Testbericht: Der neue Ford Focus RS

Der neue Ford Focus RS ist eines der stärksten Autos in der Kompaktklasse. In unserem Test verraten wir, was das Besondere am schnellsten Focus aller Zeiten ist.

Ford hat mit dem neuen Focus RS ein ganz besonderes Auto auf die Räder gestellt, das mit seinem Vorgänger nicht mehr viel gemeinsam hat. Erstmals kommt der Focus RS mit Allradantrieb und einer Leistung von 350 PS (257 kW) zum Kunden und verspricht damit so viel Fahrspaß wie noch nie. Der Listenpreis des Focus RS liegt bei 46.950 Euro und umfasst schon eine recht gute Basisausstattung, die jedoch noch im Detail verfeinert werden kann.

Wir hatten noch das RS Komfort-Paket, das RS Performance Paket, eine Alarmanlage, den praktischen Türkantenschutz, das Park-Pilot-System hinten, die Spezial-Metallic-Lackierung "Nitrous-Blau" und eine heizbare Frontscheibe inkl. heizbaren Scheibenwaschdüsen an Bord. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 52.630 Euro und lässt für ein Fahrzeug dieser Klasse kaum noch Wünsche unerfüllt.

So sportlich sich der RS von außen gibt, so sportlich geht es auch im Innenraum weiter. Im RS Performance Paket sind nämlich die Recaro Schalensitze enthalten, die gleich den Eindruck erwecken, dass man in einem Rennwagen unterwegs ist. Aber auch die Zusatzinstrumente, die sich harmonisch in die Mitte der Armaturenlandschaft einfügen, und die blauen Ziernähte verraten, dass man in einem ganz besonderen Focus unterwegs ist.

Platzangebot und Bedienung entsprechen den anderen Focus-Modellen und man hat somit genügend Platz. Die Schalensitze sind jedoch nur für wirklich sportlich begeisterte Personen geeignet, deren Leibesfülle sich im Bereich eines Zahnstochers befindet. Zudem verfügen die Sitze nur über eine eingeschränkte Verstellmöglichkeit, eine Höhenverstellung ist nämlich nicht vorhanden. Perfekter Halt ist garantiert, der Komfort auf der Langstrecke ist durch die recht harte Polsterung am Rücken jedoch etwas eingeschränkt.

Auf voller Linie punkten soll der Focus RS auch beim Thema Fahrspaß. Hier verspricht der 4-Zylinder-Turbomotor schon am Papier sehr viel. Der 2,3 Liter-Turbo-Benziner verfügt über eine Leistung von 350 PS (257 kW) und liefert sein maximales Drehmoment von 440 Nm zwischen 2.000 und 4.500 U/Min. So hat man schon im Normalmodus über einen sehr breiten Drehzahlbereich eine enorme Schubkraft zur Verfügung. Dank Allradantrieb wird die Kraft perfekt auf die Straße gebracht, und der Focus RS zischt aus dem Stand fast wie eine Rakete davon, ganz ohne Durchdrehen der Räder oder sonstige Späße, die den Vorwärtsdrang negativ beeinflussen.

Nach nur 4,7 Sekunden erscheint die 100 km/h-Marke am Tacho, der Vorwärtsdrang hält dann aber natürlich noch immer ungebrochen an. Wenn man den Focus ließe, könnte er locker bis 266 km/h weiter sprinten. Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist ebenfalls sehr harmonisch übersetzt und verfügt über kurze und sehr knackige Schaltwege. Durch die enorme Schubkraft erzielt man auch aus niedrigen Geschwindigkeiten im höchsten Gang noch tolle Beschleunigungswerte.

Wer die volle Leistung erleben möchte, muss natürlich ein paar Gänge zurück schalten, um die brachiale Gewalt der 350 PS beim Herausbeschleunigen zu spüren. Untermalt wird das Ganze dann auch noch von einem herrlichen Sound, der sich mit zunehmender Drehzahl homogen entfaltet und begeistert. Dabei kann man den Focus RS im Normalbetrieb sehr leise bewegen, im unteren Drehzahlbereich bleibt der Motor recht ruhig.

Der Focus RS ist sehr vielseitig und auch bestens für den Einsatz auf der Rennstrecke ausgelegt. Neben dem Sport-Modus, der alle Systeme nochmals schärft und auch für den normalen Straßenverkehr ausgelegt ist, verfügt der Focus RS noch über die Modi "Rennstrecke" und "Drift". Im Rennstrecken-Modus werden alle Systeme so ausgelegt, dass man eine Rennstrecke so schnell wie möglich umrunden kann. Der Fahrer kann dabei einige Parameter noch selbst definieren und auch die Dämpfer ganz nach seinem Wunsch einstellen.

Ein absolutes Highlight des Focus RS ist aber der Drift-Modus. Dieser ermöglicht es, trotz Allradantriebs wunderbare Drifts hinzulegen. Um das zu ermöglichen, leitet der Allradantrieb am Kurveneingang möglichst viel Kraft an das äußere Hinterrad, bevor das Motormoment beide Hinterräder erreicht und hierdurch das Lenken des Fahrzeugs mit dem Gaspedal erleichtert. Die Dämpfer- und Lenkungsabstimmung wechselt dabei in die "Normal"-Position, damit Lastwechsel sanfter ausfallen und einfacher zu managen sind. So kann man wirklich wunderbare Drifts mit dem Focus RS hinlegen und das Fahrzeug mit richtiger Dosierung des Gaspedals im Kreis steuern.

Wer so viel Talent zeigt, benötigt auch mehr Benzin, was wir im Test ebenfalls festgestellt haben. Die vom Werk angegebenen 7,7 Liter Durchschnittsverbrauch sind in der Realität so einfach zu erreichen wie ein Lotto 6er. Selbst bei halbwegs gezähmter Fahrweise sind wir auf 10,3 Liter gekommen, wer den Fahrspaß voll auskostet, kann aber nochmals zwei bis drei Liter dazu rechnen.

Auf jeden Fall ist der neue Focus RS ein Meisterwerk, das nicht nur viel Fahrspaß bei hoher Alltagstauglichkeit bietet, sondern auch mit vielen Talenten begeistern kann. Vor allem der Drift-Modus ist in dieser Klasse einzigartig und macht viel Spaß.

Was uns gefällt:

Das Design, der Drift-Modus, der Fahrspaß, die Straßenlage, die Schubkraft

Was uns nicht gefällt:

Der Verbrauch, die etwas zu harten Sportsitze

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1-

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