Testbericht: Ford Fiesta Active mit 140 PS

Der neue Fiesta Active bringt den Offroad-Look jetzt auch bei Ford ins Kleinwagensegment. Ob er eine SUV-Alternative ist, verraten wir im folgenden Testbericht.

Die neue Generation des Ford Fiesta zeigt sich so vielseitig wie noch nie. Erstmals ist der kleine Ford auch in einer "Active"-Version erhältlich und präsentiert sich damit stolz im Offroad-Look. Das Crossover-Body-Kit steht dem kleinen Kölner dabei sehr gut. Durch die um 19 mm erhöhte Bodenfreiheit verstärkt sich der SUV-Look nochmals deutlich.

Für unseren Test haben wir den Fiesta Active in der gehobenen Ausstattungslinie Active Plus gewählt und dem Kleinwagen im Offroad-Look auch noch den starken 1,0 Liter-EcoBoost-Benziner mit 140 PS spendiert. Im Basispreis von 21.950 Euro ist schon eine sehr komfortable Serienausstattung enthalten, die unter anderem die Active-Fahrmodi, ein Premium-Navigationssystem mit Ford SYNC 3 und B&O Sound-System, 17"-Leichtmetallfelgen, eine automatische Klimaanlage, das Fahrer-Assistenz-Paket, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten, Tempomat und noch einiges mehr enthält.

Optional hat uns der City-Flitzer noch mit dem Fahrer-Assistenz-Paket 3, dem praktischen Türkantenschutz, einer silber lackierten Dachreling, LED-Scheinwerfern, dunkel getönten Scheiben ab der B-Säule, einer Spezial-Metallic-Lackierung, einer Rückfahrkamera und einem variablen Gepäckraumboden verwöhnt. Der Gesamtpreis liegt damit bei 25.272 Euro, bietet aber auch schon Ausstattungsdetails, die man bislang vor allem in höheren Fahrzeugkategorien findet.

Im Innenraum bietet der Fiesta Active einen gelungenen Mix aus modernem Look, robusten Materialien und schönen Zierelementen. Ein Highlight ist dabei der hoch positionierte 8"-Touchscreen, der auch in den größeren Ford-Modellen zu finden ist. Die schöne Darstellung der Navi-Karte gefällt dabei ebenso wie die einfache Bedienung. Trotzdem hat man nicht auf praktische Drehknöpfe, etwa für die Lautstärkenregelung des Radios, vergessen. Trotz vieler Funktionen kann auch das Lenkrad begeistern, die Symbole sind jetzt viel eindeutiger gestaltet als beim Vorgänger, so findet man sich auch während der Fahrt, ohne den Blick von der Fahrbahn nehmen zu müssen, leicht zurecht.

Die vielen Ablagen und eine für diese Klasse hervorragende Verarbeitung runden den positiven Eindruck weiter ab. Auch das Platzangebot kann sich für ein Auto der Kleinwagenklasse sehen lassen, selbst in der zweiten Reihe ist noch genug Raum, um größere Passagiere über kurze Strecken bequem zu befördern. Das Kofferraumvolumen ist in Kombination mit dem Reifenreparaturset 292 Liter groß und kann auf bis zu 1.093 Liter erweitert werden. Sehr praktisch ist der variable Gepäckraumboden, der auf zwei Höhen einstellbar ist.

Damit der Ford Fiesta Active nicht nur flott aussieht, sondern auch so fährt, empfiehlt sich die stärkste Benzin-Motorisierung, die wir in unserem Testfahrzeug hatten. Der 1,0 Liter-EcoBoost 3-Zylinder-Turbomotor verfügt über eine Leistung von 140 PS (103 kW) und liefert zwischen 1.500 und 5.000 U/Min ein maximales Drehmoment von 180 Nm. Gleich vom Start weg kann der Motor begeistern. Die Kraft wird sehr souverän zur Verfügung gestellt, und das Triebwerk arbeitet auch so laufruhig, dass man kaum merkt, dass es sich nur um einen 3-Zylinder-Motor handelt. Lediglich bei voller Beschleunigung hört man es dem Aggregat etwas an, was aber nicht weiter stört.

Sehr angenehm übersetzt ist auch das manuelle 6-Gang-Getriebe. Die Gänge lassen sich butterweich und auf direktem Weg wechseln, zudem kann man auch sehr schaltfaul unterwegs sein. Der Motor liefert nämlich auch noch viel Schubkraft, wenn man aus 80 km/h im höchsten Gang heraus beschleunigen möchte. Ruft man die volle Leistung ab, sprintet man in nur 9,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der Fiesta im Offroad-Look bei 202 km/h.

Trotz erhöhter Bodenfreiheit liegt der Fiesta Active perfekt auf der Straße, wie bei Ford gewohnt hat man jederzeit viel Spaß, wenn man das Fahrzeug über kurvige Straßen bewegt. Die direkte Lenkung und die knackige Abstimmung passen hervorragend zum Kleinwagen im Offroad-Look. Dabei bietet er auch für einen Kleinwagen viel Komfort und federt Bodenunebenheiten sehr gut weg. So kann der Fiesta Acitve auch auf der Langstrecke überzeugen, selbst die Geräuschdämmung ist bei Autobahntempo noch sehr gut und sogar besser als bei so manchem Fahrzeug höherer Klassen.

Dem sportlichen Charakter des Fahrzeugs entsprechend ist auch der Verbrauch bei unserem Test höher ausgefallen, als vom Werk versprochen. Die 4,5 Liter pro 100 Kilometer sind nur schwer realisierbar. Wir haben im Schnitt 6,5 Liter benötigt, was zwar für einen 140 PS starken Benziner nicht schlimm, aber dennoch weit vom versprochenen Verbrauch entfernt ist.

Voll überzeugen kann der Fiesta wieder bei der Sicherheitsausstattung. Er verfügt über Features, die man vor wenigen Jahren nicht mal in der Mittelklasse bekommen hat. Zudem arbeiten alle Systeme sehr zuverlässig. Die Highlights sind dabei der adaptive Tempomat und die LED-Scheinwerfer mit automatischer Fernlichtschaltung. Beide Systeme reagieren sehr schnell und genau. Vor allem der Re-Sprint, wenn ein langsameres Fahrzeug wieder den Fahrstreifen verlassen hat und der Fiesta Active auf die zuvor gewählte Geschwindigkeit sprintet, kann überzeugen.

Der Ford Fiesta Active hat in unserem Test also einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Er ist ein richtiger City-Flitzer, der durch die höhere Bodenfreiheit auch schon wirkliches SUV-Feeling bietet, dabei aber sehr wendig ist. Zur großen Überraschung ist man aber nicht nur in der Stadt gut aufgehoben, der Fiesta Active zeigt auch Langstreckenqualität und ist ein sehr angenehmes Reisefahrzeug. Für einen Kleinwagen zeigt der Fiesta Active wirkliche Größe und begeistert durchwegs. Neben dem agilen Auftritt sprechen auch die wohnliche Ausstattung und die Assistenzsysteme für den sympathischen Kleinwagen von Ford.

Was uns gefällt:

Der SUV-Look, der Innenraum, der Fahrspaß, Fahrwerk und Federung, Straßenlage, der Motor, die Sicherheitsausstattung

Was uns nicht gefällt:

Dass man trotz der noblen Ausstattung in der zweiten Reihe die Fenster noch per Hand kurbeln muss

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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