Testbericht: Der neue Ford Focus Active mit 182 PS

Erstmals bietet Ford den neuen Focus auch im feschen Offroad-Look an. Im folgenden Testbericht verraten wir, wo die Vorzüge dieser Variante liegen.

Die neue Generation des Ford Focus zeigt sich so vielfältig wie nie zuvor. Erstmals können die Kunden den Focus auch als "Active" im Offroad-Look ordern. Was einmal mit Oberklasse-Kombis begonnen hat, gibt es jetzt schon bis ins Kleinwagensegment hinunter. Nach dem Ka+ Active und dem Fiesta Active bietet Ford jetzt mit dem Focus Active erstmals die Kombination aus Kompaktwagen und Offroad-Look an. Die Kunden können dabei zwischen dem 5-Türer und dem Traveller wählen.

Zu erkennen sind die Focus Active-Modelle an der um 30 mm erhöhten Bodenfreiheit, der robusten Kunststoffbeplankung rundum, einer Dachreling und einer speziell gestalteten Frontschürze. Zudem gibt es zwei weitere Traktionsmodi für "Schnee/Nässe" und "Schlechtwege". Für unseren Test haben wir den Focus Active in einer sehr sportlichen Version gewählt und den 5-Türer mit dem 1,5 Liter-EcoBoost-Motor und 8-Gang-Automatik kombiniert.

Zum Listenpreis von 30.690 Euro ist schon eine sehr gute Basisausstattung an Bord, unter anderem gibt es bereits das Ford SYNC3 mit 8"-Touchscreen und Navi, 17"-Alufelgen, eine Klimaanlage, den Active-Body-Styling-Kit, eine Dachreling in Schwarz, LED-Nebelscheinwerfer, das Park-Pilot-System vorne und hinten sowie einen Tempomat.

Für ein Plus an Luxus und Sicherheit hatte unser Testfahrzeug noch das Design-Paket 4, das Styling Paket Active, das B&O-Play-Premium-Navigationssystem, den Toter-Winkel-Assistenten, eine induktive Ladestation, Metallic-Lackierung, eine Stoff/Lederpolsterung, das Family-Paket, das Winter-Paket, das Komfort-Paket 2, das Park-Paket, das Technologie-Paket und ein Head-up-Display dabei. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 38.793 Euro, lässt aber auch kaum noch Wünsche unerfüllt.

Im Innenraum zeigt der Focus Active einen gelungenen Mix aus modernen Elementen, robustem Outfit und hochwertiger Qualitätsanmutung. Die neue Innenraumgestaltung des Focus hat uns schon bei den ersten Testfahrten begeistert, der Active kann zudem noch mit seinem ganz eigenen Charme aufwarten. Sehr gelungen ist der hoch positionierte Touchscreen mit 8"-Diagonale. Die Darstellung aller Menüs und der Navi-Karte ist sehr schön, und auch die Bedienung ist intuitiv und ohne Hinzuziehen des Handbuchs möglich. Überhaupt findet man sich trotz vieler Funktionen sehr schnell zurecht und auf Anhieb wohl. Auf der praktischen Seite sprechen für den Focus Active die vielen Ablagen, durch den Drehknopf für die Wahl der Fahrstufe ergibt sich auch noch genug Platz für zwei große Getränkehalter zwischen Fahrer- und Beifahrersitz.

Das Platzangebot ist im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls deutlich großzügiger, und die Sitze für Fahrer und Beifahrer können auch auf der Langstrecke überzeugen. In Kombination mit dem Reifenreparaturset hat man ein Kofferraumvolumen von 375 Litern, welches auf bis zu 1.320 Liter erweitert werden kann.

