Ford Fiesta Vignale 140 PS - Testbericht

Vignale - dieses Wort steht bei Ford für die exklusiven Modelle. Wir haben uns den Cityflitzer in der Luxusversion näher angesehen.

Eine Ausstattungslinie, der in einem Store eine eigene Lounge mit speziell geschultem Berater gewidmet ist. Na wenn das nicht schon für die Exklusivität des Vignale spricht, können wir auch nicht weiterhelfen. Aber er ist auch ein ganz eleganter. Bereits auf den ersten Blick merkt man, hier steht kein gewöhnlicher Fiesta. Ein bisschen Chrom hier, ein blitzendes Detail da, ja so sieht dezente Eleganz aus. Konkret gesprochen sind es die Chrom-Dekor-Elemente unter den Seitenscheiben, am Heckdiffusor und im Stoßfänger vorne um die Nebelscheinwerfer. Die Türleisten unten nicht zu vergessen. Hinzu kommt seine exklusive Lackierung, Milano-Grigio genannt, die ihm wirklich hervorragend steht.

Preislich startet das Schmuckstück bei 21.850 Euro für den 140 PS-Benziner. Man merkt, Luxus kostet. Aber steht der Preis auch in einer vernünftigen Relation zur gebotenen Leistung? Nun, wer sich gern mit etwas Schickem schmückt, dem ist der Preis wahrscheinlich nicht so wichtig. Das muss man immer im Hinterkopf behalten. Einfach Tür öffnen und einsteigen heißt es dank serienmäßigem Keyless-Zutritt. Der Dreizylinder wird dadurch ebenfalls per Knopfdruck zum Leben erweckt. In den Leder/Stoff gepolsterten Sportsitzen sitzt man erstaunlich gut. Sie passen sich dank verstellbarer Lendenwirbelsäule auch bestens an die Fahrer an, bieten ausreichenden Seitenhalt und ermöglichen so auch längere Fahrten ohne gröbere Verspannungen.

Lässt man den Blick durch den Innenraum schweifen, so sticht einem das erst auf den zweiten Blick lilagetönte Armaturenbrettdekor ins Auge, denn eigentlich wirkt es schwarz. Nur bei Lichteinfall schillert es dezent lila. Sehr edel, vor allem auch hier in Kombination mit den Chromeinlagen und dem Lederbezug des Armaturenbretts mit den farbigen Nähten. Das aufgesetzte Navi-Display dominiert die Armaturenlandschaft. Das serienmäßige Ford Sync 3 mit 8-Zoll-Touchscreen wurde in unserem Testfahrzeug mit dem Premium-Navi und B&O Play erweitert, was mit 867 Euro extra zu Buche schlägt, dem kleinen Fiesta aber eine gut getragene Klangkulisse angedeihen lässt. Spezielle Einstiegszierleisten und Teppichfußmatten im Vignale Design sind selbstverständlich ebenfalls vorhanden.

Ebenso besitzt der kleine Cityflitzer serienmäßig einen Tempomat, automatische Klimaanlage mit dreistufiger Funktionsstärke und elektrische Fensterheber hinten. In Sachen Sicherheit lässt Ford dem kleinen Fiesta serienmäßig neben einem Fernlichtassistent auch einen Müdigkeitswarner und eine Verkehrsschilderkennung (Fahrer-Assistenz-Paket 1) angedeihen. Damit wirklich nichts schief geht, gibt es einen Park-Pilot hinten noch dazu.

Als wäre es mit der Serienausstattung nicht genug, gibt es für unser Testfahrzeug noch einen Hauch Luxus mehr. Dieser erhöht den Gesamtpreis dann nochmal um etwa 5.000 Euro, der in unserem Fall dann bei 26.962 Euro liegt. Neben der Speziallackierung sind das zunächst einmal die 18-Zoll-Leichtmetallräder im 8-Speichen-Design. Der Türkantenschutz, der blitzschnell beim Türöffnen ausklappt und damit Schäden am eigenen Fahrzeug und an dem des Parklückennachbarn verhindern soll, gehört zu den Must-Haves für Großstädter. Aufgrund des Panorama-Schiebedachs wirkt der Innenraum auch gleich viel größer. Den Ausblick können zwar die Mitreisenden besser genießen, aber für immerhin vier weitere Personen wäre dies möglich. Im Rahmen unserer Testfahrten haben wir einmal die Vollkapazität mit fünf Erwachsenen ausgeschöpft, würden das aber nur für Kurzstrecken empfehlen. Zu viert ist der Fiesta deutlich bequemer.

