Ford Tourneo Connect 1,6 TDCi - Testbericht

Mit dem Tourneo Connect hat Ford ein äußerst interessantes Lifestyle-Auto im Programm, das in unserem Test für viele Überraschungen gesorgt hat.

Die Hochdachkombis waren bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich bei Handwerkern beliebte Fahrzeuge, doch die neueste Generation der verschiedenen Hersteller entpuppt sich immer mehr als gefragte Familien- und Lifestylefahrzeuge. Besonders sticht dabei der neue Ford Tourneo Connect aus der Masse hervor, der wohl der am dynamischsten designte Hochdachkombi am Markt ist. Er wirkt optisch auf jeden Fall wesentlich dynamischer als der Mitbewerb und zeigt sich auch bei der Ausstattung durchaus auf PKW-Niveau.

Für unseren Test haben wir die Topausstattungslinie "Titanium" mit dem für dieses Modell stärksten Dieselmotor mit 115 PS Leistung kombiniert. Der Listenpreis liegt damit bei 27.605,20 Euro, beinhaltet aber schon so gut wie alles, was man sich in dieser Klasse Wünschen kann. Unter anderen sind schon der Active City Stop, elektrische Fensterheber, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein Panoramadach, eine Einparkhilfe hinten, eine Mittelarmlehne für den Fahrer, Regen- und Lichtsensor, Sitze mit Stoffbezug "Titanium", Tempomat, 16"-Leichtmetallfelgen, eine beheizbare Frontscheibe, elektrisch beheiz-, einstell- und anklappbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer und das SYNC-Audiosystem mit an Bord.

Optional hatten wir dann noch eine Einparkhilfe vorne, eine Anhängerkupplung, eine Rückfahrkamera und die "Solar Gelb"-Metallic-Lackierung mit an Bord, die dem Tourneo Connect ausgesprochen gut steht. Der Gesamtpreis ist mit 28.917,20 Euro dann immer noch unter dem Preis eines vergleichbar ausgestatteten Kompakt-Kombis angesiedelt, der oft schon die 30.000 Euro-Marke sprengt.

Auch im Innenraum muss sich der Tourneo Connect keinesfalls vor der Kompaktwagenklasse verstecken. Alle Materialien und auch das Design lassen keinen Unterschied zu einem PKW spüren. Man findet sich auf Anhieb zurecht, und die Armaturenlandschaft, die man bereits aus dem Focus kennt, passt dem Hochdachkombi auch ausgesprochen gut.

Am stärksten merkt man den Unterschied zu einem normalen Kombi der Kompaktklasse beim Platzangebot. Der Tourneo Connect bietet auf einer Länge von 441,8 cm so viel Platz, dass man beim Sprechen fast schon auf ein Echo wartet. Durch den hohen Aufbau haben auch Passagiere im Fond genug Kopffreiheit, und Fahrer und Beifahrer können sich ohnedies auch über viel Platz freuen. Beim Kofferraumvolumen von 1.029 Liter können dann neben dem normalen Urlaubsgepäck für die Großfamilie durchaus auch noch das Schlauchboot und der Gasgriller mit, ohne dass man an seine Grenzen kommt. Wer nur zu zweit unterwegs ist, kann sich sogar über 2.410 Liter Kofferraumvolumen und auf Anrufe aus dem Freundeskreis zwecks Übersiedlungen freuen.

Die sehr wohnliche Ausstattung wird dann noch durch großzügig dimensionierte Ablagen aufgewertet. Verzichtbar wäre hingegen das Panoramaglasdach, welches erst hinter den Köpfen der vorderen Passagiere beginnt und somit als einzigen Zweck die unnötige Aufheizung des Innenraums erfüllt - sofern man nicht immer mit Kindern unterwegs ist, die vom Fond aus vielleicht Freude am Blick Richtung Himmel haben.

Eine gute Wahl trifft man mit dem 1,6 Liter-Turbodiesel, der über eine Leistung von 115 PS (85 kW) verfügt, sich aber im Fahrbetrieb durchaus nach 130 bis 150 PS anfühlt. Schon vom Start weg zieht der Tourneo Connect dank des maximalen Drehmoments von 270 Nm ordentlich an, da dieses schon ab 1.750 U/Min zur Verfügung steht und bis 2.500 U/Min erhalten bleibt.

Sehr gut harmoniert auch das manuelle 6-Gang-Getriebe mit dem Motor, dessen Gänge sehr leicht sortiert werden können. Die vom Werk angegebene Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 13,8 Sekunden lässt sich auch locker unterbieten, und die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h sollte ebenfalls ausreichend sein.

Der Tourneo Connect bietet auch beim Zwischensprint viel Kraft, und man kann ganz locker auf der Landstraße überholen. Wie schon erwähnt: Der Motor fühlt sich wesentlich stärker an, als es am Papier scheint. Zudem verrichtet der Motor seine Arbeit sehr leise, und die Geräuschdämmung kann ebenfalls mit den besten Fahrzeugen der Kompaktklasse mithalten.

Während die Fahrleistungen besser sind als am Papier, ist der Verbrauch dennoch schlechter als angegeben. Im Schnitt sollte sich der Hochdachkombi mit 4,9 Liter pro 100 Kilometer begnügen, wir sind jedoch nicht unter 5,7 Liter gekommen, haben dabei aber auch gar nicht versucht, sonderlich sparsam zu sein.

Denn der Tourneo Connect bietet trotz seiner Bauart richtig viel Fahrspaß. Fahrwerk und Federung sind wohl so gut wie möglich vom Focus übernommen worden, da auch der Tourneo Connect wie ein Brett auf der Straße liegt. Den bauartbedingten höheren Schwerpunkt merkt man nicht einmal in schnellen Kurven, lediglich gegen Seitenwind ist der praktische Ford etwas anfälliger als normale Kombis. Die sehr leichtgängige Lenkung ist zudem sehr direkt und verstärkt dadurch den Fahrspaß nochmals. So wendig und spaßig wie mit dem Tourneo Connect fährt es sich mit keinem anderen Vertreter dieser Fahrzeugklasse.

Dabei ist das Kölner Allroundtalent dank der großen Fensterflächen auch noch sehr übersichtlich gestaltet, und auch die im inneren Rückspiegel positionierte Rückfahrkamera erfüllt gute Dienste, wenn man so wie der Testwagen über eine Anhängerkupplung verfügt. Mit dem serienmäßig verbauten City Notbremsassistenten kann der Tourneo Connect zudem auch beim Thema Sicherheit glänzen.


In unserem Test konnte der Ford Tourneo Connect auf jeden Fall auf ganzer Länge überzeugen. Er ist dabei nicht nur eine ideale Alternative für jene, denen ein kompakter Kombi zu klein, ein Van aber zu teuer ist, sondern zeigt sich als absolutes Allroundtalent für alle, die viel Platz zum günstigen Preis schätzen. Er ist beim Fahrkomfort so gut ein Kompaktwagen und bietet auch den entsprechenden Luxus. Der Dieselmotor ist zudem wesentlich spritziger als man glauben sollte und bleibt auch beim Verbrauch im Rahmen.

Was uns gefällt:

dass überhaupt kein Nutzfahrzeug-Charakter aufkommt, die Ausstattung, das Platzangebot, der Motor

Was uns nicht gefällt:

Kleinigkeiten: Die Außenspiegel sind eventuell einen Tick zu weit hinten angebracht und die Lautstärkenregelung des Audiosystems ist gewöhnungsbedürftig - Stufe 5 ist zu leise, Stufe 6 bietet aber schon Disco-Feeling.

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1

Kommentare