Ford Mondeo Hybrid - Testbericht

Erstmals ist der Ford Mondeo auch in einer Hybridversion erhältlich. Ob er den Diesel bei Effizienz und Fahrspaß schlagen kann, verraten wir in unserem Test.

Der neue Ford Mondeo ist erst mit viel Verspätung auf den Markt gekommen, wirkt aber immer noch taufrisch bei Design und Technik. Erstmals ist der Mondeo auch in einer Hybrid-Version verfügbar, die jedoch ausschließlich als Limousine angeboten wird. Die Basis liefert auch hier der Ford Fusion, die US-Version des Mondeo.

Der Mondeo Hybrid basiert auf der Titanium-Ausstattung und ist ab 36.750 Euro zu haben. Im Preis enthalten ist eine solide Grundausstattung inkl. Klimaautomatik, Fernlicht-Assistent, Audiosystem mit Ford SYNC 2 inkl. Touchscreen, Fahrspur-Assistent, Verkehrsschilderkennung, Tempomat, Regen- und Lichtsensor, Sportsitze und 16"-Leichtmetallfelgen.

Optional hatten wir noch einige Extras an Bord, die das Autofahrerleben einfacher und schöner machen. Für mehr Sicherheit haben das Technology-Paket Sicherheit und eine Diebstahl-Alarmanlage gesorgt, während das Technology-Paket Konnektivität, das Titanium X-Paket mit Leder/Alcantara-Polsterung, die Lackierung Arktik Weiß und abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule für mehr Komfort und optischen Glanz gesorgt haben. Der Gesamtpreis summiert sich so auf 44.745,52 Euro. Dafür lässt der Mondeo Hybrid aber kaum noch Wünsche offen.

Im Innenraum zeigt sich die dynamisch gestaltete Limousine sehr sportlich und modern. Im Vergleich zu den anderen Mondeo-Modellen verfügt der Hybrid über einen eigenständigen Tacho. Mittig platziert ist dabei die Geschwindigkeitsanzeige, die rechts und links von einem Display flankiert wird. Die beiden Displays zeigen Infos vom Bordcomputer, der Navigation oder dem Radio.

Die Mittelkonsole wirkt auch im Hybrid sehr aufgeräumt, und man findet sich schnell zurecht. Der neue Touchscreen von Microsoft lässt sich zwar sehr intuitiv bedienen, hat aber doch noch einige unlogische Schritte bei der Bedienung mit auf den Weg bekommen. Im Großen und Ganzen gefällt der Mondeo aber mit einer sehr modernen Bedienung aller Funktionen und vermittelt auch einen hohen Wohlfühlfaktor.

Die Sitze sind überaus bequem und auch für die Langstrecke bestens geeignet. Hinzu kommt eine hervorragende Geräuschdämmung, die schon auf Premium-Niveau angesiedelt ist. Durch die sportliche Gestaltung der Karosserie leidet aber etwas das Platzangebot, welches für die vorderen Passagiere zwar noch großzügig ist, im Fond aber doch etwas geringer wird. Auch das Kofferraumvolumen ist durch den Hybridantrieb etwas eingeschränkt. Die Hybridtechnik verkleinert den sonst 525 Liter fassenden Kofferraum erheblich. Eine hohe Stufe ab der Kofferraummitte lässt auch den Transport sperriger Güter kaum zu. Für den Urlaub zu zweit reicht das Gepäckabteil aber auf alle Fälle noch aus.

Immerhin möchte der Mondeo Hybrid auch mit anderen Tugenden glänzen, als mit dem Raumangebot. Unter der Haube schlummert ein 2,0 Liter-Benzinmotor, der von einem Elektromotor unterstützt wird. Die Systemleistung liegt bei 187 PS (138 kW) und sollte für ausreichend Fahrspaß sorgen. Sein maximales Systemdrehmoment von 300 Nm liefert der Motor zwischen 1.750 und 4.500 U/Min. Die Schaltung erfolgt über eine CVT-Automatik, die im Falle des Mondeo Hybrid gar nicht mal so übel ist.

Durch die gute Geräuschdämmung merkt man nämlich bei voller Beschleunigung nicht so drastisch, dass der Motor permanent auf hohem Drehzahlniveau läuft. Der Vorteil der Automatik zeigt sich dann beim gemütlichen Dahingleiten, wo keine Schaltvorgänge den Vorwärtstrieb stören. Wer den Mondeo von seiner sportlichsten Seite nimmt und beide Aggregate gemeinsam werken lässt, sprintet in 9,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 187 km/h schnell. Kurze Strecken können auch rein elektrisch bewältigt werden, die Höchstgeschwindigkeit im E-Modus liegt bei 135 km/h.

Der Vorteil des Hybrid ist, dass man vor allem in der Stadt und bei Landstraßen-Tempo sehr sparsam unterwegs sein kann. In unserem Test hat sich der Mondeo Hybrid aber auch auf der Langstrecke als sparsamer Begleiter gezeigt, der dabei durchaus viel Fahrspaß bietet. Wer den Gasfuß im Zaum hält, kann durchaus an die vom Werk versprochenen 4,2 Liter Verbrauch heran kommen. Wir sind während unserer Verbrauchsfahrt auf einen Wert von 4,9 Liter gekommen, bevor wir dann zu einem Langstreckentripp in die Salzburger Berge aufgebrochen sind.

Hier hat der Mondeo Hybrid für die größte Überraschung gesorgt. Er empfiehlt sich nämlich nicht nur als überaus komfortable Reiselimousine, der Verbrauch ist auch trotz Autobahntempo und Bergfahrten nicht übermäßig angestiegen. Nach 700 Kilometer über Autobahn und Bergstraßen ist der Verbrauch noch immer bei sensationellen 5,4 Liter gewesen. So sparsam war nicht einmal der 150 PS Diesel in unserem Test vor wenigen Monaten (siehe: Ford Mondeo Traveller 2,0 TDCi Testbericht ).

Zu verdanken ist der niedrige Verbrauch dem Umstand, dass man sehr oft rein elektrisch unterwegs ist. Über den gesamten Testzyklus sind wir über 1/3 der Strecke im reinen E-Modus gefahren. Die Batterien sind sehr schnell wieder voll, da beim Betrieb mit dem Benzinmotor die Batterien ebenso geladen werden wie bei jeder Bremsung oder wenn man den Fuß vom Gas nimmt.

Dabei bietet der Mondeo Hybrid trotz sehr komfortabler Abstimmung viel Fahrspaß und liegt dank des niedrigeren Schwerpunkts noch satter auf der Straße. Die direkte Lenkung und die gute Straßenlage ermöglichen eine sehr sportliche Fahrweise, bei der man sich immer wieder auf die nächste Kurve freut.

In unserem Test hat der Mondeo Hybrid auf jeden Fall gezeigt, dass er eine sehr gute Alternative zum Diesel darstellt und sich trotz hohem Fahrspaß sehr sparsam bewegen lässt. Wer sich für den Hybrid entscheidet, bekommt ein sehr modernes Fahrzeug, bei dem lediglich der etwas eingeschränkte Kofferraum als Nachteil genannt werden kann. In den USA erfreut sich der Fusion Hybrid schon sehr großer Beliebtheit, ob der Hype auch zu uns überschwappen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin hat sich auch die Klimaanlage im Auto, die in den USA schon vor 40 Jahren Standard war, erst viel später bei uns durchsetzen können.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, die Sparsamkeit, der Fahrspaß, die Sitze

Was uns nicht gefällt:

das eingeschränkte Kofferraumvolumen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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