Ford Focus ST-Line - Testbericht

Mit dem Focus ST-Line hat Ford beim Focus eine sportliche Ausstattungslinie eingeführt. Wir verraten in unserem Test, ob der 150 PS-Benziner gut zur Sport-Optik passt.

Der Ford Focus ist derzeit einer der Oldies im Kompakt-Segment und wird schon bald einen Nachfolger bekommen. Bevor der letzte Vorhang für die aktuelle Focus-Generation fällt, hat man mit der ST-Line-Ausstattung noch eine optisch sehr ansprechende Version des Focus auf den Markt gebracht. Die sportlichen Anbauteile stehen dem kompakten Kölner überaus gut und verleihen ihm einen dynamischen Look. Überhaupt kann der in die Jahre gekommene Focus optisch mit den neuen Mitbewerbern noch locker mithalten. Sein Design wirkt immer noch überaus frisch und ansprechend.

Für unseren Test haben wir den Focus ST-Line mit dem 1,5 Liter EcoBoost mit 150 PS kombiniert, was eine gute Mischung aus sportlicher Optik und dynamischen Fahrleistungen verspricht. Der Listenpreis für diese Version liegt bei 25.100 Euro und beinhaltet eine recht gute Basisausstattung inkl. Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Audiosystem Ford SYNC3, Sportsitze und vieles mehr.

Optional erfreute unser Testfahrzeug noch mit dem Business-Paket 2, dem Fahrer-Assistenz-Paket, dem Red Edition Paket, dem Winter-Paket 2, dem praktischen Türkantenschutz, adaptiven Bi-Xenon-Scheinwerfern, der Lackierung Racing Rot, einer automatischen 2-Zonen-Klimaanlage, LED-Ambientebeleuchtung und der Mittelkonsole "Premium". Der Endpreis inklusive Optionen liegt bei 31.700 Euro und geht in Anbetracht der sportlichen und luxuriösen Ausstattung in Ordnung.

Auch der Innenraum des Focus wirkt noch sehr frisch und aufgeräumt. Die meisten Funktionen sind über den Touchscreen steuerbar, so dass nur noch wenige Knöpfe in der Mittelkonsole übrig geblieben sind. Die Bedienung des Ford SYNC3-Systems ist dabei sehr lobend zu erwähnen, mit jeder Generation ist das Infotainmentsystem besser geworden. Eine intuitive Bedienung und eine schöne Darstellung sind Merkmale der aktuellen Generation, die auch deutlich flotter arbeitet als bisher. Bei Verarbeitung und Qualität merkt man, dass der Focus schon ein sehr ausgereiftes Fahrzeug ist, alles wirkt hochwertig, und auch die Geräuschdämmung übertrumpft manch deutlich neueren Mitbewerber.

Man fühlt sich auf jeden Fall auf Anhieb sehr wohl im sportlich gestalteten Innenraum des Ford Focus ST-Line. Das Platzangebot ist im Schnitt der Klasse und selbst in der zweiten Reihe gibt es noch ausreichend Platz, wenngleich natürlich der Klasse entsprechend keine fürstlichen Platzverhältnisse vorliegen. Mit einem Kofferraumvolumen von 363 Litern bewegt sich der Focus auch im Schnitt seiner Klasse, durch Umklappen der Rücksitze kann man das Volumen noch auf 1.262 Liter vergrößern. Nicht ganz am Puls der Zeit sind die Ablagemöglichkeiten im Innenraum, die noch etwas eingeschränkt sind.

Für ein sportliches Modell wie den Focus ST-Line sollte man auch eine etwas stärkere Motorisierung wählen. Der 1,5 Liter EcoBoost mit 150 PS (110 kW) stellt dabei die goldene Mitte zwischen dem 1,0 Liter 3-Zylinder EcoBoost mit 125 PS und dem stärkeren 1,5 Liter EcoBoost mit 182 PS dar. Bereits nach den ersten Metern stellt man fest, dass das "Boost" im Motornamen zu Recht vorhanden ist. Schon von unten heraus liefert der Turbo sehr spritzige Fahrleistungen, und das maximale Drehmoment liegt bei 240 Nm.

Sehr gut harmoniert das manuelle 6-Gang-Getriebe mit dem Motor. Die Gänge sind leicht zu schalten und sehr gut übersetzt. Man kann mit dem Focus sehr schaltfaul fahren, ohne dass man auf ansprechende Fahrleistungen verzichten muss. Die Turbo-Schubkraft wird aus fast jedem Drehzahlniveau und in jedem Gang zur vollsten Zufriedenheit des Fahrers geliefert. Lediglich bei voller Besatzung auf bergigen Straßen sollte man zurück schalten, hier zeigen sich dann nämlich langsam die Grenzen des Aggregats.

Sehr gut zum dynamischen Auftritt des Focus ST-Line passt die Fahrwerks- und Federungsabstimmung. Trotz sportlicher Auslegung hat man selbst auf der Langstrecke noch viel Komfort. Dennoch fährt sich der Focus fast wie auf Schienen. Bei Fahrwerk und Federung kann er noch die neuere Konkurrenz deutlich abhängen. Die sehr direkte Lenkung passt ebenfalls sehr gut zum agilen Focus, der vor allem auf kurvigen Straßen viel Spaß bietet. Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 210 km/h schnell.

Entscheidet man sich für ein sportliches Modell, sollte man sich auch nicht wundern, wenn der Verbrauch über jenen der Werksangabe klettert. Die vom Werk versprochenen 5,5 Liter sind wohl auch von ausgesprochenen Sparfüchsen kaum realisierbar. In unserem Test hat der Focus 1,5 EcoBoost im Schnitt 7,3 Liter konsumiert, womit er sicher nicht der sparsamste Vertreter seiner Klasse ist - allerdings auch sicher nicht der durstigste.

Noch gut im Rennen liegt der Focus auch bei der Sicherheitsausstattung, die bei seinem Marktstart überragend war, sich jetzt aber immer noch im Schnitt seiner Klasse bewegt. Mit dem Fahrer-Assistenz-Paket verfügt er über den Active City Stop, einen Fahrspur-Assistent inkl. Fahrspurhalte-Assistent, einen Fernlichtassistent, einen Müdigkeitswarner und einem Toter-Winkel-Warner.

In unserem Test hat der Ford Focus ST-Line auf jeden Fall deutlich gezeigt, dass er mit der neuen Konkurrenz in seiner Klasse noch locker mithalten kann. Der Focus hat sich als sehr ausgereiftes Auto präsentiert, das optisch noch taufrisch wirkt. Seine gute Ausstattung, die perfekte Straßenlage und der spritzige Motor machen den Focus ST-Line mit 150 PS EcoBoost-Motor zu einer sehr interessanten Alternative in der Kompaktklasse.

Was uns gefällt:

das Fahrverhalten, der Fahrspaß, das Design, die Ausstattung, dass der Focus noch immer taufrisch wirkt

Was uns nicht gefällt:

der Verbrauch, die wenigen Ablagen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 3
Ablagen: 3
Übersichtlichkeit: 2

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