Honda Jazz Hybrid - Testbericht

Mit dem Facelift hat Honda beim Jazz auch eine Hybrid-Version eingeführt. Wir haben den sparsamen City-Flitzer getestet.

Der Honda Jazz erfreut sich weltweit großer Beliebtheit in der Kleinwagenklasse. Mit einem pfiffigen Design und vielen praktischen Details schleicht sich der kleine Honda in die Herzen der Kunden.

Mit dem Facelift wurde das kleinste Honda-Modell jetzt optisch noch weiter verfeinert, und als Highlight ist der Jazz nun auch mit einem Hybrid-Antrieb erhältlich. Während andere Hersteller bei den Hybrid-Antrieben erst im Teststadium sind, hat Honda mit dem Jazz nun in Europa das dritte Hybrid-Modell im aktuellen Modellprogramm.

Für unseren Test haben wir den praktischen Stadtwagen in der mittleren Ausstattungslinie "Elegance" gewählt, der Listenpreis liegt hier bei 20.990 Euro, und die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen.

Serienmäßig gibt es neben ESP, ABS und sechs Airbags auch schon ein Radio mit CD-Player und USB-IN-Anschluss, einen Tempomat, das Panorama-Glasdach mit elektrischer Rollo, elektrisch verstell- und anklappbare Außenspiegel, eine Mittelarmlehne für den Fahrer, ein Lederlenkrad, 15"-Leichtmetallfelgen, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber vorne und hinten und Nebelscheinwerfer.

Als einzige Option verfügte unser Testauto noch über die 430 Euro teure "Fresh Lime" Metallic-Lackierung, die sofort erkennen lässt, dass es sich um den Hybrid-Jazz handelt.

Außen erkennt man die Hybrid-Modelle noch an den Scheinwerfern und Rückleuchten mit leicht bläulichen Einfassungen, dem Hybrid-Schriftzug am Heck und der Zierleiste in Glasoptik im Kühlergrill.

Der Innenraum präsentiert sich dann ganz im Stil der anderen Modelle, lediglich an der "Econ"-Taste und den auf den Hybrid-Betrieb angepassten Armaturen kann man den Jazz mit der innovativen Antriebstechnik erkennen.

Sowohl via Bordcomputer als auch via Tacho kann man verfolgen, wie sparsam man unterwegs ist. Der Bordcomputer zeigt mittels Blumen, die je nach Gasfuß mehr oder weniger werden, wie ökonomisch man fährt, während der Tacho seine Beleuchtung von Blau auf Grün wechselt, sobald man sparsam fährt.

Die im Innenraum verwendeten Materialien wirken alle sehr hochwertig, und auch die Verarbeitung ist erstklassig. Besonders auftrumpfen kann der Jazz aber mit seinem Platzangebot und seiner Flexibilität, die er mit 390 cm Außenlänge bietet.

Alle Passagiere verfügen über genügend Platz, und das Kofferraumvolumen ist mit 303 bis 1.323 Liter auch noch äußerst großzügig bemessen. Die unter dem Kofferraum untergebrachten Batterien schränken den Stauraum somit fast nicht ein.

Spitzenreiter ist der Jazz auf jeden Fall was Ablagen und Getränkehalter betrifft. Unzählige praktische Fächer und 10 Getränkehalter sind auf den Innenraum verteilt.

Auf den ersten Blick wirkt die Armaturenlandschaft etwas futuristisch, die Bedienung aller Funktionen und Schalter funktioniert aber intuitiv und einfach. Lobend erwähnen muss man noch die perfekte Rundumsicht, die dank der großen Fensterflächen gegeben ist.

Beim Kapitel "Innenraum" kann der Jazz somit schon einmal voll überzeugen. Bleibt noch die Frage, wie der Hybrid-Antrieb die ihm gestellten Aufgaben bewältigen wird.

Durch die Kraft der zwei Herzen ist der Jazz mit einer Systemleistung von 98 PS sicher kein Freund von Traurigkeit. Der 1,3 Liter Benzinmotor mit 88 PS (65 kW) wird von einem 14 PS (10 kW) starken Elektromotor unterstützt. Der Fahrer kann dabei im Armaturenbrett mitverfolgen, wann der Elektromotor den Benzinmotor unterstützt oder wann die Batterien wieder aufgeladen werden.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein CVT-Automatikgetriebe, die stufenlose Kraftübertragung kann aber mit Schaltwippen am Lenkrad in sieben Gänge unterteilt werden.

Schon beim Anfahren merkt man den Schub, den die Unterstützung des Elektromotors bringt. Der Jazz sprintet sehr gediegen und leise von der Ampel weg, und die 100 km/h Marke ist laut Werk in 12,1 Sekunden erreicht. In der Praxis fühlt sich das Ganze jedoch etwas flotter an, als es sich am Papier liest. Bei nasser Fahrbahn neigt er dabei schnell zum Durchdrehen der Räder, so viel Power steckt in dem kleinen City-Flitzer.

Dank Start/Stopp-Automatik ist man in der Stadt auch sehr sparsam unterwegs, da der Motor jede kleine Pause nützt, jedoch sofort wieder da ist, wenn man den Fuß von der Bremse nimmt.

Lässt man dem Jazz freien Lauf, ist er bis zu 175 km/h schnell. Bei Autobahntempo fühlt sich der kleine Hybrid dann aber merklich nicht mehr so wohl wie in der Stadt, wo er seine Vorzüge viel besser zeigen kann.

Auch Überholmanöver mit Vollgas lassen den Jazz seine guten Sitten vergessen. Der Motor wirkt dann durch die CVT-Automatik, wo der Drehzahlmesser im oberen Bereich kontinuierlich verharrt, mehr als nur gequält.

Natürlich sind solche, manchmal notwendigen, Fahrmanöver auch für den Verbrauch nicht mehr ganz so optimal. An die vom Werk angegebenen 4,5 Liter kann man zwar mit äußerst zartem Gasfuß kommen, im Schnitt hat sich der Jazz Hybrid in unserem Test aber 5,3 Liter gegönnt.

Fährt man mehr auf der Autobahn oder Landstraße inkl. Überholmanövern, geht der Verbrauch aber schnell über die 6-Liter-Marke.

Wieder absolut im grünen Bereich ist das Kapitel "Fahrkomfort". Der Jazz filtert trotz seines kompakten Formats Schlaglöcher und andere Unebenheiten perfekt weg, bleibt aber trotzdem auch sehr gutmütig in schnell gefahrenen Kurven.

Der Honda Jazz Hybrid ist eine sehr hochwertige und umweltfreundliche Alternative im Kleinwagensegment. Er überzeugt mit einer guten Verarbeitung, einem für die Stadt sehr spritzigen und sparsamen Motor, sowie einem perfekt durchdachten Raumkonzept. Seine Stärken liegen eindeutig beim Betrieb in der Stadt, wo er auf der ganzen Länge überzeugen kann.

Was uns gefällt:

Die Verarbeitung, das Platzangebot und die vielen Ablagen, der Hybridantrieb.

Was uns nicht gefällt:

Die Geräuschentwicklung im oberen Drehzahlbereich, die CVT-Automatik bei der Beschleunigung.

 Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 2
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1
  • Kofferraum: 1
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1

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