Hyundai Terracan 2.9 CRDi GLS im Test

Ein Kraftpaket nicht nur fürs Gelände

Sport Utility Vehicles (SUV) generell als legitime Nachfolger der Geländewagen einzustufen, ist durchaus riskant. Trotz Allrad, entsprechender Karosserieform und sogar großem Böschungs- und Rampenwinkel ist es bei einigen Modellen mit den Offroad-Fähigkeiten nicht allzu weit her. Anders der Hyundai Terracan, der neben dem Tucson und Santa Fé bei den Koreanern das SUV-Angebot nach oben abrundet. Mit zuschaltbarem Vierradantrieb und Geländereduktion, Leiterrahmen und stabilem Fahrwerk inclusive Blattfedern hinten gibt er sich eindeutig als Geländewagen klassischer Prägung zu erkennen.

Nach der im letzten Jahr erfolgten Frischzellenkur wirkt die Front mit einem neu gestalteten Kühlergrill, vergrößerten schwarzen Lufteinlässen im wuchtigen vorderen Stoßfänger sowie markanten Klarglas-Halogenscheinwerfern jetzt noch sportlich-kraftvoller. Große Radkästen, die durch farblich abgesetzte Seitenschutz-Planken besonders betont werden, verleihen dem 1,79 Meter hohen und 1,86 Meter breiten Terracan bei ansonsten schnörkellos gestalteter Karosserie den Hauch von Urigkeit und Eigenständigkeit, der heutzutage ja recht selten geworden ist.

Das alles muss man natürlich mögen, da der 4,70 Meter lange Terracan aufgrund seiner Abmessungen und mit einem Wendekreis von zwölf Metern vor allem in der Stadt nicht gerade zu den handlichsten Autos zählt. Auf der Autobahn, aber auch auf kurvigen Landstraßen erweist sich dagegen schnell, dass der Koreaner nicht nur ein Geländespezialist sondern ein Multitalent ist. Mit seinem kräftigen 2,9-Liter-Turbodieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung (120 kW / 163 PS) und einem Drehmoment von 345 Newtonmeter bei bereits 1750 Umdrehungen stürmt er –- einmal warm geworden -– mehr als munter über den Asphalt. Auch die Wankbewegungen bei Richtungswechseln sind dank gut eingestellter Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse erstaunlich gering.

So ist auch eine durchaus forcierte Fahrweise nicht schweißtreibend, zumal sich aufgrund des langen Radstandes der Wagen als sehr richtungsstabil erweist. Erfreulich zudem, dass man den Tritt aufs Gaspedal nicht allzu sehr an der Tankstelle bereuen muss. Wer den Terracan nicht nur in der Stadt bewegt, verbraucht trotz seiner 2,2 Tonnen Leergewicht auf "normalen" Straßen nicht mehr als zehn Liter. Und auch als Zugfahrzeug für Pferdeanhänger, Caravans oder Boote (bis zu 3,5 Tonnen) konsumiert er nicht wesentlich mehr.

Im großzügig dimensionierten Innenraum sind recht wertige Materialien gut verarbeitet. Das neu gestaltete Cockpit ist klar gegliedert, wobei die Instrumente auch bei Gegenlicht gut abgelesen werden können und die Einsteller und Hebel ergonomisch angeordnet sind. Der Fahrer sitzt auf einem straff gepolsterten, aber dennoch komfortablen Gestühl, das sowohl im Gelände als auch bei zügigen Kurvenfahrten guten Seitenhalt gibt. Aber auch die Mitfahrer können sich nicht beklagen. Nicht nur der Co neben dem Piloten, sondern auch die bis zu drei Fondpassagiere haben jede Menge Platz und selbst die bei asiatischen Herstellern oft bemängelten hinteren Sitzflächen sind mehr als ausreichend. Mit 490 Liter Volumen steht Großzügigkeit auch im topfebenen Gepäckabteil im Vordergrund, das sich durch das Umklappen der zudem teilbaren Rückbank auf bis zu 1125 Liter erweitern lässt.

Bereits in der Basisversion "Forst" verfügt der Terracan über eine serienmäßig umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung , so dass die 30.590 Euro mehr als ein fairer Preis für die gebotene Gegenleistung sind. Dennoch hat der Terracan hier - abgesehen von der Euro 3-Norm des Selbstzünders - seine größten Schwächen. Seiten- und Kopf-Airbags gibt es selbst optional ebenso wenig wie eine Elektronische Stabilitätskontrolle. Da sind die meisten Dickschiff-Wettbewerber schon weiter. Aber die Koreaner lernen ja schnell.

auto-reporter

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