Für sportlich ambitionierte Fahrer wird der neue 3-Zylinder-1,5 Liter-EcoBoost-Motor mit 182 PS (134 kW) die beste Wahl sein. Schon bei 1.600 U/Min liefert der Motor sein maximales Drehmoment von 240 Nm und hat damit schon von unten heraus viel Kraft. Dass es sich bei dem Aggregat nur um einen 3-Zylinder-Motor handelt, merkt man nur in wenigen Situationen. Lediglich bei voller Beschleunigung entwickelt der Motor einen leicht grimmigen Klang, der jedoch kaum eine Chance hat, in den sehr gut isolierten Innenraum vorzudringen. Bei der Geräuschdämmung zeigt der Focus Active Premium-Klasse.

Der Fahrer kann zudem zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen, die dem Fahrzeug einen jeweils unterschiedlichen Charakter verleihen. Am wohlsten fühlt man sich dabei im Normal-Modus, der eine perfekte Balance zwischen Sportlichkeit, Komfort und Effizienz bietet. Wer es sparsam möchte, kann im Eco-Modus sicher den einen oder anderen Liter Sprit einsparen, wer mehr auf Sportlichkeit Wert legt, wird am Sport-Modus seine Freude haben. Hier wirkt alles nochmals eine Spur nachgeschärft, und der Focus sprintet in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Vorwärtsdrang endet erst bei 208 km/h.

Wunderbar harmoniert dabei die 8-Gang-Automatik mit dem Triebwerk. Im Sport-Modus werden die Gänge weiter ausdreht, und die Schaltung erfolgt gefühlt noch einen Tick schneller, als im Normal-Modus, wo dafür die Schaltvorgänge eine Spur sanfter vonstatten gehen. Wobei hier der Unterschied in etwa zwischen leicht merkbarem und unmerkbarem Schaltvorgang liegt.

Eine Klasse für sich ist die Straßenlage. Auch in der um 30 mm erhöhten Active-Ausführung liegt der Focus perfekt auf der Straße und lässt sich fast so zügig wie ein Go-Kart um enge Kurven zirkeln. Die sehr direkte Lenkung und eine sensationelle Fahrwerksabstimmung sind sicher die fahraktiven Highlights am Focus. Die etwas erhöhte Bodenfreiheit erlaubt es in Kombination mit dem Schlechtwege-Fahrmodus, auch abseits befestigter Straßen noch gut voran zu kommen, womit der Focus Active gekonnt die Lücke zwischen normalem Focus und Kuga schließt.

Hinzu kommt, dass er beim Verbrauch in Anbetracht der Fahrleistungen noch recht genügsam bewegt werden kann. Wir haben uns vom Sportgeist des Fahrzeugs fangen lassen und sind im Schnitt auf 7,9 Liter pro 100 Kilometer gekommen. Laut Werk sollte er sich mit 6,1 Liter begnügen.

Ohne Fehl und Tadel zeigt sich auch die umfangreiche Sicherheitsausstattung unseres Testfahrzeugs, das mit adaptivem Tempomat, Toter-Winkel-Warner, Spurhalteassistent und einer Fernlichtautomatik aufwarten konnte. Ein Highlight sind dabei auch die adaptiven LED-Scheinwerfer, die nachts für eine perfekte Ausleuchtung der Straße sorgen.

Der Ford Focus Active ist auf jeden Fall ein Highlight in der Kompaktklasse und hebt sich mit seinem Offroad-Look von den Mitbewerbern ab. Er bietet die Vorzüge eines Kompaktwagens und verbindet diese mit dem Look eines SUV. Für jene, die gerne eine Spur höher sitzen, sich aber keinen SUV anschaffen wollen, ist der Focus Active der ideale Partner. Seine luxuriöse Ausstattung und die Top-Sicherheitsfeatures machen ihn in Kombination mit dem agilen 3-Zylinder-Turbomotor und der sensationellen Fahrwerksabstimmung zu einem Angebot, das man auf jeden Fall näher betrachten sollte, wenn man in der Kompaktklasse ein neues Auto sucht.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, der Innenraum, die Straßenlage, der Touchscreen, der Motor, die Fahreigenschaften

Was uns nicht gefällt:

Dass man in manchen Situationen merkt, dass es ein 3-Zylinder ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-