bordcomputer, eine Klimaanlage, die Mittelkonsole "Premium", LED-Tagfahrlicht und ein Audiosystem mit Radio und CD-Player.

Zusätzlich verwöhnte unser Testauto noch mit einer langen Liste an Extras. Neben der attraktiven Candy-Blau Lackierung waren noch ein Tempomat, abgedunkelte Scheiben ab der 2. Reihe, Regensensor, elektrische Fensterheber hinten, andere 15"-Leichtmetallfelgen, das Reifendruckkontrollsystem, ein auf zwei Höhen einstellbarer Gepäckraumboden, das Ford Key Free-System, beheizbare Vordersitze, das Easy Driver Paket 3 (City Stop, beheizbare Frontscheibe, elektrisch anklappbare Außenspiegel und Einparkhilfe hinten) und das Lifestyle Paket 2 (Ford SYNC-Radio mit 3,5"-Multifunktionsdisplay, 6 Lautsprecher, AUX-Eingang, Lenkradfernbedienung, Notruf-Assistent, und Klimaautomatik) mit an Bord.

Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 22.854,51 Euro, womit der Fiesta zwar preislich schon in der Kompaktklasse eingetroffen ist, dabei aber auch die gleiche Ausstattung und Qualität aufweisen kann.

Gleich beim ersten Blick in den Innenraum stellt man nämlich fest, dass der frisch geliftete Fiesta bei der Materialanmutung ordentlich zugelegt hat und wesentlich hochwertiger ausgeführt ist als sein Vorgänger.

Auch die neue Mittelkonsole ist übersichtlicher geworden, und der Fahrer kann sich auch über eine Mittelarmlehne freuen. Ein Mix aus Chrom-Applikationen und Klavierlack-Einlagen verleiht dem Innenraum zusätzlich noch einen sportiven Touch.

Die neuen Sitze mit hübscher Polsterung sind sehr bequem und geben auch guten Seitenhalt. Das Platzangebot in der ersten Reihe entspricht zudem auch schon jenem der Kompaktklasse, lediglich die Fahrgäste im Fond müssen sich dem Kleinwagen-Format beugen und verfügen nur über eingeschränkte Platzverhältnisse.

Großzügig ausgefallen ist das Kofferraumvolumen, der kleine Fiesta fasst immerhin 295 Liter, und durch Umklappen der Rücksitze können sogar 979 Liter aufgenommen werden. Viele praktische Ablagen runden den positiven Eindruck vom Innenraum weiter ab.

Eine wahre Frohnatur ist auch der 1,0 Liter EcoBoost-Motor mit 125 PS (92 kW), der dem Fiesta ordentlich Leben einhaucht. Das 3-Zylinder-Triebwerk hat einen kernigen Klang, der aber zu keinem Zeitpunkt aufdringlich wird. Dafür sorgt auch eine für einen Kleinwagen hervorragende Geräuschdämmung, wo selbst bei Autobahntempo kaum Motor- oder Windgeräusche in den Innenraum vordringen.

Sein maximales Drehmoment von 170 Nm erreicht der Motor zwischen 1.400 und 4.000 U/Min. Was sich am Papier schon mal gut liest, fühlt sich in der Realität dann ebenso gut an. Der Fiesta hängt gleich vom Start weg gut am Gas und sprintet fröhlich auf und davon. Nach nur 9,4 Sekunden erreicht man aus dem Stand die 100 km/h-Marke, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 196 km/h.

Das manuelle 5-Gang-Getriebe ist dabei sehr gut abgestuft, und man kann sparsam unterwegs sein, verfügt aber auch bei höherem Tempo im 5. Gang noch über gute Kraftreserven für einen Überholvorgang.

Die sehr direkte Lenkung macht den Fiesta sehr wendig. Darüber freut man sich nicht nur in der Stadt beim Einparken, sondern auch auf kurvigen Straßen, wo der Fiesta sehr viel Fahrspaß bietet. Fahrwerk und Federung ermöglichen eine sehr sportliche Gangart, dabei bleibt der Fiesta aber immer noch sehr komfortabel und empfiehlt sich durchaus für weite Strecken.

Wer den Fahrspaß, den der Fiesta bietet, genießt, der wird an den vom Werk angegebenen Verbrauch von 4,3 Liter nur schwer heran kommen. In unserem Test hat sich der Fiesta doch 5,8 Liter gegönnt, womit er zwar noch nicht als Säufer gilt, aber auch kein Sparmeister mehr ist.

Sparsamer unterwegs sein könnte man aber dennoch, wenn man sich mit dem serienmäßigen MyKey-System selbst etwas geißelt. Das MyKey-System ist eigentlich für Eltern gedacht, die den Fiesta an die Kinder ausleihen und sicher gehen möchten, dass diese nicht zu schnell fahren oder das Radio zu laut drehen. Beim MyKey-System kann nämlich für den Reserveschlüssel ein Profil angelegt werden, welches die Geschwindigkeit oder auch die Lautstärke des Radios limitiert. So können die Eltern sicher gehen, dass die Kinder nie schneller als 130 km/h fahren, wenn sie den Schlüssel auf diese Geschwindigkeit hin programmieren.

Die Auffrischung hat dem Ford Fiesta auf jeden Fall sehr gut getan. Auch wenn er sich optisch nicht sehr stark vom Vorgänger unterscheidet, so ist er doch wesentlich erwachsener und hochwertiger geworden. Vor allem die hochwertige Ausführung und die gute Geräuschdämmung haben uns gefallen und vermitteln den Passagieren den Eindruck, dass der Fiesta eine Klasse höher angesiedelt ist. Sehr fein ist aber auch der 1,0 Liter EcoBoost-Motor, auch wenn er die versprochenen Verbrauchswerte nicht ganz erreicht. Er bietet dafür jede Menge Fahrspaß und macht auch auf der Autobahn eine sehr gute Figur.

Was uns gefällt:

wie viel kleine Änderungen bewirken können, der Fahrkomfort, der spritzige Motor, die Geräuschdämmung

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot im Fond, der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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