Testbericht: Ford Fiesta ST mit 200 PS

Die neue Generation des Ford Fiesta ist auch wieder in einer sportlichen ST-Version erhältlich. Wir verraten im folgenden Test, wie viel Spaßpotenzial in ihm steckt.

Der Ford Fiesta zählt zu den wichtigsten Modellen der Marke. Mit der neuen Generation des Kleinwagens deckt Ford dabei so viele Wünsche ab wie nie zuvor. Neben der neuen Luxus-Version "Vignale" und dem im Offroad-Look gehaltenen "Active" gibt es den Ford Fiesta auch wieder in einer sportlichen ST-Version.

Schon optisch hebt sich der ST von seinen Brüdern ab und kommt mit sportlicher Front- und Heckschürze sowie einem Dachkantenspoiler auf den Markt. Preislich startet unser Fiesta ST Testwagen als ST Plus bei 26.000 Euro, hat aber schon eine gute Basisausstattung, die unter anderem Recaro-Sportsitze mit Leder-Stoff-Polsterung, eine automatische Klimaanlage, das Fahrer-Assistenz-Paket, das Ford SYNC 3 Infotainmentsystem mit 8"-Touchscreen und Navi, das B&O Play Soundsystem, das Ford Key Free-System, beheizbare Vordersitze, 18"-Leichtmetallfelgen und vieles mehr beinhaltet.

Optional erfreute unser Testfahrzeug noch mit einem Türkantenschutz, einer Diebstahl-Alarmanlage, LED-Scheinwerfern, einer Rückfahrkamera, einem beheizbaren Lederlenkrad und einer beheizbaren Frontscheibe. Der Gesamtpreis liegt mit den Extras bei 28.025,62 Euro.

Der sportliche Kleinwagen gefällt neben seiner dynamischen Optik auch mit einem sehr sportlich gestalteten Innenraum, der sich von den anderen Modellen nicht nur durch die sehr bequemen Recaro-Sportsitze abhebt. Am griffigen Lederlenkrad ist ein ST-Logo angebracht und gibt damit ebenso einen Hinweis auf das sportliche Modell wie die in Carbon-Optik gehaltenen Zierelemente im Armaturenträger. Ein Highlight ist sicher der 8"-Touchscreen in der Mittelkonsole, der angenehm hoch positioniert ist und sich einfach bedienen lässt. Man findet sich sehr schnell zurecht und kann intuitiv alle Menüpunkte wählen.

Auch sonst zeigt sich der Innenraum sehr wohnlich und übersichtlich, viele praktische Ablagen bieten viel Platz für Kleinkram. Die Passagiere müssen auch nicht auf Komfort verzichten, eine Klimaautomatik ist ebenso an Bord wie eine Mittelarmlehne vorne. Sehen lassen kann sich das Platzangebot, Fahrer und Beifahrer haben das Gefühl, in einem Auto einer höheren Klasse zu sitzen. Im Fond steht für einen Kleinwagen ebenfalls viel Platz zur Verfügung, wenngleich hier natürlich Abstriche gemacht werden müssen. Sehr großzügig dimensioniert ist der Kofferraum, der mit 311 Litern Fassungsvermögen schon im oberen Bereich der Klasse angesiedelt ist. Durch Umklappen der Rücksitze können sogar bis zu 1.093 Liter transportiert werden.

Wer sich für einen kleinen Spaßmacher wie den Fiesta ST interessiert, hat aber sicher nicht nur den Innenraum im Fokus, sondern vor allem die Motorisierung. Auf den ersten Blick werden manche sicher erschrecken, wenn Sie die Eckdaten sehen. Der neue Fiesta ST hat nämlich einen neuen 1,5 Liter EcoBoost-Benzinmotor unter der Haube, der mit nur noch 3 Zylindern auskommt. Zusätzlich wird für mehr Sparsamkeit auch noch eine intelligente Zylinder-Steuerung verwendet, die, wenn die Leistung nicht benötigt wird, einen Zylinder deaktiviert. Dadurch ist der neue Fiesta ST um rund 11 Prozent sparsamer als der gleich starke Vorgänger, der noch vier Zylinder unter der Haube hat.

