Honda CR-V 2.2i DTEC - Testbericht

Der Honda CR-V kämpft in einem sehr gefragten Segment. In unserem Test zeigt er, wo seine Stärken, aber auch Schwächen liegen.

Als Honda im Jahr 1996 den ersten CR-V auf den Markt brachte, war die Konkurrenz im Kompakt-SUV-Segment überschaubar und der CR-V auf Anhieb ein voller Erfolg. Doch die Konkurrenz ist immer größer geworden, und der CR-V der dritten Generation muss sich gegen eine Unzahl an neuen Modellen bewähren, was keine leichte Aufgabe ist. Mit dem Facelift Anfang 2010 wurde die seit 2006 gebaute dritte Generation des CR-V im Detail verbessert. Während so mancher Mitbewerber die Preisschraube nach unten dreht, positioniert Honda seinen Allrounder Richtung Premium-Segment, das in dieser Klasse mit BMW X3, Audi Q5 und Mercedes GLK nicht minder umkämpft ist.

Beim Motor hat der Kunde die Wahl zwischen Benzin und Diesel, in beiden Fällen aber immer 150 PS (110 kW) unter der Haube. Der Benziner holt die Kraft aus einem 2,0 Liter VTEC Motor, der Diesel setzt auf den bewährten 2,2 Liter DTEC. Beide Motoren sind entweder mit einem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe oder einer 5-Gang-Automatik kombinierbar. Der Kunde kann auch zwischen vier Ausstattungslinien wählen (S, Comfort, Elegance, und Executive), wobei schon in der Basisversion unter anderem VSA (die ESP-Version von Honda), TSA (ein Anhänger-Stabilisierungsprogramm), 6 Airbags, 17"-Alufelgen, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Servolenkung, klappbare Mittelarmlehnen an den Vordersitzen und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung an Bord sind. So ausgestattet startet der CR-V bei 29.590 Euro. Ab Comfort bekommt man dann noch eine manuelle Klimaanlage, eine Gepäckraumabdeckung, ein Multifunktionslenkrad und ein Radio mit CD-Spieler dazu.

Für unseren Test haben wir den Diesel mit Automatikgetriebe in Elegance-Ausstattung gewählt, der serienmäßig noch über eine 2-Zonen Klimaautomatik, Regen- und Lichtsensor, 6 Lautsprecher, Tempomat, elektrisch anklappbare Spiegel, ein Laderaumbord (auf 2 Ebenen fixierbar) und Nebelscheinwerfer verfügt. Der Preis beläuft sich dann auf 38.703 Euro. Unser Testwagen war zusätzlich noch mit Metallic-Lackierung und dem Lifestyle-Paket ausgestattet, welches 18"-Leichtmetallfelgen, Einparkhilfe vorne und hinten, Privacy Glass ab den hinteren Türen, Radio mit 6-fach CD-Wechsler und 7 Lautsprechern, Sitzbezüge in Alcantara-Lederdesign, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer sowie Xenonlicht beinhaltet. Mit diesen Extras kommt man auf einen Gesamtpreis von 42.093 Euro. Unsere Erwartungen sind dem Preis entsprechend hoch geschraubt, und wir sind gespannt, ob der CR-V diese auch erfüllen wird.

Auf den ersten Blick macht unser in "Urban Titanium Metallic" lackierter und mit 18 Zoll-Leichtmetallfelgen ausgerüsteter CR-V schon mal einen sehr noblen Eindruck. Auch im Innenraum geht es mit den schönen Leder-Alcantara-Sitzen und der gediegenen Optik richtig luxuriös zu. Der CR-V verzichtet dabei im Innenraum auf modischen Schnick-Schnack und verwöhnt mit klaren Instrumenten und Schaltern, sowie einem hervorragenden Raumangebot und Raumgefühl. Mit einer Länge von 457 cm und einer Höhe von 167,5 cm bietet der CR-V auf allen Plätzen viel Raum für die Passagiere und deren Gepäck. Selbst die Kopffreiheit ist in der zweiten Reihe noch hervorragend. Das Kofferraumvolumen ist mit mindestens 524 Liter auch ordentlich bemessen, kann aber nach Bedarf noch auf 1.532 Liter erweitert werden. Durch das in der Elegance-Ausstattung vorhandene Laderaumbord lässt sich der Kofferraum zudem sehr flexibel gestalten. Wer sperrige Güter transportieren will, kann das Bord entfernen und so eine große Ladefläche frei legen.

