Testbericht: Ford Mustang Cabrio mit 450 PS

Der frisch geliftete Ford Mustang hat den Weg in unsere Redaktion gefunden. Wir verraten im folgenden Test, warum der neue Mustang der beste aller Zeiten ist.

Eine Ikone wie den Ford Mustang zu ändern ist immer ein großes Risiko, vor allem wenn man neueste Technik in den Retro-Sportwagen verpacken möchte. Am besten zu erkennen ist der neue Mustang an der neu gestalteten Frontpartie, die jetzt mit LED-Scheinwerfern aufwarten kann. Der grimmige Blick ist geblieben, und die Änderungen können durchaus als gelungen bezeichnet werden. Das Heck zeigt sich nach wie vor sehr bullig, die Änderungen sind aber kaum merkbar. Deutlich aufgefrischt präsentiert sich aber der Innenraum, der jetzt mit einer digitalen Tachoeinheit ausgerüstet ist.

Für unseren Test haben wir das Mustang Cabrio mit dem überarbeiteten V8-Benzinmotor in Kombination mit der neuen 10-Gang-Automatik gewählt. Der Listenpreis liegt durch die hohen Steuern in Österreich bei 67.950 Euro, über 23.000 Euro davon bekommt der Finanzminister.

Die Basisausstattung ist dafür schon sehr umfangreich und beinhaltet unter anderem einen adaptiven Tempomat mit Pre-Collision-Assist, eine Rückfahrkamera, ein Keyless-System, das Ford SYNC 3 Infotainmentsystem mi 8"-Touchscreen, ein elektrisches Stoffverdeck, eine 2-Zonen-Klimaanlage, 19"-Alufelgen und noch vieles mehr. Als Option hatten wir noch eine Metallic-Lackierung, das Ford Navi, klimatisierte Vordersitze und das adaptive Dämpfungssystem MagneRide. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 74.747 Euro und ist trotz hoher Steuern noch immer sehr fair für ein 450 PS-Fahrzeug mit dieser Ausstattung.

Vor allem, da mit dem Facelift auch der Innenraum deutlich aufgewertet wurde. Die verwendeten Materialien wirken edler und die Verarbeitung noch eine Spur besser. Augenscheinlichste Neuheit ist aber das digitale Cockpit. Auch wenn Retro-Fans vielleicht um die klassischen Rundinstrumente in den beiden Chrom umrandeten Röhren weinen werden, so kann das neue Cockpit in allen Bereichen überzeugen. Die Darstellung von Tacho und Drehzahlmesser kann man ändern, im Sportmodus wird zum Beispiel der Drehzahlmesser am oberen Display-Rand bis zum Tacho auf der rechten Seite verlängert.

Sehr einfach gestaltet sich auch die Bedienung aller Funktionen, selbst die vielen am Lenkrad untergebrachten Tasten lassen sich intuitiv und deren Funktionen einfach bedienen. Ein Highlight ist dabei die "Mustang"-Taste, mit der man zum Beispiel den Sound des Auspuffs variieren kann.

Das Platzangebot ist für Fahrer und Beifahrer sehr großzügig, zudem gefallen die klimatisierten Ledersitze mit viel Komfort und einem deutlich besseren Seitenhalt, als man ihnen auf den ersten Blick zutrauen würde. Bauart bedingt geht es im Fond und im Kofferraum eher enger zu, das Kofferraumvolumen liegt bei 332 Litern und sollte damit für einen ausgedehnten Wochenendausflug zu zweit reichen.

Das Highlight des neuen Mustangs ist aber sicher der überarbeite 5,0 Liter-V8, der nun 450 PS (331 kW) Leistung hat. Der V8 ist noch vom alten Schlag und genau so, wie man sich einen Ami-Motor vorstellt. Beim Start wird man von einem sonoren Blubbern begrüßt, außer man hat den "Gute-Nachbarschafts-Modus" gewählt, wo der Motor seine Arbeit deutlich leiser verrichtet. Wer Auto begeisterte Nachbarn hat, kann sich immer am Klang des V8 erfreuen und den Nachbarn damit auch eine Freude bereiten. Immerhin hört man ein so feines Triebwerk heute viel zu selten.

Auch wenn der Motor sein maximales Drehmoment von 529 Nm erst bei 4.600 U/Min liefert, so hat man schon vom Start weg viel Schubkraft zur Verfügung. Dank dem optionalen adaptiven MagneRide Fahrwerk wird die Kraft aber deutlich besser auf die Straße gebracht als bisher. Man merkt, dass die enorme Schubkraft auf die Hinterachse nicht mehr mit einem so nervös wackelnden Hintern quittiert wird. Der Fahrer hat dabei verschiedene Fahrmodi zur Wahl, vom Comfort-Modus über den Sport+ Modus bis hin zum Drag-Modus reicht die Bandbreite, und jeder einzelne Modus verspricht eine andere Fahrzeugcharakteristik.

Während man im Normal-Modus noch sehr bequem und dennoch mit viel Fahrfreude durch die Gegend cruisen kann, wird der Mustang im Sport+ oder Drag-Modus zum absolut wilden Hengst. Der Sound wird drastisch geschärft, und man sprintet in nur 4,5 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 km/h. Der Mustang erledigt die Aufgabe dabei mit einer Leichtigkeit, dass es nur so eine Freude ist. Tempo 50 km/h schafft man fast mit Standgas, während auch bei höherem Tempo noch immer jeder kleine Tipp aufs Gaspedal sofort in Leistung verwandelt wird.

Ein weiteres Highlight ist dabei sicher die neue 10-Gang-Automatik, die hervorragend mit dem Mustang harmoniert. Die Gänge werden so schnell und sanft gewechselt, dass man fast nichts davon mitbekommt. Bei 50 km/h cruist man zum Beispiel schon im 8. Gang dahin. Wer die volle Leistung im Sport-Modus abruft, wird aber auch bei 130 km/h noch nicht mal bei der Hälfte der verfügbaren Gänge angelangt sein.

Die 10-Gang-Automatik soll auch für mehr Sparsamkeit sorgen, der Druchschnittsverbrauch wird mit 12,5 Litern angegeben und ist auch in der Praxis locker erreichbar. Im Vergleich zu den hochgezüchteten 3-Zylinder-Motörchen, die in der Praxis meist 2 Liter mehr als angegeben verbrauchen, ist der Mustang auch ohne Verzicht auf Fahrspaß mit den 12,5 Litern im Alltag zu bewegen.

Mit dem Facelift hat Ford auch die Sicherheitsausstattung deutlich aufgewertet, und der Mustang verfügt über alle gängigen Features, wie etwa adaptiven Tempomat oder Kollisionswarnsystem.

Das Facelift hat dem Mustang also mehr als gut getan, die moderne Technik harmoniert vorzüglich mit dem Retro-Sportler aus Amerika. Die Highlights sind natürlich der geschmeidige V8, die neue 10-Gang-Automatik und das MagneRide-Fahrwerk. Damit bietet der Mustang noch mehr Fahrspaß und eine deutlich bessere Straßenlage.

Was uns gefällt:

Das Design, die Retro-Elemente, der V8-Sound, der Fahrspaß, die 10-Gang-Automatik, die verbesserte Straßenlage

Was uns nicht gefällt:

Dass die hohen Steuern in Österreich den Preis des Mustang so in die Höhe treiben - zum Vergleich: in den USA kostet er umgerechnet rund 38.000 Euro.

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 4
Kofferraum: 3-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2

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