Ford Kuga 4x4 2,0 TDCi - Testbericht

Die zweite Generation des Ford Kuga ist noch geräumiger und sicherer geworden. In unserem Test zeigt der Diesel mit Automatik, was er kann.

Der neue Ford Kuga ist diesmal nicht, wie sein Vorgänger, ein eigens für den europäischen Markt konzipierter SUV, sondern ist mit dem US-Modell "Escape" baugleich. Natürlich wurden Fahrwerk und auch Antrieb ganz auf den europäischen Geschmack hin adaptiert, und so präsentiert sich der neue Kuga sehr modern und erwachsen.

Das Outfit des Kuga entspricht der aktuellen Ford-Designlinie und passt dem SUV perfekt. Er wirkt dabei zugleich sehr wuchtig, aber auch überaus dynamisch und gefällt von jeder Perspektive. Für unseren Test haben wir den 163 PS starken Diesel in Kombination mit dem Powershift-Automatikgetriebe und der Top-Ausstattungslinie Titanium gewählt.

Der Preis des schon sehr gut ausgestatteten Kuga liegt damit bei 37.850 Euro und bietet schon ABS, ESP, Allradantrieb, sechs Airbags, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, 17"-Alufelgen, die Mittelkonsole "Premium", das Audiosystem inkl. Ford SYNC, einen digitalen Kompass, eine Leder-Stoff-Polsterung, Licht- und Regensensor, einen Tempomat und noch vieles mehr.

Trotz der guten Basis bleibt aber noch immer Raum für Extra-Wünsche, und so verwöhnte das Testfahrzeug noch mit dem Sony Navigationssystem, einer Reifendruckkontrolle, Bi-Xenon-Scheinwerfern, dem Style-Paket, dem Winter-Paket, dem Easy Driver Paket Plus, einer Metallic-Lackierung, dem Panorama Glasschiebedach, 18"-Leichtmetallfelgen, einer Ambientebeleuchtung und dem Ford Key Free-System inkl. sensorgesteuerter Heckklappe. Der Gesamtpreis liegt damit bei 45.190 Euro, dafür lässt der Kuga aber auch kaum noch Wünsche unerfüllt.

Die Innenraumgestaltung zeigt eine große Verwandtschaft zum Focus und besticht ebenfalls mit sehr sportlicher Linienführung. Auch wenn die Tastenflut in der Mittelkonsole auf den ersten Blick etwas schockt, so findet man sich dennoch schnell zurecht und kann alle Funktionen intuitiv steuern.

Etwas klein geraten ist lediglich das Navi-Display, welches vorzüglich positioniert wurde, mit 5" Displaygröße aber nicht mehr ganz am Puls der Zeit ist. Dafür gefallen die sehr bequemen Sitze umso besser, und auch die verstellbare Mittelarmlehne vorne macht das Reisen im Kuga für Fahrer und Beifahrer noch bequemer.

Das Platzangebot ist ebenfalls recht großzügig ausgefallen, selbst mit dem Panorama-Glasschiebedach haben im Fond noch groß gewachsene Personen genug Kopffreiheit, und auch der Knieraum ist ausreichend dimensioniert. Der Kofferraum fasst dann noch 456 Liter, die durch Umklappen der Rücksitze auf bis zu 1.653 Liter vergrößert werden können. Als sehr genial haben wir die sensorgesteuerte Hecklappe empfunden, bei der eine Geste mit dem Fuß ausreicht, damit sie sich nach oben schwingt. Auf gleiche Weise lässt sich die Heckklappe auch wieder schließen, was vor allem praktisch ist, wenn man schon in beiden Händen etwas zu tragen hat.

Unter der Motorhaube des Kuga schlummert der 2,0 Liter TDCI-Dieselmotor, der über eine Leistung von 163 PS (120 kW) verfügt. Das maximale Drehmoment von 340 Nm liefert der Motor zwischen 2.000 und 3.250 U/Min, doch schon aus dem Drehzahlkeller heraus ist das Aggregat äußerst lebendig.

Der Gasfuß muss beim Kuga zart dosiert werden, wenn man nicht wie wild davon sprinten möchte. Laut Werk genehmigt sich der Offroader zwar 10,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h, bei unserem Test war der Kuga aber fast eine Sekunde schneller.

Die Schaltarbeit wird von der 6-Gang-Powershift-Automatik dabei perfekt übernommen, die Schaltvorgänge erfolgen sehr schnell und auch sanft. Dabei ist zu jeder Gelegenheit der passende Gang parat, und so werden auch Überholmanöver oder Zwischensprints zum reinen Vergnügen. Der Vorwärtsdrang  des Kuga endet dann bei 196 km/h.

Das Triebwerk verrichtet seine Arbeit auch sehr leise. Lediglich an der nur bis 110 km/h perfekten Geräuschdämmung in Bezug auf Abroll- und Windgeräusche merkt man die US-Herkunft. Bei 130 km/h ist der Kuga zwar noch immer nicht laut, aber dennoch nur noch im Schnitt seiner Klasse zu finden, was insbesondere durch die Tatsache auffällt, dass er eben bis 110 km/h extrem leise ist.

Die US-Gene schlagen sich dann auch beim Verbrauch nieder, an die vom Werk versprochenen 6,2 Liter wird man wohl kaum heran kommen. Bei unserem Test haben wir den Kuga trotz zärtlicher Umgangsformen nicht unter 8,1 Liter pro 100 Kilometer bekommen.

Dafür hat Ford das Fahrwerk und die Federung wieder ganz auf den EU-Geschmack getrimmt. Kein anderes SUV dieser Klasse lässt sich so sportlich bewegen wie der Kuga und kann dabei dennoch mit hohem Komfort für Langstrecken aufwarten.

Bei der Straßenlage merkt man kaum einen Unterschied zu einer Limousine, und auch schnelle Kurven meistert der 452 cm lange SUV perfekt. Zu verdanken hat der Kuga das dem neuen Fahrdynamik-System "Torque Vectoring Control", welches erstmals in einem SUV zum Einsatz kommt. In Kombination mit dem neuen intelligenten Allradantrieb mit Lenkwinkelkontrolle hat man Fahrspaß pur und ein sicher auf der Straße liegendes Fahrzeug.

Der neue Allradantrieb berechnet die Kraftverteilung auf die Achsen 20x schneller als ein menschlicher Lidschlag dauert. So wird die Kraft zu jeder Zeit perfekt auf die Räder verteilt, wobei bis zu 30 km/h die Traktion klar im Vordergrund steht, während bei höherer Geschwindigkeit ein sportliches, aber dennoch sicheres Fahrverhalten angepeilt wird.

Aber nicht nur beim Fahrspaß kann der Kuga punkten, auch die Übersichtlichkeit ist sehr gut ausgefallen. So macht auch das Fahren in der Stadt Spaß, und die automatische Einparkhilfe erleichtert zudem Menschen, die nicht so gerne einparken, die Arbeit ungemein.

Die zweite Generation des Kuga ist auf jeden Fall sehr gelungen. Sie verbindet eine gute Ausstattung und hohe Sicherheitsreserven mit viel Fahrspaß. Dabei passen auch die Optik und das Raumangebot. Der bewährte Dieselmotor ist zwar sicher nicht der sparsamste in seinem Umfeld, aber dafür jener, der den meisten Fahrspaß bietet und zu jedem Zeitpunkt genug Kraft zur Verfügung stellt.

Was uns gefällt:

das Design, das Platzangebot, der Fahrspaß, die Straßenlage, die Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

der Navi-Monitor ist zu klein geraten, der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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