Ford Focus ST 2,0 EcoBlue 190 Traveller – Testbericht

Der neue Focus ST Traveller mit Dieselmotor ist ein Familienkombi mit hohem Spaßfaktor, wie wir bei unserem Test feststellen konnten.

Die neue Generation des Ford Focus ist jetzt auch in einer besonders attraktiven Version für jene erhältlich, die Spaß, Familie und Effizienz unter einen Hut bringen müssen.

Damit bietet der Focus ST Traveller 2,0 EcoBlue 190 eine Mischung, die man nur sehr selten findet, denn oft erfüllt ein Auto nur eines der genannten Kriterien.

Preislich startet die von uns getestete Version bei 39.917,92 Euro und kann schon mit einer sportlichen und luxuriösen Ausstattung aufwarten.

Unter anderem sind im Preis schon das Ford SYNC3 Infotainmentsystem mit 8“-Touchscreen und Navi, Recaro-Sportsitzen mit Leder-Stoff-Polsterung, eine Rückfahrkamera, 18“-Alufelgen, eine induktive Ladestation, das ST-Fahrwerk und noch vieles mehr mit an Bord.

Wer sich von der breiten Masse abheben möchte, der sollte unbedingt die Tropical Orange-Lackierung wählen, die dem Focus wirklich gut steht. Zudem findet man dann sein Auto auch am vollsten Shopping-Center-Parkplatz noch auf Anhieb.

Außer der Sonderlackierung hatte unser Testwagen noch das B&O-Play-Premium-Navigationssystem, das Keyfree-System, das Park-Paket, das Technologie Paket 1, das Winter Paket, das Design Paket 4, das Performance Paket und ein Head-up-Display an Bord.

Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 45.123,86 Euro, was noch immer ein fairer Preis für ein Auto ist, das gleich drei Talente in sich vereint.

Im Innenraum zeigt sich der Focus ST Traveller genau so sportlich wie bei der Karosserie. Die Recaro-Sportsitze mit ST-Logo in den Lehnen sehen schon auf den ersten Blick so bequem aus, wie sie es auch sind. Sie geben zudem besten Seitenhalt, sofern man über eine normale Statur verfügt. Übergewichtigen Personen könnten die Sitze eventuell zu eng werden, was man aber sowieso vor dem Kauf merken würde.

Auch der Rest des Cockpits versprüht einen sportlichen Touch, was vor allem dem ST-Sportlenkrad, den weißen Ziernähten und den Dekoreinlagen in Carbon-Optik zu verdanken ist.

Nach wie vor begeistert das Ford Sync3 Infotainmentsystem. Der 8“-Touchscreen ist angenehm weit oben positioniert und lässt sich intuitiv bedienen. Auch die Darstellung von Menüs und Navi-Karten wirkt sehr modern und passt so gut zum neuen Focus.

Überhaupt kann die Bedienung überzeugen, auch wenn das Lenkrad vielleicht ein paar Tasten zu viel integriert hat, in der Praxis stellt man aber dennoch fest, dass man keine einzige Taste vermissen möchte und auch hier alle Funktionen leicht auffindbar sind.

Dass der Focus ST Traveller trotz aller Sportlichkeit ein Familienfreund ist, zeigt er nicht nur beim äußerst großzügigen Platzangebot auf allen Plätzen, sondern auch durch seine vielen Ablagen. Zwischen Fahrer und Beifahrer gibt es unter der verschiebbaren Armlehne auch ein Fach mit verstellbarer Schiene, so dass man Getränke in verschiedenen Größen unterbringen kann.

Das große Fach unterhalb der Mittelkonsole beheimatet nicht nur USB- und Stromanschluss, sondern auch eine induktive Lademöglichkeit für Smartphones.

Je nachdem ob man ein Reserverad, ein Notrad oder ein Reifen-Reparatur-Set an Bord hat, variiert das Kofferraumvolumen von 541 bis 608 Liter bzw. bei umgeklappter Rückbank von 1.576 bis 1.653 Liter. Damit lässt sich auch schon eine größere Urlaubsreise absolvieren.

