Testbericht: Ford Transit Connect 120 PS Diesel

Seit Sommer letzten Jahres bringt der neue Ford Transit Connect frischen Wind unter die Nutzfahrzeuge. Womit unser "Lastesel" punkten kann, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Im harten Wettbewerb mit VW Caddy und Co. buhlt der Ford Transit Connect bereits seit 2002 als Kastenwagen um die Gunst der Klein- und Mittelbetriebe als Lieferwagen oder Firmenauto. Gegenüber dem Vorgängermodell zeigt sich der neue Transit Connect noch eine Spur aerodynamischer. Immerhin fast um 4 % konnte der Luftwiderstand reduziert werden, was bei einem Fahrzeug dieser Bauart schon einiges heißt. Und die Verbesserung war nicht nur effizient, sondern auch formschön, denn das schlanke Frontprofil steht dem Gesicht des Ford wirklich gut. Zur weiteren Serienausstattung gehört ein Active Grill Shutter, der sich dann automatisch schließt, wenn der Kühler keinen Fahrtwind benötigt und damit ebenfalls etwas zur Verbesserung der Aerodynamik beiträgt.

Den Transit Connect gibt es einerseits mit kurzem, andererseits mit langem Radstand, wobei wir während unserer Testzeit jenen mit dem langen Radstand und als Einzelkabine ausprobiert haben. In Sachen Serienausstattung hat Ford drei Varianten zu bieten. Neben "Ambiente" und "Trend" gibt es diesen Kastenwagen auch als "Sport". Obwohl wir persönlich die Variante "Sport" ebenso reizvoll gefunden hätten, fiel das Los auf die goldene Mitte und somit die "Trend"-Ausstattung.

Diese beinhaltet serienmäßig unter anderem neben der Doppelflügelhecktür, Start/Stopp, Berganfahrhilfe, seitliche Schiebetür sowie elektrische Fensterheber, die bereits in der Basisversion enthalten sind, sowie elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel. Außerdem verfügte unser Transit Connect Trend zusätzlich über eine beheizbare Frontscheibe mit beheizbaren Waschdüsen, die uns gerade bei der Kälte der letzten Tage gute Dienste erwies.

Ein Handschuhfach mit Deckel nebst einem Staufach unter der Decke schlucken so einiges, das unbedingt mit muss und vor neugierigen Blicken verborgen sein soll. Wohingegen die Leselampen und die Innenraumbeleuchtung gerade bei Dämmerung und Dunkelheit uns noch leicht einen Park- oder Lieferschein ausfüllen lassen. In Wagenfarbe lackierte Stoßfänger vorne und hinten und ein "easy clean"-Laderaumboden sowie Nebelscheinwerfer gehören zu den Highlights dieser Ausstattung, deren Wert sich in dieser Motor-/Getriebekombination auf 19.960 Euro beläuft.

Aber auch bei den Nützlingen sollen Komfort und Fahrspaß nicht zu kurz kommen. Daher findet man in unserem Testfahrzeug neben der Chroma-Blau-Metalliclackierung zum Beispiel HID-Xenon-Scheinwerfer, eine Trennwand aus Stahlblech mit Durchladeöffnung (hinter der Rückenlehne des mittleren Sitzes) und 16-Zoll-Leichtmetallräder. Im Radio-Paket 9 steckt das Ford Navigationssystem mit Ford Sync 3 und Rückfahrkamera. Letztere ist überdies ein Muss für den Kastenwagen, der sonst bauartbedingt mehr als unübersichtlich ist, da das Kamerabild mehr Informationen (Querverkehr, Fußgänger, Einkaufswagerl,...) zeigt als reine Parksensoren. Der 6-Zoll-Touchscreen lässt sich gut vom Fahrersitz aus erreichen, für das Telefon und die Audioanlage gibt es Tasten auf dem Multifunktionslenkrad, genauso wie für die Sprachsteuerung. Das Ausstattungspaket 4 beinhaltet ebenfalls praktische Features, unter anderem das Park-Pilot-System hinten, Nebelscheinwerfer mit statischem Abbiegelicht oder einen Scheinwerferassistent. Damit kommt unser Testfahrzeug auf einen Gesamtpreis von 24.110 Euro.