Das Easy-Driver-Paket 2 erweitert die Parksensoren auf vorne sowie seitlich und unterstützt das Einparken durch einen entsprechenden Assistenten. Apropos Assistent: Der Tempomat wird im Fahrer-Assistenz-Paket 3 durch einen adaptiven Tempomat mit Auffahrwarnsystem und Distanzanzeige sowie Pre-Collision-Assist erweitert. Außerdem werden die Daten des Bordcomputers nun in einem 4,2 Zoll Farbdisplay angezeigt. Dank des Winter-Pakets 2 gibt es keine kalten Hände und Sitzflächen mehr, und auch die Frontscheibe kann beheizt werden.

In puncto Laderaum weiß der kleine Ford durch seinen geteilten Ladeboden zu überzeugen, der es im Notfall auch ermöglicht, das Gepäck von drei Personen für einen Wochenendtrip zu schlucken. Zwischen 292 und 1.093 Liter können also getrost in den Fiesta gepackt werden.

Motorisch macht der 140 PS Dreizylinder EcoBoost sicherlich auch die Maximalausschöpfung der Zuladung einigermaßen gut mit. Im Alltagsbetrieb zeigt er sich drehfreudig bzw. spontan im Ansprechverhalten und das bei einem Hubraum von 998 Kubik. Das Sechs-Gang-Schaltgetriebe wurde sehr gut übersetzt, sodass der Cityflitzer auch überland für längere Ausfahrten einen guten Eindruck hinterlässt. Es lässt sich angenehm präzise schalten. Besonders überrascht hat uns der Kleine in bergigen Gefilden, wo so manchem hubraumschwachen Aggregat die Luft ausgeht. Ohne großartiges Rühren im Getriebe ging es zügig bergauf, bergab ohnehin. Das Drehmoment von 180 Nm in einer Drehzahlbandbreite von 1.500 bis 5.000 Touren leistet seinen Beitrag dazu. Unter Idealbedingungen schafft der Fiesta den Sprint auf 100 km/h in neun Sekunden. Das Ende des Fahrspaßes deklariert der Hersteller bei 202 km/h.

Auch bei der Auslegung der Fahrwerksabstimmung entschied man sich bei Ford für den sportlich-komfortablen Kompromiss, sodass man kurvigere Straßen gern mal beherzter in Angriff nehmen kann. Trotzdem ist er nicht brettlhart. Eben genau die richtige Mischung. In Sachen Verbrauch gibt der Hersteller Werte von 5,8 in Stadt, 3,8 überland und 4,5 im Durchschnitt an. Während unserer Testzeit lag unser Verbrauch im Bereich um die 6,2 Liter. Wobei wir es kurzzeitig auch darunter geschafft haben, aber Fahrspaß zeigt sich halt immer auch an der Zapfsäule.

Unser Fazit zum Ford Fiesta Vignale: Wer Bling-Bling liebt, einen schicken Stadtflitzer mit Topausstattung und wirklich elegantem Fast-Premium-Auftritt sucht, der wird hier fündig. Der Vignale ist nichts für Fahrzeugnutzer, die nur einen Untersatz für die Fahrt von A nach B suchen. Er ist für all jene, die gerne genießen und sich an Ambiente und Ausstrahlung freuen. In der starken Motorisierung wird er sicher auch jenen gefallen, die gerne eine zügigere Gangart wählen. Puncto Sicherheit und Assistenzsysteme spielt der Fiesta sicherlich in der Topliga. Zur Topliga gehört sicherlich auch sein Preis, aber Ford bietet dafür einiges.

Was uns gefällt:

Super Ausstattung, guter Motor, schicker Auftritt

Was uns nicht gefällt:

Der Preis - für einen Kleinwagen, den Dreizylindersound kann er nicht verbergen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1

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