Gestartet wird noch per Zündschlüssel, auch hier setzt man auf alt Bewährtes und verzichtet auf einen Start-Knopf, wie er in anderen Honda-Modellen durchaus zu finden ist. Der Vierzylinder-Dieselmotor mit 150 PS lässt sich fast geräuschfrei starten und bleibt auch einmal in Fahrt gekommen immer sehr zurückhaltend, was das Geräuschniveau im Innenraum betrifft. Mit einem maximalen Drehmoment von 350 Nm, welches zwischen 2.000 und 2.750 U/Min bereit steht, hat er auch zu jeder Zeit genügend Kraft parat. So schafft man den Sprint von 0 auf 100 km/h in 10,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 187 km/h. Angenehm ist dabei, dass der Motor ohne Turboloch auskommt und selbst bei Autobahntempo seine Arbeit sehr leise verrichtet. Im Innenraum nimmt man weder Motor- noch Fahrgeräusche war.

Hinzu kommt eine Top-Verarbeitung, wo es kein Knistern oder Klappern gibt, so dass auch lange Strecken sehr angenehm zu meistern sind. Einzig die in der Mittelkonsole befindlichen Lüftungsdüsen können nicht manuell abgeschaltet werden, was bei Uneinigkeiten mit dem Beifahrer bezüglich Klimatisierung nicht so praktisch ist. Sonst erlaubt sich der CR-V aber keine weiteren Schwächen. Das Fahrwerk und die Federung sind sehr komfortabel, und durch das VSA, Hondas Version des ESP, bleibt der CR-V auch in flotten Kurven jederzeit beherrschbar.

Der Honda CR-V ist auch dank des DPS-4WD Allradantriebs für alle Eventualitäten gerüstet. Je nach Untergrund und Fahrbahngegebenheit schaltet sich der Allradantrieb automatisch zu. Das System ist zwar für Offroad-Freaks sicher nicht die erste Wahl, für 99% aller SUV-Käufer aber sicher am besten geeignet, da es vollautomatisch arbeitet und man so immer mit der richtigen Antriebsart unterwegs ist. Das wirkt sich auch positiv auf den Verbrauch aus, da alle vier angetriebenen Räder auch immer mit einem Mehrverbrauch gleich zu setzten sind. Etwas sparsamer könnte der Honda ohnedies sein. Die vom Werk angegebenen 7,4 Liter Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer sind nur schwer zu erreichen. Bei unserem Test sind wir auf 8,4 Liter Diesel gekommen. Hier spielt sicher auch die 5-Gang-Automatik eine Rolle, die zwar sehr weich schaltet, bei der man sich aber durchaus einen 6. Gang wünschen würde. Gerade auf der Autobahn könnte ein weiterer Gang für mehr Sparsamkeit sorgen.

Der Honda CR-V hat in unserem Test gezeigt, dass er sich durchaus von der Konkurrenz absetzen kann. Er findet seine Heimat zwischen Normal- und Premium-SUV und ist somit in einer Nische, die durchaus für viele Käufer interessant sein kann. Man hat den Komfort und die Annehmlichkeiten der Premium-Klasse, ist preislich aber trotz umfassender Ausstattung erst am Beginn dieser Klasse angesiedelt.

Was uns gefällt:
Wie leise es im Innenraum auch auf der Autobahn bleibt, die Platzverhältnisse und der Komfort

Was uns nicht gefällt:
Der Verbrauch und der Preis

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

                               

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