Gleich geblieben ist neben der Leistung auch das maximale Drehmoment von 290 Nm, welches jetzt jedoch nur noch zwischen 1.600 und 4.000 statt bislang 5.000 U/Min zur Verfügung steht. Wer jetzt dennoch skeptisch ist, sollte den Start-Knopf betätigen und den Fiesta ST zum Leben erwecken. Sofort stellt man fest, dass der Motor schon von unten heraus viel Schubkraft zur Verfügung stellt. Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich sehr knackig schalten, und die Gänge sind so ausgelegt, dass man sowohl schaltfaul und sparsam, als auch sehr sportlich unterwegs sein kann. Man kann schon sehr früh in den höchsten Gang wechseln, aber auch niedrige Gänge bis zu einem hohen Tempo ausdrehen, um den maximalen Fahrspaß zu erleben.

Per Tastendruck kann der Fahrer auch die Charakteristik des Fahrzeugs ändern, wobei schon im "Normal"-Modus enorm viel Fahrspaß möglich ist. Wer den "Sport"-Modus wählt, erlebt eine spürbar direktere Gasannahme, und auch die Lenkung ist etwas härter und noch direkter. Hinzu kommt ein kerniger Sound, der keinesfalls mehr an einen 3-Zylinder-Motor erinnert. Als dritte Option gibt es noch den Modus "Rennstrecke", dessen Setup schnelle Runden auf Rennstrecken garantieren soll. Die Traktionskontrolle ist dabei deaktiviert, und der Klang der Auspuffanlage wird nochmals kerniger.

Die Techniker haben sich auch sehr bemüht, den Fiesta bei Fahrwerk und Federung auf absolute Sportlichkeit zu trimmen. An der Verbundlenker-Hinterachse des neuen Fiesta ST kommt erstmals die von Ford entwickelte Force Vectoring-Technologie zum Einsatz. Damit kann das Fahrwerk in Kurven größere Querkräfte aufnehmen und wirkt so deutlich agiler als bisher. Es ist dabei wirklich erstaunlich, wie sich der Fiesta ST in schnellen Kurven an den Asphalt ansaugt und einem das Gefühl vermittelt, wie auf Schienen zu fahren. Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 232 km/h schnell. Auch wenn man die sportliche Seite des Fiesta ST gerne nutzt, kann man mit ihm auch im täglichen Leben gut voran kommen.

Trotz sportlicher Auslegung bietet er auch für den Alltag noch viel Komfort, und man kann den Fiesta ST im "Normal"-Modus sehr zivil bewegen. Das zeigt sich auch beim Verbrauch. Der vom Werk angegebene Verbrauch von 6,0 Litern kann bei sparsamer Fahrweise durchaus erreicht werden. Wir haben eher den Sport-Modus und den gebotenen Fahrspaß genossen und immer noch einen mehr als guten Wert von 7,4 Litern pro 100 Kilometer erreicht.

Der 406,8 cm lange Fiesta ST hat in unserem Test auf jeden Fall gezeigt, dass ein Kleinwagen durchaus hohes Spaßpotenzial hat. Zur großen Überraschung kann der neue 1,5 Liter 3-Zylinder auf ganzer Länge überzeugen und begeistert mit enormer Schubkraft bei sparsamem Verbrauch. Auch die Straßenlage und der damit verbundene Fahrspaß passen, ebenso die sportliche Ausstattung, bei der man nicht auf Luxus verzichten muss.

Was uns gefällt:

Das sportliche Design, der Innenraum, die Sportsitze, der Fahrspaß, Fahrwerk und Federung, Straßenlage, der Motor, der Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

Der Zugang zum Fond ist beim 3-Türer etwas beschwerlich.

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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