Damit man sportlich und sparsam zugleich ans Ziel kommt, hat Ford dem ST Traveller als Alternative zum Benziner den 2,0 Liter-EcoBlue-Dieselmotor spendiert. Der Turbodiesel verfügt über eine Leistung von 190 PS (140 kW) und erreicht bei 2.000 U/Min ein maximales Drehmoment von 400 Nm.

Geschaltet wird über eine manuelle 6-Gang-Schaltung, bei der sich die Gänge sehr knackig und über kurze Wege sortieren lassen. Die sportliche Auslegung zeigt sich auch bei der Getriebeabstimmung.

Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 220 km/h schnell unterwegs.

Der Sprint wird dabei gefühlt noch flotter absolviert, als es am Papier steht. Untermalt wird die Beschleunigung von einer grandiosen Geräuschkulisse. Man würde zu keinem Zeitpunkt glauben, in einem Diesel unterwegs zu sein, so kernig hört sich das Triebwerk im Innenraum an.

Es ist dabei ganz egal, in welchem Drehzahlbereich man gerade ist, tritt man aufs Gaspedal, steht einem viel Kraft zur Verfügung. So werden auch Überholmanöver zum Kinderspiel.

Wie viel Kraft der Motor entwickelt, wird einem auf nasser Fahrbahn bewusst, wenn sich die Elektronik spürbar ihren Grenzen nähert, um die ganze Kraft auch noch souverän auf die Straße zu bringen.

Auf trockener Straße wird die Kraft aber immer gut auf den Asphalt gebracht. Perfekt zum Charakter des Fahrzeugs passt auch die sehr direkte Lenkung. Ganz auf Sportlichkeit getrimmt sind auch Fahrwerk und Federung.

Dass der Autor dieser Zeilen mittlerweile auch schon etwas in die Jahre gekommen ist, kann man nach einer Fahrt mit dem Focus ST Traveller aber nicht mehr verbergen. Spätestens beim Aussteigen meldet sich das Kreuz zu Wort, weil die Abstimmung vielleicht doch eine Spur zu sportlich ausgefallen ist.

Es wird nämlich jedes Schlagloch, von denen es auf unseren Straßen deutlich mehr gibt als man sich wünschen würde, fast ungefiltert den Passagieren gemeldet. Dafür gibt es bezüglich Straßenlage wirklich nichts zu meckern, der Kombi klebt förmlich am Asphalt und scheint durch nichts aus der Ruhe zu bringen zu sein.

Für die Schonung des Familienbudgets spricht auch der Verbrauch, der sich trotz sportlicher Fahrweise noch in Grenzen gehalten hat. Wir sind im Schnitt mit 6,3 Litern pro 100 Kilometer über die Distanz von 100 Kilometer gekommen, was nur unwesentlich über den Werksangaben von 5,6 Litern liegt.

Auch bei der Sicherheitsausstattung kann der Focus überzeugen, teilweise gibt es wichtige Features wie den Post-Collision-Assist, den Pre-Collision-Assist und den Spurhalteassistenten serienmäßig an Bord, andere, wie etwa ein adaptiver Tempomat, sind optional erhältlich.

In unserem Test hat der Ford Focus ST Traveller in Kombination mit dem Dieselmotor auf jeden Fall gezeigt, dass Sparsamkeit, Fahrspaß und Platz durchaus unter einen Hut gebracht werden können. Für jene, die ein sportliches Auto möchten, deren Familienplanung aber keinen Sportwagen ermöglicht, ist dieses Modell sicher eine gute Wahl.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, das Platzangebot, der Antrieb, der Fahrspaß, die Straßenlage, die Fahrleistungen, die Kraftentfaltung

Was uns nicht gefällt:

Die doch etwas zu sportliche Fahrwerks/Federungs-Abstimmung

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1

Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-