Bei der Gestaltung des Interieurs orientiert sich Ford an den Kundenbedürfnissen. Gut strukturiert, einige Ablagen für Stifte, Handy und Co, alles bequem in Reichweite. Außerdem wurden für die Gestaltung optisch ansprechende und doch pflegeleichte Materialien verwendet. Somit eignet sich der Transit Connect auch ideal als Firmenwagen, dort wo verschiedene Fahrer zum Einsatz kommen. Der Sitzkomfort ist für Fahrer und Beifahrer gut. Lediglich der dritte Sitzplatz auf der Doppelbank war wirklich nur für den Lehrling gedacht, da sich dieser hinter dem Schaltknauf bzw. Becherhalter befindet und man die Beine eben beifahrerseitig abstellen muss. Darüber hinaus befindet sich zwischen Fahrersitz und Sitzbank noch die Feststellbremse, daher fehlen hier ebenfalls ein paar Zentimeter Sitzfläche.

Dafür gibt es genug Laderaum in unserem Transit Connect, der entweder seitlich durch eine Schiebetür oder durch die Doppeltür hinten zugänglich ist. Zwei Europaletten sollen laut Ford hineinpassen oder mit anderen Worten: 3.200 Liter. Die Laderaumlänge beträgt 195,8 cm, durch die Trennwand sind Transporte bis zu 3,4 m Länge möglich. Die Laderaumhöhe liegt bei 126,9 cm. Hier lässt sich schon einiges transportieren!

Unser Testfahrzeug wurde mit dem neuen 1,5 Liter-Dieselmotor ausgestattet, der den strengen Euro 6d-TEMP Emissionsstandard erfüllt. Seine 120 PS sorgen im Arbeitsalltag für sehr guten Vortrieb selbst mit Beladung. Ihren Beitrag leisten dazu sicher die 300 Nm Drehmoment. Das Ansprechverhalten der ebenfalls neuen Achtgangautomatik ist sehr gut, obwohl hier der Transit Connect seine Nutzfahrzeuggene zeigt. Die Schaltvorgänge bleiben akustisch nicht ganz dezent im Hintergrund, wie man es aus den gut gedämmten PKW´s gewohnt ist, aber sie fallen nicht sehr unangenehm auf. Die Automatik ist aber nur für die 100- und 120 PS-Version des Diesel verfügbar und soll - so Ford - sowohl effizienter sein als auch eine "reaktionsschnelle" Leistungsentfaltung bieten. Letzteres können wir in jedem Fall bestätigen, bewegten wir unseren Kastenwagen doch angenehm flott durch den Verkehr. Sogar Überland- bzw. Autobahntauglichkeit besitzt der Ford Transit Connect. Hier läuft er problemlos mit und hat noch Reserven für Überholvorgänge.

Bei 170 km/h setzt der Hersteller unserem Testauto jedoch eine Grenze. Bis dahin reicht sein Können durchaus, um lange Distanzen nicht als Strapaze zu erleben. Ein großes Plus ist hier neben dem Spurhalte- und Pre-Kollisionsassistent der eingebaute Tempomat, der vom Lenkrad aus leicht bedienbar ist. Sollte die Fahrt zu lange dauern, empfiehlt uns Ford per Warnung im Display eine Pause einzulegen.

Der ECO-Mode-Fahrmodus ermöglicht dem Fahrer darüber hinaus, mit einem anderen Motormanagement zu fahren, um so noch mehr Treibstoff zu sparen. In unserem Fall kamen wir zwar mit diesem Modus im Durchschnittsverbrauch auch nicht an die laut Werk ausgewiesenen 5,1 Liter heran, geben uns jedoch in Anbetracht der Jahreszeit mit den laut Bordcomputer verbrauchten 7 Litern zufrieden.

Fazit: Ford hat im neuen Transit Connect einige Neuerungen im Einsatz, die gerade Nutzfahrzeugbetreiber sehr entgegenkommen. Wir bescheinigen ihm absolute Alltagstauglichkeit, egal ob in der Stadt oder darüber hinaus.

Was uns gefällt:

Große Schiebetür, Motorisierung, Fahrverhalten

Was uns nicht gefällt:

lange nach vorne gezogenes Armaturenbrett, Geräuschdämmung

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Laderaum: 1
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 3 (ohne Sensoren oder Kamera)

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